T1: Kontext

Kontext bedeutet in VENUS insbesondere „situativer“ Kontext des Benutzers. Anwendungen müssen aus unterschiedlichen Kontextdaten (z.B. Ort, Anwesenheit bestimmter Personen, Temperatur, Lautstärke, Kalenderdaten, Informationen über verwendete Programme) Schlussfolgerungen zum situativen Kontext (z.B. Meeting, Telekonferenz, Restaurant, Wohnung) ziehen.

Dafür sind zunächst die Kontextrohdaten und daraus der situative Benutzerkontext zu erschließen. Methoden für die Spezifikation von Sensorinformationen und Algorithmen für die verteilte Erschließung situativer Benutzerkontexte sind zu entwickeln oder anzupassen. Dabei können Data-Mining-Techniken (zusammen mit Teilprojekt T2) und Vorhersageverfahren zum Einsatz kommen. Es sind Trefferwahrscheinlichkeiten und Prognosezeiträume zu bewerten. Auch die Personalisierung ist dabei ein wichtiger Aspekt. In VENUS werden dabei vertrauensunterstützende Komponenten zur Verwendung personalisierter Kontextinformationen erforscht. Die Ergebnisse werden in eine Systemarchitektur für das Kontextmanagement umgesetzt, welche eine Grundlage für die Aktivitäten von T2 (Wissensentdeckung) und T3 (Adaptionsentscheidung) ist.

Das Angebot kontextbezogener Dienste erfordert die Erfassung unterschiedlichster Daten, die z.B. mittels Sensoren, GPS oder mobilen Endgeräten generiert werden, um daraus den Kontext einer Person zu bestimmen. Der Schwerpunkt der rechtlichen Untersuchung wird in der rechtlichen Analyse und Bewertung der Datenverarbeitungsvorgänge liegen. Die Juristen werden unter anderem untersuchen, inwieweit personenbezogene Daten verwendet werden und welche Personen in unterschiedlichen Konstellationen für diese Datenverarbeitung verantwortlich sind. Hinsichtlich der Gestaltung wird untersucht, wie die Transparenz der Erhebung kontextbezogener Daten und die Wahrnehmung der Rechte der Betroffenen bei einer allgegenwärtigen Datenverarbeitung gewährleistet werden kann. Zur Bewertung von Gestaltungsalternativen ist zu prüfen, ob in ihnen eine (unzulässige) Vorratsdatenspeicherung stattfindet und ob sie die Risiken der Profilbildung erhöhen. Hinsichtlich der normativen Gestaltung ist zu prüfen, welche Regelungskonzepte zur Bearbeitung der Datenschutzprobleme entwickelt werden können.

Die nutzungsgerechte Anpassung der Mensch-Maschine-Schnittstelle und Ableitung einer kontextabhängigen Veränderungsnotwendigkeit erfordern ein Benutzer- und Umgebungsfaktorenmodell des Kontextes, das hier erarbeitet werden soll. Aus der Kombination von Benutzereigenschaften (z.B. auditive Wahrnehmungsfähigkeit, Benutzerzustand) und Umgebungsfaktoren (z.B. Straßenlärm) können dann je nach situativem Kontext unterschiedliche Modalitäten des Menschen angesprochen werden.