AB2: Methodik

Arbeitsbereich 2: Methodik zur interdisziplinären Technikgestaltung

VENUS entwickelt im Arbeitsbereich 2 eine Kasseler Methodik zur interdisziplinären Gestaltung von Techniksystemen des UC. Trotz aller Bekenntnisse zur interdisziplinären Kooperation in der Technikgestaltung sind die Probleme der disziplineigenen Begriffswelten und Sprachen, der zeitlichen Synchronisation der domänenspezifischen Beiträge, fehlender Brückenkonzepte und mangelnder gemeinsamer Theorien und Methoden noch immer ungelöst. Diese Probleme werden in VENUS aufgenommen und es werden zumindest für die Gestaltung von UC-Anwendungen Lösungen erarbeitet. Möglichkeiten weitergehender Verallgemeinerung werden deutlich gemacht. Angesichts der Größe des Aufgabenbereichs ist es praktisch ausgeschlossen, dass VENUS bereits alle anstehenden Fragen in allgemeiner Form löst. Die Arbeiten von VENUS sollen daher Grundlage eines anschließenden DFG-Sonderforschungsbereichs sein, der die Ergebnisse von VENUS stabilisiert, erweitert und verallgemeinert.

Die Forschung im Arbeitsbereich 2 kann auf geeigneten theoretischen Grundlagen wie der Theorie der Einbettung (Giddens), der rechtswissenschaftlichen Technikfolgenforschung (Roßnagel) und der Systematik einer ergonomischen Systemgestaltung aufbauen. Sie beruht vor allem darauf, die bereits von den Mitgliedern des ITeG entwickelten Ansätze zur interdisziplinären Kooperation in der Technikgestaltung zu einer gemeinsamen Methodik zu integrieren. Sie stützt sich dabei auf die in den unterschiedlichen Disziplinen verfügbaren methodischen Ansätze:

  • Requirements Engineering (RE),
  • Modellgetriebene Software-Entwicklung,
  • Konkretisierung rechtlicher Anforderungen (KORA) (entwickelt von Roßnagel),
  • Simulationsstudien im juristischen Umfeld (entwickelt von Roßnagel),
  • Benutzer-orientierte Gestaltung interaktiver Systeme (DIN EN ISO 13407),
  • Ergonomie der Mensch-System-Interaktion (DIN EN ISO 9241)

Die Vernetzung der disziplineigenen Vorgehensweisen zu einer gemeinsamen Gestaltungsmethodik soll aufbauend auf den bisherigen methodischen Vorarbeiten im ITeG gemäß der in Kapitel 1 genannten methodischen Richtlinie erfolgen. Sie gliedert sich in die Schritte Analyse, Design, Implementierung, Evaluierung und Synthese, wobei diese Reihung keineswegs einen linearen Ablauf der Schritte suggerieren soll. Welches Ablaufmodell für die neue Kasseler Methodik adäquat ist, wird ein Ergebnis der Forschungsarbeiten sein.

Für diese Schritte sind gemeinsame theoretische Grundlagen und methodische Konzepte zu entwerfen, die zusammengenommen die Kasseler Methodik begründen und als Grundlage dienen sollen, ein gemeinsames Labor für sozialverträgliche Technikgestaltung zu entwickeln. Die Methodik ist Gegenstand der vier Teilprojekte des Arbeitsbereichs 2, während sich Arbeitsbereich 3 dem Labor widmet. Die Teilprojekte im Arbeitsbereich 2 fokussieren und integrieren dabei die methodischen Grundlagen der Technikgestaltung aus Sicht der beteiligten Disziplinen. Zusätzlich wird sich der Arbeitskreis „Entwurfsprozess“ als Querschnittsaktivität mit dem zeitlichen Ablauf der Entwurfsschritte und der zeitlichen Verschränkung der Entwurfsphasen beschäftige