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06.11.2017 16:38

ITeG ist Kooperationspartner beim 34. Kasseler DOKFEST für den Dokumentarfilm "pre-crime"

Das 34. Kasseler DOKFEST zeigt den Dokumentarfilm pre-crime am Mittwoch, 15. November 2017 um 14:30 Uhr im Gloria. Das Wissenschaftliche Zentrum für Informationstechnik-Gestaltung (ITeG) ist einer der Kooperationspartner für diesen Film.

PRE-CRIME dokumentiert, wie die höchstumstrittene „Predictive Policing“-Praxis bei der Polizeiarbeit funktioniert. Komplexe Algorithmen entscheiden im Voraus aufgrund von Wahrscheinlichkeits-rechnungen, wo das nächste Verbrechen passieren und wer als Täter/in oder Opfer darin involviert sein wird. Die Art und Weise, wie die Algorithmen arbeiten, die Modelle, die den Algorithmen zugrunde liegen, um als Täter/in oder Opfer „aufgelistet“ zu werden, bleiben unklar. Und, vielleicht noch schlimmer, die gesetzliche, auf der Speicherung und Nutzung bezogene Lage der Daten bleibt noch eine Grauzone.

Regie: Monika Hielscher, Matthias Heeder
Deutschland 2017 / 87:00 Min. / englisch, deutsch / englische UT

Pre-Crime
Mi. 15.11./14:30/Gloria

Im aktuellen 34. DOKFEST-Programm  steht zum Film:

Erinnern Sie sich an den Hollywood-Blockbuster „Minority Report“? In diesem Film ging es um ein dystopisches Bild der Gesellschaft in der fernen Zukunft, wo der Staat präventiv und aufgrund von Wahrscheinlichkeiten in das Leben der Bürger/innen eingreift, um Verbrechen vorzubeugen. Diese Strategie wird jedoch von den obligatorischen Bösewichten als Herrschaftsinstrument eingesetzt. „Science Fiction“ haben die meisten damals gedacht. Realität folgt jedoch Fiktion: Dieses Vorgehen ist bereits heute Teil alltäglicher Polizeiarbeit. PRE-CRIME dokumentiert, wie die sogenannte „Predictive Policing“-Praxis genau in die Fußstapfen ihrer filmischen Vorgängerin tritt.

Entsprechende komplexe Algorithmen in den USA, im Vereinigten Königreich sowie in Deutschland entscheiden im Voraus aufgrund von vorhandenen Daten und Wahrscheinlichkeitsrechnungen, wo das nächste Verbrechen passieren und wer als Täter/in oder Opfer darin involviert sein wird. Die Art und Weise, wie die Algorithmen arbeiten sowie die Kriterien, die aufgegriffen werden, um als Täter/in oder Opfer „aufgelistet“ zu werden, bleiben unklar oder zumindest der Öffentlichkeit vorenthalten. Und, vielleicht noch schlimmer, die gesetzliche Lage, bezüglich Datengenerierung, Datenspeicherung und Datennutzung solcher Überwachungssysteme bleibt heute noch eine Grauzone.

PRE-CRIME macht zudem deutlich, dass diese Praktiken nicht der Kontrolle demokratischer Instanzen unterliegen. Ihre Einführung beruht auf marktwirtschaftlichen Prinzipien, ihre Legitimation auf dem Narrativ des Bedürfnisses der Bürger/innen nach immer mehr Sicherheit durch den Staat. Auch wenn dies mit der immer stärkeren Einschränkung elementarer Bürgerrechte einhergeht. Oder wie es die türkische Künstlerin Banu Cennetoğlu am Fridericianum bei der documenta 14 ausgedrückt hat: Being safe is scary.