Meldung

05.06.2018 10:21

INCHER-Forschungskolloquium Achtung: wichtige Raumänderung

Wegen der großen Nachfrage wird das heutige Colloquium "Der studentische Protest der 1960er Jahre und die Entstehung der Hochschulforschung in Deutschland" in den Raum 0113-0114 in der Arnold Bode Str. 8 verlegt

Die Veranstaltung beginnt um 17.00 Uhr

Professor i.R. Dr. Dr. h.c. Ulrich Teichler: "Der studentische Protest der 1960er Jahre und die Entstehung der Hochschulforschung in Deutschland"

Nur eine populistische Minderheit des studentischen Protests in der Bundesrepublik Deutschland in den 60er Jahren lässt sich mit „1968“ und „revolutionärer“ gesellschaftspolitischer Attitüde beschreiben. Der Mainstream richtete sich gegen den „Muff unter den Talaren“ und den „Muff“ im gesellschaftlichen Alltag. Dass der Glaube zerbrach, die Universität sei „im Kern gesund“, wurde am sichtbarsten durch die studentische Denkschrift „Hochschule in der Demokratie“ (1961 und vertieft 1965) angestoßen. Der Referent war in den 1960er Jahren als Student der Freien Universität Berlin, zugleich als Freier Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung – und daneben zeitweise als Berliner Geschäftsführer der Kampagne für Abrüstung – nicht nur hautnaher Beobachter des studentischen Protests, sondern auch Zeitzeuge und in vielen Fällen auch junger Beteiligter eines Bündels von ersten Schritten der Hochschulforschung in Deutschland. Neben den Analysen und Erklärungen der Studierenden waren sechs Initiativen bedeutsam: Erste Sozialerhebungen des DSW, erste Prognosen von Ökonomen zu Hochschulexpansion und Arbeitsmarkt, ein Bündel erster Projekte der Hochschulforschung am neuen Berliner Max-Planck-Institut, das wachsende Interesse der Soziologie-Professoren, die Entstehung der Hochschuldidaktik, das Engagement der VolkswagenStiftung. Wie kam es dazu, dass Hochschulforschung an Hochschulen trotz dieser vielen Impulse erst ein Jahrzehnt später - 1978 - ernsthaft institutionalisiert wurde?