Meldung

05.10.2018 12:19

Hochschulplaner der ersten Stunde gestorben. Das INCHER-Kassel trauert um Helmut Winkler

05.10.2018. Das INCHER-Kassel trauert um sein langjähriges Mitglied apl. Prof. Dr.-Ing Helmut Winkler. Winkler war Hochschulforscher, Hochschulplaner und außerplanmäßiger Professor an der Universität Kassel, zu deren Planern er bereits gehört hatte. Seit der Gründung des INCHER-Kassel bis zu seiner Pensionierung war er als Forschender, Lehrender und zeitweise als Geschäftsführer des Forschungszentrums aktiv. Helmut Winkler starb am 04.10.2018 in Kassel im Alter von 77 Jahren.

Winkler, Jahrgang 1940, hatte zunächst in Essen Maschinenbau und später an der TU München Luft- und Raumfahrttechnik studiert, bevor er 1970 als Studiengangplaner für die Technikstudiengänge der Gesamthochschule in Gründung nach Kassel kam. Er leitete einen Modellversuch zu integrierten Technikstudiengängen und war vier Jahre Leiter der Planungsgruppe des Gründungspräsidenten. 1977 schloss er an der Universität Stuttgart seine Dissertation zum Thema „Planung von Gesamthochschulen“ ab.

Zu seinen Planungsaufgaben an der neuen Gesamthochschule Kassel gehörte auch die Förderung der Forschung. Mit dem Gesamthochschulmodell wurde eine Synthese zwischen traditioneller Universität und anwendungsorientierter Lehrinstitution angestrebt; die junge Hochschule suchte daher nach einem eigenen Forschungsprofil. Helmut Winkler trug dazu bei, dass diese neue Hochschule auf interdisziplinäre Forschung setzte und dass dafür fachbereichsübergreifende wissenschaftliche Zentren eingerichtet wurden. Auf diese Weise entstand das Wissenschaftliche Zentrum für Berufs- und Hochschulforschung – das heutige INCHER-Kassel. Es war bis zu Winklers Ausscheiden aus der Hochschule in 2005 seine berufliche Heimat. Zeitweilig war er Geschäftsführer des INCHER-Kassel und in den letzten Jahren vor seiner Pensionierung war er hier Stellvertretender Geschäftsführender Direktor. Auch nach seiner Zeit als Planer der Kasseler Hochschule war er viele Jahre Mitglied im Konvent der Universität Kassel und im Forschungsausschuss und hat sich in anderen Zusammenhängen an der Gestaltung der Hochschule beteiligt.

Drei Themen interessierten Helmut Winkler in seiner wissenschaftlichen Arbeit vor allem: die Hochschulentwicklung in Schwellen- und Entwicklungsländern, das Thema Qualifikation und Beruf sowie die Ingenieurausbildung. 1996 habilitierte er zum Thema Ingenieurausbildung und 2002 wurde er an der Universität Kassel zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

In den letzten Jahren seiner Berufstätigkeit hat sich Helmut Winkler besonders für die Qualifizierung künftiger Generationen von Hochschulexpertinnen und –experten eingesetzt. Er hat mit viel Freude und Engagement im Master-Studiengang „Higher Education“ gelehrt, der von 2004 bis 2011 am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel angeboten wurden. Die internationalen Absolventinnen und Absolventen des Studienganges erinnern sich sicher gern an die jährlichen Sommerfeste, zu denen Helmut Winkler und seine Frau einluden.

Sehr viel lag Helmut Winkler daran international an Projekten der Hochschulentwicklung mitzuwirken. Zwei Jahre war er in solchen Kontexten in Korea und ein Jahr in Nigeria. Daneben verbrachte er in seinem Leben längere Phasen in Frankreich und USA sowie in Asien, Afrika und Lateinamerika. Auch nach seiner Pensionierung unterstützte er als Consultant Hochschulen in Äthiopien und China und übernahm eine Senior-Professur in Afrika.

Wir erinnern uns an Helmut Winkler als engagierten und begeisterten Lehrenden und Hochschulforscher, der immer den Praxisbezug in Lehre und Forschung im Blick hatte. Er war für viele junge Wissenschaftler – insbesondere aus dem internationalen Kontext – ein geschätzter Gesprächspartner. Wir werden ihn sehr vermissen. Unsere Anteilnahme gilt seiner Frau Anita und seiner Familie.