APIKS - Academic Profession in Knowledge Society

Projektbeteiligte

Nicolai Götze MA
Prof. Dr. Georg Krücken
Dr.   Christian Schneijderberg (Projektleitung)

 

 

Laufzeit

Juli 2016 bis Juni 2020

Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) unter dem Förderkennzeichen M522200 gefördert.

Die deutsche Teilstudie des Projekts „Academic Profession in the Knowledge Society (APIKS)“ zielt auf eine breite international vergleichende Untersuchung der Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft und der Einstellungen von Wissenschaftler/inn/en. Diese Erhebung, die im Winter 2017/18 erfolgt, wird zum dritten Mal durchgeführt - ähnliche Befragungen fanden schon 1992 und 2007 statt (The Changing Academic Profession = CAP). An der 2017/18er Untersuchung werden sich Forschungsteams aus voraussichtlich 30 Ländern (darunter Brasilien, China, Großbritannien, Japan, Mexiko, Neuseeland, Russland, Südkorea und USA) beteiligen.

Für die Untersuchung haben wir eine Zufallsstichprobe von 24 Hochschulen gezogen, darunter je 12 Fachochschulen und Universitäten. Die Stichprobe berücksichtigt eine regionale Verteilung und Größenunterschiede von Hochschulen.

Die Untersuchung verfolgt grob zwei Ziele:

Erstens sollen mögliche Veränderungen der Arbeitsbedingungen und Einstellungen von Wissenschaftler/inn/en (Professor/inn/en und wissenschaftlichen Mitarbeiter/inn/en) an öffentlichen Hochschulen identifiziert werden. Die Feststellung möglicher Veränderungen, mit Fokus auf Forschung, Lehre, Wissens- und Technologietransfer sowie Beteiligung an Hochschulgovernance inklusive wissenschaftlicher Selbstverwaltung, wird im Kontext der gegenwärtigen Bedingungen an Universitäten und Fachhochschulen im Abgleich mit den CAP-Erhebungen von 1992 und 2007 erfolgen; es ist keine Panelerhebung. Zusätzlich zu Veränderungen in Deutschland können Veränderungen im Vergleich zu anderen Hochschulsystemen z. B. in den USA erfolgen, welche ebenfalls an den beiden vorherigen CAP-Studien beteiligt waren. Neben der Längsschnittanalyse der historischen Veränderungen können ebenso Querschnittsvergleiche zur Entwicklung anderer Hochschulsysteme gezogen werden.

Das zweite Ziel der beantragten Studien ist, die Einbindung von Wissenschaftler/inn/en in die Wissensgesellschaft und -ökonomie theoriegeleitet, ergebnisoffen und unter Einbeziehung aller Disziplinen zu untersuchen. Dazu soll es einen inhaltlichen Erhebungsschwerpunkt zur Beteiligung, den Ergebnissen und insbesondere der Wissensschaffung in Kooperationen des Wissens- und Technologietransfers geben, was in der englischsprachigen Literatur auch als (external) engagement von Wissenschaftler/inne/n definiert wird (Perkmann et al. 2013). Am Beispiel des Wissens- und Technologietransfers soll unter anderem der These der hervorgehobenen Bedeutung von theoretischem Wissen (Bell 1973; Drucker 1969; Stehr 1994a, 1994b, 2001) und den Netzwerken der wechselseitigen, kooperativen Genese und Diffusion von Wissen und Technik (Castells 1996, 1997, 1998; Owen-Smith/Powell 2004, 2010) nachgegangen werden. Populäre Konzepte, wie die veränderte Wissensschaffung im mode 2 (Gibbons et al. 1994), adressieren eine gesellschaftliche Einbettung der Wissensschaffung mitsamt veränderten Bewertungs- und Relevanzkriterien und betonen die veränderte Rolle der Hochschulen – der empirische Beweis steht allerdings weiterhin aus. Mit dem thematischen Schwerpunkt der Wissensgesellschaft soll erstmals eine länderübergreifende, systematische und theoriegeleitete Untersuchung des Wissens- und Technologietransfers unter Einbeziehung aller Fächergruppen erfolgen.

Von der APIKS 2017/18er-Erhebung versprechen sich die Mitglieder des deutschen Forschungsteams sowohl wissenschaftliche als auch praktische Erkenntnisse zu diesen beiden übergreifenden Zielen. Die Ergebnisse verorten wir in den Bereichen der Wissenssoziologie, der Hochschul- und Wissenschaftsforschung sowie der Forschung über Wissens- und Technologietransfer.