Hochschule im Wandel. Die Universität als Forschungsgegenstand. Festschrift für Ulrich Teichler.

Kehm, Barbara M. (Hg.): Hochschule im Wandel. Die Universität als Forschungsgegenstand. Festschrift für Ulrich Teichler. Frankfurt a.M.: Campus 2008.

 

Auf der Bühne der Aula des Kasseler Goethegymnasiums wurde am Freitag, 6. Juni, eine Festschrift für den Kasseler Hochschulforscher Ulrich Teichler im wahrsten Sinne des Wortes „aus dem Hut gezaubert“, denn der Schweizer Zauberkünstler SIDERATO ließ das Buch auf magische Weise vor den Augen des akademischen Publikums erscheinen. Die zauberhafte Überreichung der Festschrift „Hochschule im Wandel. Die Universität als Forschungsgegenstand” (herausgegeben von Barbara M. Kehm) fand im Rahmen einer Feierstunde an der Universität Kassel statt, mit der das Internationale Zentrum für Hochschulforschung (INCHER-Kassel) der Universität Kassel seinen langjährigen Geschäftsführenden Direktor ehrte.

Der Titel des Bandes „Hochschule im Wandel. Die Universität als Forschungsgegenstand“ spiegelt wider, dass viele der gewohnten Sichtweisen auf Hochschule und Studium derzeit in Frage stehen. Wie sieht das Studium „nach Bologna“ aus? Welche Absolventen profitieren davon auf dem Arbeitsmarkt? Wohin führt der Trend zu Differenzierung und Exzellenz? Wird an allen Universitäten zukünftig noch gelehrt? Und an allen geforscht? Mündet die Internationalisierung der Hochschulen zwangsläufig in die Globalisierung? Und: Was leistet Hochschulforschung zur Beantwortung dieser Fragen und zur Erklärung der zugrunde liegenden Phänomene?

In der Festschrift für Ulrich Teichler widmen sich Hochschulforscherinnen und –forscher aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Großbritannien, Österreich, der Schweiz, USA und Japan aktuellen Entwicklungen im Hochschulbereich, indem sie drei Leitthemen aufgreifen, zu denen Ulrich Teichler, grundlegende Forschungsarbeit geleistet hat: Zum Verhältnis zwischen Hochschule und Beruf, zu den Strukturen des Hochschulwesens sowie zum Bereich der Internationalisierung von Hochschulen. An diese Forschungsarbeiten knüpft der von Barbara Kehm herausgegebenen Band an. In 32 Beiträgen analysieren die Autorinnen und Autoren Stabilität und Wandel im Verhältnis zwischen Hochschule und Arbeitswelt, die Veränderungen von Hochschulstrukturen und Hochschulsystemen sowie Aspekte der Internationalisierung und Globalisierung im Hochschulbereich. „Hochschule im Wandel“, herausgegeben von Barbara M. Kehm, ist beim Campus-Verlag, Frankfurt a.M., erschienen.
Aus dem Inhalt
Die Universität als Forschungsgegenstand – Rückblicke, aktuelle Fragen, künftige Perspektiven (Barbara M. Kehm)

Teil I Hochschule und Arbeitswelt
»It’s not always what you know«: Why Graduates get Jobs (John Brennan)
Viele Wege in den Beruf – Hochschulabsolventen in Europa (Harald Schomburg)
Ungleiche Karrierepfade – institutionelle Differenzierung und der Übergang von der Hochschule in den Arbeitsmarkt
(Kathrin Leuze, Jutta Allmendinger)
Zur Verwertung von Hochschulabschlüssen auf dem Arbeitsmarkt. Die erste berufliche Position der Bildungsaufsteiger unter den Hochschulabsolventen (Marek Fuchs, Michaela Sixt)
Kompetenzadäquanz der Beschäftigung von Hochschulabsolventinnen und -absolventen - untersucht am Beispiel der ETH Zürich (Rüdiger Mutz, Hans-Dieter Daniel)
Berufstätige Studierende – eine vernachlässigte Zielgruppe an deutschen Hochschulen? (Anke Hanft)
Die Öffnung der Hochschule als Ziel der akademischen Begabtenförderung (Andrä Wolter)
Entwicklung innovativer Kompetenz im Hochschulbereich: Das University Staff Development Programme (UNISTAFF) der Universität Kassel (Michael Fremerey)
Studienstrukturreform und fachliche Identitätsbildung – das Beispiel der Biologie (Robert Kreitz)

Teil II Hochschulstrukturen im Umbruch
Structural Differentiation in Higher Education (Peter Scott)
Zwischen universeller Inklusion und neuer Exklusivität. Institutionelle Differenzierungen und Karrieremuster im akademischen Feld: Deutschland im internationalen Vergleich (Reinhard Kreckel)
Teilweise neblig, überwiegend bewölkt. Ein Wetterbericht zur deutschen Hochschulsteuerung (Peer Pasternack)
Theoretische Skizzen zur Hochschule in der Wissensgesellschaft (Sigrid Metz-Göckel)
Hochschulreform als Organisationsreform (Jürgen Enders)
Die Exzellenzinitiative und ihre Folgen. Deutsche Hochschulen vor neuen Herausforderungen (Wilhelm Krull)
Exzellenz und Differenzierung (Stefan Hornbostel)
On Scholarly Communities, Lieder and Systems: Ulrich Teichler and their Structural Dynamics (Guy Neave)
Qualitätsmanagement an Hochschulen (Sandra Mittag; Hans-Dieter Daniel)
Wie studiert man in »Bologna«? Vorüberlegungen für eine notwendige Untersuchung (Ludwig Huber)
Ten Years After the Sorbonne Declaration – What has Changed in European Study Structures? (Christine Musselin)
»Doktorat neu« – ein österreichischer Blick auf eine europäische Reformdebatte (Hans Pechar)
Inbreeding in the Research University and its Implications: The Formation and Development of a Differentiated Society in Japanese Higher Education System (Akira Arimoto)
Inklusion, Expansion und strukturelle Differenzierung am Beispiel des Hochschulsystems der Türkei (Aylâ Neusel, Christiane Rittgerott)
Reliability, Fairness, and Predictive Validity of the Peer Review Process for the Selection of Research Fellowship Recipients of the Boehringer Ingelheim Fonds (Lutz Bornmann, Hans-Dieter Daniel)

Teil III: Die Internationalisierung der Hochschulen
Internationalisation of Higher Education: Issues and Challenges (Hans de Wit)
Internationalisation of European Higher Education (Bernd Wächter)
Internationalität – Transnationalität – Non-Nationalität: Wechselspiele etablierter und neuer Phänomene in einer globalen Hochschulwelt (Ute Lanzendorf)
Neuer Konstitutionalismus: Die Unterwerfung des Bildungswesens unter das Handelsregime (Christoph Scherrer)
Von Bologna nach Babylon – und zurück? Abschlusstitel im europäischen Hochschulraum (Johanna Witte)
Ingenieurbedarf – international gesehen (Helmut Winkler)
»Higher Education« A Domain of Multiple Interests for a Scholar (Jan Sadlak)