Termin

Titel: Qualitätssicherung im dualen Studium – Wunsch und Wirklichkeit
Startdatum: 06 Dezember
Startzeit: 17:00
Stoppzeit: 18:30Uhr
Veranstalter: INCHER Kassel
Referent:
Dr. Bettina Langfeldt 
Ort: INCHER-Kassel
Beschreibung:

INCHER-Forschungskolloquium

Qualitätssicherung im dualen Studium – Wunsch und Wirklichkeit

Dr. Bettina Langfeldt

Vortrag mit anschließender Diskussion von Dr. Bettina Langfeldt (Chair for Methods of Empirical Social Research, Substitute Professor, Faculty of Social Sciences (FB 05), University of Kassel)

 

Abstract: Mit dem dualen Studium hat sich in Deutschland offenbar ein „Erfolgsmodell“ (Stifterverband der Deutschen Wissenschaft 2011) an der Schnittstelle von beruflicher und hochschulischer Bildung etabliert, welches sich u.a. in der kontinuierlich steigenden Zahl dualer Bachelorstudiengänge niederschlägt (vgl. Minks et al. 2011). Laut Hochschul-Bildungs-Report 2020 klagen deutsche Unternehmen jedoch darüber, dass die akademischen und die beruflichen Ausbildungsanteile zu wenig vernetzt seien (vgl. Stifterverband McKinsey 2015: 42). Ebenso weisen bisherige Studierendenbefragungen vereinzelt auf Schwachstellen des dualen Studiums unter dem Gesichtspunkt der Lernortkooperation hin (vgl. Kupfer 2013; Gensch 2014; Hesser & Langfeldt 2017). Aus dem Bereich der beruflichen Bildung ist bekannt, dass eine gute Lernortkooperation keinen Wert an sich darstellt, sondern in ihrer Folge maximal ein profunderes Verständnis von Arbeitsprozessen und fachlichen Zusammenhängen erzielt werden kann (Euler 2003; Diesner et al. 2004). Dennoch ist die gelungene Verzahnung von Theorie und Praxis gerade im dualen Studium von herausgehobener Bedeutung, weil Studierende insbesondere in diesem Aspekt den Vorteil eines dualen gegenüber einem regulären Studium erwarten.     

In dem Beitrag werden die Schwierigkeiten der Lernortkooperation in dualen Studiengängen aus theoretischer und praktischer Perspektive beleuchtet. Die Argumente unterschiedlicher Akteure (Studierende, Lehrende, Betreuende in den Unternehmen, IHKs und Handwerkskammern etc.) im Hinblick auf die Verzahnung der Lernorte als Qualitätskriterium der Ausbildung sollen hierbei kritisch reflektiert und zu den derzeitigen Maßnahmen in der Qualitätssicherungspraxis ins Verhältnis gesetzt werden. Der Beitrag schließt mit einer Diskussion bestehender Empfehlungen zur Qualitätssicherung im dualen Studium und einem Überblick über Forschungsdesiderate im Bereich dualer Studiengänge.

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