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29.05.2017 16:08

Hochschulzugang und Anerkennung von Abschlüssen von Geflüchteten – Ergebnisse eines Vergleichs von vier europäischen Ländern.

Jens Jungblut und Isabel Steinhardt vom International Centre for Higher Education Research (INCHER) an der Universität Kassel haben zusammen mit KollegInnen aus verschiedenen europäischen Ländern eine Studie zum Hochschulzugang und der Anerkennung von Abschlüssen Geflüchteter erstellt.

Die Studie „Refugees welcome? Recognition of qualifications held by refugees and their access to higher education in Europe – country analyses” die von der European Students’ Union (ESU) in Auftrag gegeben wurde und durch Gelder der Open Society Foundations (OSF) unterstützt wurde beschäftigt sich mit Problemen und Lösungsansätzen für die erfolgreiche Integration von Geflüchteten in europäische Hochschulsysteme. Mit Hilfe von vier detaillierten Länderstudien – Norwegen, Deutschland, Belgien (Flandern) und Rumänien - und einem vergleichenden Abschlusskapitel präsentiert die Studie einen Überblick über die Situation von Geflüchteten in Europa.

 

Zu den häufigsten Schwierigkeiten, die Geflüchtete bei ihrem Zugang zu Hochschulen in Europa überwinden müssen zählen die Rolle des Aufenthaltsstatus für die Möglichkeit zur Einschreibung als Studierende, Probleme bei der Anerkennung von Studienabschlüssen (insbesondere in den Fällen in denen keine schriftlichen Dokumente zur Bestätigung vorgelegt werden können), mangelnde Sprachkenntnisse, oder auch Fragen der Integration in die lokale akademische Gemeinschaft. Viele dieser Probleme lassen sich in allen vier Ländern feststellen, allerdings ist der Umgang der Regierungen und Hochschulen mit diesen Problemen durchaus unterschiedlich. Dies hängt zum Teil vom „Problemdruck“, sprich der Anzahl an Geflüchteten im jeweiligen Hochschulsystem, aber auch von der Aktivität der Regierung sowie des Hochschulsektors in der Beschäftigung mit den Herausforderungen ab. Es zeigt sich, dass solche Länder, die eine vorrausschauende Politik betreiben und schon vor dem Anstieg der Geflüchtetenzahlen politische Instrumente geschaffen haben um Teile der Probleme zu lösen besser auf die neuen Herausforderungen reagieren könne. Darüber hinaus zeigt sich auch, dass Hochschulen in allen Ländern mit viel Energie versuchen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Geflüchtete zu unterstützten. Der Umfang der staatlichen Unterstützung für diese Tätigkeit variiert jedoch und hat einen starken Einfluss darauf, in wie weit die Hochschulen zusätzliche Angebote schaffen können.

Die Länderanalysen sowie der vergleichende Überblick geben Hinweise auf weiterhin bestehende Probleme, wie aber auch Lösungsansätze, die im Rahmen von gegenseitigem Lernen zwischen den Ländern ausgetauscht werden könnten und somit zu einer generellen Verbesserung der Situation in Europa führen könnten. Vor allem die vom Europarat geförderte Entwicklung eines „European Qualification Passport“[1] ist ein Beispiel dafür, wie eine nationale Lösung für ein Problem zu einem Beispiel für andere europäische Länder werden kann. Die Studie kann unter folgendem Link kostenfrei heruntergeladen werden:

Zugang zum Volltext der Studie