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23.03.2015 13:24

Neuerscheinung: Lehre stärkt Forschung

Wie reagieren Professorinnen und Professoren auf veränderte Rahmenbedingungen an Hochschulen, die die Gestaltung von Forschung und Lehre stark beeinflussen? Wie positionieren sich Professorinnen und Professoren und wie agieren sie in konkreten Entscheidungssituationen? Isabel Steinhardt hat diese Fragen untersucht und stellt die Ergebnisse in ihrem neuen Buch vor.

Isabel Steinhardt fragt in ihrem Buch „Lehre stärkt Forschung“ ob und wie die Studienstrukturreform  - d.h. die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen an deutschen Universitäten  - Professorinnen und Professoren die Möglichkeit geboten hat, eigene Interessen durchzusetzen und wenn ja, welche Interessen dies waren. Die Entwicklung neuer Studiengänge wählt sie als Handlungsarena, da hier Denk- und Handlungsweisen von Professorinnen und Professoren besonders deutlich werden.
Anlegt ist ihre Untersuchung im Forschungsstil der Grounded Theory, in der Forschungsergebnisse und methodologisches Vorgehen verwoben sind und somit der zyklische Forschungsprozess nachgezeichnet werden kann. Mit dem Fokus auf die Perspektive der Akteure schließt die Autorin ein Desiderat der Hochschulforschung.
Für die Disziplin Politikwissenschaft schildert sie anhand ihrer Forschungsergebnisse, welche Strategien Professorinnen und Professoren anwenden, um ihre Interessen zu verwirklichen, in welche Strukturen ihr Handeln eingebettet ist und welche Entscheidungsmöglichkeiten sie haben und nutzen. Zentrale Ergebnisse ihrer Analyse sind, dass Professorinnen und Professoren die Aufgabe, neue Studien- und Prüfungsordnungen einzurichten, sehr strategisch angehen und dass dabei das Durchsetzen vor allem forschungsbezogener Interessen das höchste Gewicht hat.
Das Buch „Lehre stärkt Forschung“ ist in der Reihe: Organization & Public Management beim Springer/VS-Verlag (Wiesbaden) erschienen.

„Steinhardt kommt mit dieser Forschungsarbeit das Verdienst zu, eine nachvollziehbare Theorie der Genese und Implementation neuer Studiengänge entwickelt zu haben, die auf andere Disziplinen übertragbar ist.“ (Birgit Blättel-Mink und  Ulrich Teichler in ihrem Geleitwort zum Buch von Isabel Steinhardt:„Lehre stärkt Forschung“, S. 7).