Reforming University Governance. Changing Conditions for Research in four European Countries.

Lanzendorf, Ute und Kehm, Barbara M. (Hg.): Reforming University Governance. Changing Conditions for Research in four European Countries.

 

Die Reform des Verhältnisses zwischen Staat und Hochschulen hat in den vergangenen Jahren für Unruhe gesorgt. Der Staat gewährt den Hochschulen neue Handlungsspielräume bei der Verwendung öffentlicher Mittel und der Besetzung von Stellen, erwartet aber gleichzeitig, dass die Hochschulen vermehrt Drittmittel einwerben und sich regelmäßig dahingehend evaluieren lassen, inwieweit sie politisch definierte Entwicklungsziele erreichen. Die neue Hochschulautonomie kommt über Globalbudgets und eine Stärkung der Hochschulleitungen zum Ausdruck. Zudem erprobt der Staat Evaluationsverfahren, entwickelt Zielvereinbarungen und führte Hochschulräte ein. Im Zuge dieser Umstellung der Hochschulsteuerung kommt es zu einem deutlichen Rückbau der traditionellen akademischen Selbstverwaltung. In dem 2007 erschienenen Band „Reforming University Governance“, herausgegeben von Barbara M. Kehm und Ute Lanzendorf, werden diese Entwicklungen in den europäischen Kontext eingeordnet.
Der Sammelband führt vier Länderstudien zusammen, die im Rahmen der ersten Phase des Projekts „Entscheidungsprozesse im Management- und Selbstverwaltungsmodell der Universitäten und die Folgen für die Forschung im internationalen Vergleich“ in Zusammenarbeit der Partner von der Fernuniversität Hagen und von CHEPS in den Niederlanden entstanden sind. Anhand der fünf zentralen Governance Dimensionen (staatliche) Regulierung, ergebnisorientierte Steuerung, Wettbewerb, akademische Selbstverwaltung und Management werden Reformen der Universitäts-Governance in Deutschland, in den Niederlanden, England und Österreich systematisch erschlossen und verglichen. Auch die politische Diskussion, die den Reformprozessen vorherging bzw. sie begleitete, wird aufgearbeitet.