Meldung

21.11.2012 14:11

Die wissenschaftliche Tagesordnung und die Frage nach der Gerechtigkeit

Warum landen manche Fragestellungen auf der Agenda der Forschung und andere nicht? Spielt Gerechtigkeit dabei eine Rolle und sollte sie es überhaupt? Prof. Dr. Torsten Wilholt, Professor für Philosophie an der Universität Hannover, betrachtet diese Fragen in seinem Vortrag aus den Perspektiven der Wissenschaftstheorie und der politischen Philosophie.   Am 21. November 2012, 18 c.t., Ort: INCHER-Kassel, Mönchebergstr. 17. Universität Kassel

In den Prozessen, durch welche die Themen und Fragestellungen wissenschaftlicher Forschung festgelegt werden, werden keineswegs die Interessen aller Menschen in gleichem Maße zur Geltung gebracht. Diskutiert wird dies selten – eine Ausnahme bildet lediglich die jüngere Debatte um die Tagesordnung der medizinischen Forschung und den unangemessen geringen Anteil des gesamten Forschungsaufwandes, der einigen Erkrankungen gewidmet wird, die für einen großen Teil des durch Krankheiten verursachten Leides auf der Welt verantwortlich sind (aber fast ausschließlich Menschen in Entwicklungsländern betreffen). Sollten Gerechtigkeitsaspekte für die Tagesordnung der Wissenschaften ganz allgemein eine (größere) Rolle spielen? Was könnte das bedeuten? Der Vortrag versucht, Antworten auf diese Fragen zu finden und dafür sowohl die Wissenschaftstheorie als auch die politische Philosophie fruchtbar zu machen.

Prof. Dr. Torsten Wilholt ist Professor für Philosophie an der Leibniz-Universität Hannover. Zuletzt von ihm erschienen ist die Monogaphie: Die Freiheit der Forschung - Begründungen und Begrenzungen. Berlin: Suhrkamp 2012