Stand der Einführung von Bachelor- und Master-Studiengängen (abgeschlossen)

Projektbeteiligte

  • Bettina Alesi
  • Sandra Bürger
  • Prof. Dr. Barbara Kehm
  • Prof. Dr. Ulrich Teichler

Laufzeit

  • 2004 - 2005

Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.
Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

Kurzbeschreibung

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung führte das INCHER-Kasel (damals WZ I) eine bildungspolitische Studie zum aktuellen Stand der Einführung von Bachelor- und Master-Programmen in sieben europäischen Ländern durch. Die Untersuchung lieferte einen Überblick über die Grundzüge des sich entwickelnden Systems der gestuften Studiengänge und über ihre Bedeutung für die Hochschulsysteme, die Studierenden und die Absolventen in den untersuchten Länder und zog - mit Blick auf die deutsche Entwicklung - eine vergleichende Bilanz.
Die Untersuchung stützt sich auf Dokumentenanalysen, Länderberichte durch Experten in den ausgewählten Ländern sowie auf Interviews mit Vertretern von jeweils zwei Hochschulen, der jeweiligen Studierendenorganisation, Personalmanagern von je zwei Unternehmen und einem Vertreter eines großen Arbeitgeberverbands. Neben Deutschland waren als Vergleichsländer Frankreich, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Ungarn und das Vereinigte Königreich einbezogen.
Ein erstes Fazit zur Umsetzung gestufter Studienstrukturen in Deutschland zeigte im Vergleich zu den anderen in die Studie einbezogenen Ländern vier Besonderheiten:

  • Erstens gab es einen frühen Start der Bologna-Reformen, allerdings gefolgt von einer retardierenden Umsetzung. In anderen europäischen Ländern begannen die Reformen deutlich später, wurden dann aber zügiger umgesetzt.
  • Zweitens gab es eine Akzeptanz partieller Funktionsüberschneidungen von Universitäten und Fachhochschulen, ohne dass deren Fortbestehen in Frage gestellt wird. Das führt zum Teil zu Konflikten, lässt aber vor allem die Frage offen, ob sich in Zukunft die gestufte Struktur gegenüber der Unterscheidung nach Hochschultypen stärker ausprägen wird.
  • Drittens entstanden zwischen der Differenzierung nach Hochschultypen und nach Studienstufen sowie auf der Master-Stufe nach konsekutiv, nichtkonsekutiv oder weiterbildend einerseits und eher forschungsorientiert bzw. eher anwendungsorientiert andererseits Unklarheiten und Vermischungen, die dem Ziel einer größeren Transparenz zunächst entgegenstanden. Anders als in den in die Studie einbezogenen Vergleichsländern wurde in Deutschland die curriculare Differenzierung auch zum Gegenstand der Akkreditierung gemacht.
  • Viertens gab es in Deutschland, wie in den anderen Ländern auch, Unsicherheiten über die Chancen der universitären Bachelor-Absolventen auf dem Arbeitsmarkt. Das galt insbesondere für Absolventen der nicht wirtschaftsnahen Fächer. 

Publikationen

ALESI, Bettina; BÜRGER, Sandra; KEHM, Barbara M.; TEICHLER, Ulrich (Hg.): Bachelor- und Master-Studiengänge in ausgewählten Ländern Europas im Vergleich zu Deutschland. Bonn und Berlin: Bundesministerium für Bildung und Forschung 2005.
ALESI, Bettina; BÜRGER, Sandra; KEHM, Barbara M.; TEICHLER Ulrich: Bachelor and Master Courses in Selected Countries Compared with Germany. Bonn und Berlin: Bundesmini­ste­rium für Bildung und Forschung/Federal Ministry of Education and Research 2005.