Hochschulreform und Arbeitsmarkt: Die aktuelle Debatte zur Hochschulreform und die Akzeptanz von konsekutiven Studienabschlüssen auf dem deutschen Arbeitsmarkt (abgeschlossen)

Projektbeteiligte

  • Meike Rehburg

Laufzeit

  • 2004 - 2005


Förderung

  • Friedrich-Ebert-Stiftung

Die von der Friedrich-Ebert-Stiftung geförderte und 2005 abgeschlossene Studie "Hochschulreform und Arbeitsmarkt" beleuchtete den Umstellungsprozess auf ein gestuftes Studiensystem mit den neuen Abschlüssen Bachelor und Master und lieferte Aufschlüsse über deren Stellenwert und die aktuelle Situation der gestuften Studiengänge im deutschen Hochschulsystem.
Immer wieder ist in der Diskussion um Bachelor- und Masterstudiengänge zu hören, dass die Umstellung auf das gestufte Studium so lange nicht sinnvoll sei, wie die Arbeitgeber den neuen Studienabschlüssen skeptisch gegenüberstünden. Daher wurde in der Studie untersucht, inwieweit Bachelor- und Masterabsolventen auf dem Arbeitsmarkt akzeptiert werden und wie die Kritik am gestuften Studiensystem gegebenenfalls begründet wird. Dazu wurden sowohl aktuelle Untersuchungen zum Thema "Bachelor und Master auf dem Arbeitsmarkt" ausgewertet als auch eigene Fallstudien durchgeführt. Im Rahmen dieser Studien wurden Personalverantwortliche aus vier deutschen Konzernen zu ihrer Sicht auf die Studienreformen befragt. Zudem sind im Bericht exemplarisch die Stellungnahmen unterschiedlicher Interessengruppen angeführt, und zwar von Hochschullehrenden, Studierenden und Wirtschaftsvertretern.
Die wichtigsten Untersuchungsergebnisse lauten in Kürze:
n die Arbeitgeber werden sich gerade erst der Änderungen im deutschen Hochschulsystem und der möglichen Folgen bewusst. Gerade für kleine und mittelständische Betriebe scheinen die neuen Abschlüsse erst dann zum Thema zu werden, wenn sich solche Absolventen bewerben. Dies wird jedoch vermehrt erst in einigen Jahren der Fall sein, denn auch die Studierenden verhalten sich in der Übergangsphase und bei unsicheren Arbeitsmarktchancen vorsichtig;

  • von Bachelor-Absolventen wird realistischerweise kaum erwartet, dass sie tiefer gehende Fachkenntnisse und ausgeprägte Forschungskompetenz besitzen;
  • an Master-Absolventen werden häufig die gleichen Anforderungen gestellt, die für Absolventen der traditionellen Diplom- und Magisterstudiengänge gelten;
  • die Arbeitgebervertreter bewerteten das Prinzip des Bachelor-Studiums mehrheitlich positiv. Die wissenschaftliche und gleichzeitig berufsorientierte Qualifikation von Studierenden in einem sechs oder sieben Semester umfassenden Studium gilt als möglich und sinnvoll  -  vorausgesetzt, dass die traditionellen Studiengänge im Zuge der Umstellung nicht einfach nur gekürzt, sondern inhaltlich überarbeitet werden.


Als Fazit lässt sich formulieren, dass Arbeitgeber den neuen Studienabschlüssen nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber stehen. Vielmehr sind sie in vielen Fällen noch gar nicht über die Neuerungen informiert, oft noch unsicher, was auf sie zukommt und wie konkrete Fragen wie jene nach der Einstufung von Bachelorabsolventen im Unternehmen zu beantworten sind, außerdem sind sie mit manchen Abläufen und Nebenerscheinungen der Reform unzufrieden.

Publikation

Rehburg, Meike: Hochschulreform und Arbeitsmarkt. Bonn: Friedrich Ebert Stiftung 2005