INCHER-Kassel: Einladung zu Kolloquien und Brown-bag-Lunches 2018


INCHER-Forschungs-Kolloquien
17.00 - 18.30 Uhr

Brown-bag-Lunch
12 .15-14.00 Uhr

06. Juni 2018

Der studentische Protest der 1960er Jahre und die Entstehung der Hochschulforschung in Deutschland

Professor i.R. Dr. Dr. h.c. Ulrich Teichler

  

     

30. Mai 2018

Gesellschaftliche Leistungen der Forschung erfassen, honorieren und nutzbar machen - der Weg vom Konzept bis in den Pilotbetrieb

Birge Wolf, Philipp Noll und Andrea Moser

 

 27. Juni 2018

Wir wissen es nicht, aber wir können es messen. Rankings, Impact-Faktoren und Pfadabhängigkeit

Professorin Dr. Dr. h.c. Margit Osterloh

 

04. Juli 2018

Hochschulexpansion, Elitebildung und Stratifizierung des Hochschulsystems in Deutschland

Professor Dr. Manfred Stock

 

11. Juli 2018

The disciplinary imperative: How scientists are evaluated by their peers

Professor Markus Perkmann

 

 


Forschungskolloquium des INCHER-Kassel, 17:00 - 18.30 Uhr

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06. Juni 2018

Der studentische Protest der 1960er Jahre und die Entstehung der Hochschulforschung in Deutschland

Professor i.R. Dr. Dr. h.c. Ulrich Teichler (International Centre for Higher Education Research Kassel (INCHER-Kassel), Universität Kassel)

Nur eine populistische Minderheit des studentischen Protests in der Bundesrepublik Deutschland in den 60er Jahren lässt sich mit „1968“ und „revolutionärer“ gesellschaftspolitischer Attitüde beschreiben. Der Mainstream richtete sich gegen den „Muff unter den Talaren“ und den „Muff“ im gesellschaftlichen Alltag. Dass der Glaube zerbrach, die Universität sei „im Kern gesund“, wurde am sichtbarsten durch die studentische Denkschrift „Hochschule in der Demokratie“ (1961 und vertieft 1965) angestoßen. Der Referent war in den 1960er Jahren als Student der Freien Universität Berlin, zugleich als Freier Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung – und daneben zeitweise als Berliner Geschäftsführer der Kampagne für Abrüstung – nicht nur hautnaher Beobachter des studentischen Protests, sondern auch Zeitzeuge und in vielen Fällen auch junger Beteiligter eines Bündels von ersten Schritten der Hochschulforschung in Deutschland. Neben den Analysen und Erklärungen der Studierenden waren sechs Initiativen bedeutsam: Erste Sozialerhebungen des DSW, erste Prognosen von Ökonomen zu Hochschulexpansion und Arbeitsmarkt, ein Bündel erster Projekte der Hochschulforschung am neuen Berliner Max-Planck-Institut, das wachsende Interesse der Soziologie-Professoren, die Entstehung der Hochschuldidaktik, das Engagement der VolkswagenStiftung. Wie kam es dazu, dass Hochschulforschung an Hochschulen trotz dieser vielen Impulse erst ein Jahrzehnt später - 1978 - ernsthaft institutionalisiert wurde?

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27. Juni 2018

Wir wissen es nicht, aber wir können es messen. Rankings, Impact-Faktoren und Pfadabhängigkeit

Professorin Dr. Dr. h.c. Margit Osterloh (Ständige Gastprofessorin Universität Basel, Schweiz / Professorin (em.) Institut für Betriebswirtschaftslehre, Universität Zürich, Schweiz)

Wissenschaftliche Karrieren hängen in steigendem Maße von Publikationen in sogenannten A-Journals ab, d.h. Journals, die gemäß ihrem Impact-Faktor oder ähnlicher Konstrukte als hochrangig eingestuft werden. Aufgrund der schiefen Verteilung von Zitationen der Aufsätze in diesen Journals ist dies allerdings ein wenig sinnvolles Kriterium für die Qualität einzelner Beiträge. Der Vortrag widmet sich der Frage, warum sich dieses Kriterium dennoch durchsetzen konnte und zeigt, dass der Ansatz der Pfadabhängigkeit zur Erklärung beiträgt. Anschließend werden Vorschläge diskutiert, wie die Vorherrschaft des Impact-Faktors als Qualitätskriterium unterlaufen werden kann.


Brown-bag-Lunch, 12:15 - 14:00

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30. Mai 2018

Gesellschaftliche Leistungen der Forschung erfassen, honorieren und nutzbar machen - der Weg vom Konzept bis in den Pilotbetrieb

Birge Wolf, Philipp Noll und Andrea Moser (Fachgebiet Ökologischer Land- und Pflanzenbau, FB11, Universität Kassel)

Übergeordnetes Ziel des Projektes SynSICRIS ist es, den gesellschaftlichen Nutzen angewandter Forschung zusätzlich zum wissenschaftlichen Impact bewerten zu können.
Dazu wird ein Set von Indikatoren für gesellschaftliche Leistungen wie produktive Interaktionen, Anwendbarkeit und potenzielle gesellschaftliche Impacts der Forschung entwickelt. Die Datenerfassung soll mit einem Forschungsinformationssystem (FIS) erfolgen, das um die entsprechenden Indikatoren erweitert wird. Das FIS soll bei Forschungsförderern eingesetzt werden können und Synergien mit Förder- und Transferprozessen aufweisen. Für Forschende soll die Dokumentation im FIS einen Teil von Antrags- und Berichtstexten ersetzen. Diese Informationsbasis soll eine ex-Post Projektevaluation durch wissenschaftliche und außerwissenschaftliche Akteure erlauben, mit der gesellschaftliche Leistungen der Forschung verstärkt honoriert und anerkannt werden können.
SynSICRIS baut auf Vorarbeiten auf und hat zum Ziel das FIS und die Projektevaluation bis zum Pilotbetrieb weiterzuentwickeln. Auf dem Weg bis in den Pilotbetrieb sind verschiedene Nutzergruppen der Tools, wie Projektträger, Forschende, Transferakteure, außerwissenschaftliche Nutzer und Evaluierungsexperten partizipativ eingebunden. In Workshops, Web-basierten Arbeitsgruppen und Interviews werden Anforderungen erhoben, Entwicklungsarbeiten reflektiert und Tools erprobt. Die dafür verwendeten Methoden spannen den Bogen vom transdisziplinären Ansatz in die sozialwissenschaftliche Ergebnissicherung und Auswertung.

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04. Juli 2018

Migration und Wissenschaftskarrieren

Professor Dr. Manfred Stock (Institut für Soziologie, Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg, Halle)

Nach einer mittlerweile schon klassischen Studie von Martin Trow geht die Expansion der Hochschulbildung mit einer vertikalen Differenzierung zwischen Einrichtungen der akademischen Spitzen- und solchen der akademischen Breitenbildung einher. Im Vortrag geht es um die Frage, ob und in welchen Hinsichten dies auch auf Deutschland zutrifft.

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11. Juli 2018

The disciplinary imperative: How scientists are evaluated by their peers

Professor Markus Perkmann (Department of Innovation and Entrepreneurship, Imperial College Business School, Imperial College London, United Kingdom)

iIn his lecture Professro Perkmann asks what determines whether scientists are admitted as members of a scientific disciplines by their peers, a process we refer to as accreditation. Using information on 50,000 individual applicants for the national scientific qualification in Italy,  the role of disciplinary fit, previous academic track record, and candidate-panel overlap in informing successful accreditation will be investigated, and relative biases by peer evaluation panels will be indentified.