Dr. Andreas Schulz, Projektseminar Internetpolitik

Kurzbeschreibung der Veranstaltung

Das Projektseminar „Internetpolitik“ thematisiert den Umgang mit personenbezogenen Daten von Bürgern und Bürgerinnen durch staatliche und betriebliche Organisationen sowie soziale Netzwerke. Die Projekte der Studierenden fragen nach den relevanten Akteuren und deren Interessen in diesem Politikfeld sowie nach Potenzialen und Gefahren der Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologie in verschiedenen Anwendungsgebieten. Die Teilnehmer im Seminar bearbeiten diese Fragen in sechs Einzelprojekten, die die Bereiche elektronische Governance, Arbeitnehmerdatenschutz, Sicherheit, Netzneutralität, elektronischer Personalausweis und Web 2.0 Communities abdecken.

Arbeits- und Kommunikationsmittel im Projektseminar ist der Blog www.verbraucherdatenschutz.net, der zusammen mit dem SCL der Universität Kassel entwickelt wurde und auf dem Server des ITS läuft. Die Nutzung des Blogs im Seminar basiert auf der WebQuest-Methode, die die selbstständige, internetbasierte Bearbeitung und Analyse komplexer Fragestellungen unterstützt. Die Studierenden besitzen meist keine eigenen Projekterfahrungen. Sie haben daher erhebliche Probleme bei der Informationsrecherche und der Systematisierung der empirischen Daten. WebQuest unterstützt durch die Dokumentation der Projektaufgaben, der Arbeitsschritte, hilfreichen Links und Literaturangaben den Forschungsprozess. Im Mittelpunkt steht die Analyse und Weiterbearbeitung der Informationen aus dem Internet und den quantitativen oder qualitativen Erhebungen. Neben der Aneignung des fachlichen Wissens fördert WebQuest auch die Medien- und Sozialkompetenz der Studierenden (z.B. schnelles Erfassen von Informationen, Umgang und Einschätzung der Informationen aus dem Internet, Teamarbeit, Kommunikation, Organisation). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Projektseminar vereinbarten mit dem Dozenten Nutzungsregeln für den Blog, u.a. alle Informationen zum Literatur- und Forschungsstand, die empirischen Ergebnisse, Auswertungen und Ergebnisse ihrer Projekte im Blog einzutragen und sich gegenseitig mit Kommentaren zu unterstützen.

Nutzungsspektrum der iPads in der Veranstaltung

Die iPads wurden im Seminar an die Studierenden ausgegeben, um die Planung und Bearbeitung der Projekte zu unterstützen sowie die Kommunikation und Unterstützung in und zwischen den einzelnen Projektgruppen zu fördern. Das Projektseminar und die beschriebene E-Learning- Methode wurden durch die Nutzung der iPads in Hinblick auf die folgenden Aspekte gefördert. Erstens können die Diskussionen und Recherchen zeit- und ortsunabhängig durchgeführt werden. Die Projektgruppen treffen sich außerhalb des Seminars regelmäßig auf dem Campus oder in der Bibliothek. Das Nachschlagen von Informationen im Literaturbestand, Online-Zeitungen oder in den Internet-Auftritten relevanter Organisationen ist mit den Geräten zeitnah möglich. Zweitens können die Ergebnisse der Diskussionen und Recherchen vor, während und nach den Präsenzveranstaltungen mit den Geräten direkt in den Blog eingetragen werden. Durch die Kategorien (Ziele, These, Literatur, News, Interviewergebnisse etc.) im Blog ist zudem eine Systematisierung der Einträge möglich, die die Studierenden beim Nachschlagen und bei der Erstellung des Projektberichtes unterstützt. Der hohe technische Standard der iPads ermöglicht zudem eine schnellere Internetrecherche und Bearbeitung der empirischen Informationen. Außerdem entwickeln die Studierenden den Blog gemeinsam zu einer Wissensdatenbank zu Datenschutzfragen weiter, d.h. alle Projektgruppen können die eingestellten Daten und Literaturrecherchennutzen. Drittens werden die iPads zur Kommunikation zwischen den Studierenden und mit Dritten eingesetzt. Dabei nutzen die Studierenden die eMail-Funktionen (WebMail), die Diskussionen der Projektgruppen in StudiVZ und eine entsprechende Seite in Facebook. Die Kommunikation kann ortsunabhängig geführt werden. Wichtiger Bestandteil der Kommunikation ist die Kommentarfunktion im Blog. Neben den direkten Diskussionen in den Präsenzveranstaltungen trainieren die die Studierenden mit Hilfe der iPads ihre Kommunikationskompetenz, indem Ergänzungen und kritische Fragen zu den eingestellten Informationen gefördert werden. Viertens unterstützen die Geräte das Zeitmanagement der Projekte und motivieren die Studierenden in der Bearbeitung der Projekte. Das Seminar setzt mit dem Einsatz der Geräte bewusst an der Lebenswelt der Studierenden an. Durch zeitliche Vereinbarungen sind die Studierenden zudem dazu aufgefordert, die Arbeitsschritte fristgerecht zu erledigen, wobei sie den Projektfortschritt selbst beobachten können. Die mobilen Geräte erlauben eine orts- und zeitunabhängige Bearbeitung und Kontrolle der Projekte, ohne dass ein PC-Arbeitsplatz daheim oder in der Bibliothek aufgesucht werden muss. Schließlich kann der Seminarleiter fünftens in den Veranstaltungen oder unterwegs den Verlauf der Projekte beobachten, Kommentare zeitnah kontrollieren und frei schalten, eigene Kommentare zeit- und ortsunabhängig verfassen sowie die Aktivität einzelner Studierender einsehen.
Insgesamt zielt der Einsatz der iPads auf eine zeitnahe ortsunabhängige Bearbeitung fachwissenschaftlicher und empirischer Projektfragen im Blog während der Präsenzveranstaltung, auf die Unterstützung der Kommunikation und Kritikfähigkeit zwischen den Studierenden und auf die Förderung der Projektdurchführung ab.