Herzlich Willkommen auf den Seiten der Grundschulwerkstatt - Pädagogisches Labor

Die drei Säulen der Grundschulwerkstatt

Ein innovativer Ort in der Lehrer- und Lehrerinnenbildung

Seit ihrer Gründung ist die Grundschulwerkstatt fest in der Kasseler Lehrerbildung verankert und hat sich als ein besonderer Lehr- und Lernraum etablieren können. Gerade durch die Verankerung als hochschulischer Lernort besitzt die Grundschulwerkstatt besondere Potenziale zur Professionalisierung zukünftiger Lehrerinnen und Lehrer, da wissenschaftliches Wissen (theoretisches, empirisches, systematisches) und praktisches (Handlungs-)Wissen (Materialien- und Medienkunde, Gestaltung von Lernumgebungen, Beobachten und Fördern von Lernprozessen) miteinander verknüpft bzw. aufeinander bezogen werden können.

In der Grundschulwerkstatt finden unterschiedliche Seminare zu den Themen entdeckendes Lernen, Schulentwicklung, Fallanalysen, szenisches Spiel, Lernmaterialanalysen, didaktisches Schreiben, Beobachtungen in offenen Lernsituationen usw. statt, die in unterschiedlichen Formaten (zwei- und vierstündige Seminare, Wochenendseminare, Projektseminare über zwei Semester) durchgeführt werden.

Von Beginn ihres Studiums an können Studentinnen und Studenten in diesen Seminaren entlang selbstgewählter Themen erst einfache, dann immer komplexere didaktische Lernsituationen entwickeln, in denen sie selbst lernen, wie voraussetzungsvoll Lehren ist, wenn für Kinder ein spezifisches Lernen initiiert werden soll. Nämlich ein Lernen, in dem Kinder in möglichst vielen Dimensionen lernen und ihr Lernpotenzial ausschöpfen können.

Die Kasseler Grundschulwerkstatt versteht sich als didaktisches Labor, in dem die Bedingungen und Möglichkeiten des Lernens in Abhängigkeit von Lernsituationen und persönlichen wie institutionellen Rahmenbedingungen in den Blick genommen werden und ein Zusammenhang zwischen Lehr- und Lernprozessen hergestellt wird.

Für diesen aktiven Auseinandersetzungsprozess stehen vielfältige Lern- und Anschauungsmaterialien aus den Lernbereichen der Grundschule zur Verfügung (vgl. folgende Übersicht).

Übersicht Lern- und Anschauungsmaterialien in der Grundschulwerkstatt

Die Materialien sind thematisch geordnet, ausgestellt und mit einem hohen Aufforderungscharakter für Entdeckungen und Eigenaktivitäten arrangiert. Sie besitzen u. a. haptische und ästhetische Qualitäten, sind Erinnerungsanker in die eigene Vergangenheit oder modellbildend für die Umsetzung eigener Ideen. In jedem Fall bieten sie eine Zugriffsmöglichkeit für die darin liegenden Lernideen, deren Sinn in der Auseinandersetzung (re-)konstruiert, analysiert und für Lernprozesse zugänglich gemacht wird.

Darüber hinaus hält die Grundschulwerkstatt Ideen in Form von Begleitmaterialien, didaktischen Hinweisen oder Potenzialbeschreibungen von Dingen bereit bzw. entwickelt diese mit Studierenden gemeinsam, um damit Grundlagen für weitere selbstständige Materialanalysen, -entwicklungen und -erprobungen zu schaffen.

Ausgehend von der Suche nach den Potenzialen der Dinge und den impliziten Lernpotenzialen unterstützt die Arbeit in der Grundschulwerkstatt die Studierenden darin,

  • Fragen zu Lernarrangements zu entwickeln und experimentell zu klären,
  • Lernprozesse in den Fokus zu stellen und sichtbar zu machen,
  • theoretische Annahmen über Lernentwicklung, über Selbstbestimmung und Motivation, über Veranschaulichung, Modellbildung und kognitive Repräsentation zu prüfen,
  • herauszufinden, wie offene Kommunikationsformen hergestellt und kooperative Lernsettings angelegt werden können,
  • Handlungs- und Denkalternativen zu erfahren, zu erproben und methodische Spielräume zu erkennen und umzusetzen,
  • Untersuchungssettings mit Kindern anzulegen und Beobachtungsinstrumente zu erarbeiten, um Untersuchungen durchführen zu können.

Damit ermöglicht die gesammelte Materialwelt den Studierenden eine aktive Auseinandersetzung mit Formen des Lernens und Lehrens und eröffnet damit Spielräume für experimentelles Handeln, Denken, Planen und Reflektieren, die auch Irrwege, Irrtümer usw. zulassen und über gezielte Reflexionsprozesse im Nachhinein erfasst, analysiert und justiert werden können. Gerade wegen dieser Bedingungen ergeben sich gleichzeitig Möglichkeitsräume und Spielräume für ungeahnte Kreativität sowie ein Denken und Handeln in Alternativen.