Themen

Möchten Sie eines der folgenden Themen oder Aspekte daraus in einer Wissenschaftlichen Hausarbeit für das Staatsexamen oder in einer Masterarbeit bearbeiten, so melden Sie sich bitte in meiner Sprechstunde.

Modellversuche

Viele Bildungsreformmaßnahmen in den 1960er und 1970er Jahren wurden vorbereitet oder begleitet von staatlich finanzierten Modellversuchen im öffentlichen und privaten Schulwesen. So gab es z.B. schon damals schulische Projekte, die die gemeinsame Unterrichtung und Erziehung von behinderten und nichtbehinderten Kindern erprobten. Da diese Versuche in der Regel gut dokumentiert wurden, ist ausreichend Material vorhanden, um sich in Staatsexamens-, Bachelor- oder Masterarbeiten mit pädagogischen Konzeptionen, Umsetzungen und kritischen Reflexionen sowie die (Nicht-)Implementierung in den schulischen Alltag wissenschaftlich auseinanderzusetzen.

Bildungsaufstieg in der Bildungsreformphase

In der bundesrepublikanischen Bildungsreformdebatte der 1960er Jahre stand das Konstrukt „katholische Arbeiter-Mädchen vom Lande“ für die Bildungsverliererin. In einer Gesellschaft, die sich im Ausbau des Bildungssystem dem Votum „Bildung als Bürgerrecht“ verpflichtet fühlte, sollte nun Bildungsaufstieg möglich gemacht und gezielt gefördert werden. Wie sehen die Einzelnen, die als erste in ihren Familien zum Studium und zu einem akademischen Abschluss kamen, rückblickend den Weg durch eine ihnen fremde „Bildungswelt“? Literarisch wurde Bildungsaufstieg facettenreich von einigen französischen, deutschen, us-amerikanischen und italienischen Schriftsteller*innen bearbeitet.

Zahlreiche biographische Interviews, die in den letzten Jahren im Fachgebiet Historische Bildungsforschung zu diesem Thema geführt wurden, können die Materialbasis sein, um unterschiedliche Aspekte des „Bildungsaufstiegs“ als wissenschaftlichen Hausarbeit im Rahmen des Staatsexamens für das Lehramt oder in einer Masterarbeit (L4) vertiefend zu bearbeiten.

Rekonstruktion von Biographien jüdischer Kinder und Jugendlicher in Nordhessen

Bisher sind die Namen von 180 jüdischen Kindern und Jugendlichen aus Kassel, die während des Nationalsozialismus ermordet wurden, bekannt. Über ihr Aufwachsen, ihre Schulzeit, ihre Freunde und das Familienleben ist nur wenig überliefert. In den Examensarbeiten sollen ausgewählte Biographien rekonstruiert und – abhängig von der gewählten Gruppe – in das Kinder- und Jugendleben oder in das Schulleben im Nationalsozialismus eingebettet werden.

Ergebnisse der Examensarbeiten sollen dem Verein Stolpersteine in Kassel e.V. http://stolpersteine.jimdo.com/, der sich gerade auch der Erinnerung an diese Gruppe verpflichtet fühlt, für seine Erinnerungsarbeit zur Verfügung gestellt werden.

Siedlungsprojekt "Hellauf" und Landschulheim "Vogelhof"

Der "Vogelhof" in Ehingen ist 1921 von Friedrich Schöll gegründet worden. Diese christlich-esoterische Gründung aus der Jugendbewegung umfasste das Siedlungsprojekt "Hellauf" und ein Landschulheim. In der NS-Zeit war die Einrichtung in die Arbeitslager-Organisationen einbezogen. Die Geschichte dieses Landschulheimes ist noch nicht geschrieben und die pädagogische Konzeption Friedrich Schölls ist noch nicht aufgearbeitet.

Erinnerungen an die Frauengymnastiksiedlung Schwarzerden

In den 1920er Jahren wurde in Schwarzerden in der Rhön (oberhalb von Gersfeld) im Geist der Jugendbewegung und der Frauenbewegung eine Frauengymnastiksiedlung gegründet. Schule und Siedlung erlebten eine wechselvolle Geschichte bis schließlich das Berufsfeld der Gymnastiklehrerin nicht weiter tragfähig war. Heute ist die Schule Schwarzerden eine Schule für Ergo- und Physiotherapie. Die wechselvolle Geschichte dieser Berufsbildungsinstitution Schwarzerden ist bisher in einigen wissenschaftlichen und populären Veröffentlichungen dargestellt worden. In der Examensarbeit soll der Frage nachgegangen werden, wie diese regionale Bildungsgeschichte öffentlich präsentiert werden kann.

Sowie weitere Themen aus dem Bereich "Bildungsreform in der Moderne"