Studienprofil Theologische Gespräche

Informationen zum Studienprofil "Theologische Gespräche"

Sie...

  • interessieren sich für theologische Fragen.
  • möchten als Religionslehrer*in einen an den Fragen und Bedürfnissen der Schüler*innen ausgerichteten Religionsunterricht gestalten.
  • wünschen sich Erfahrungen und Sicherheit für theologische Gesprächssituationen im Unterricht und darüber hinaus.
  • sind offen, sich mit ihren Mit-Studierenden auf einen Dialog über Glaubensfragen einzulassen.
  • sind bereit, sich intensiv mit einem oder mehreren ausgewählten Themen der Theologie aus religionspädagogischer Perspektive zu beschäftigen.

 

Ziele des Studienprofils

Mit dem Studienprofil „Theologische Gespräche“ bietet das Institut für evangelische Theologie Ihnen die Möglichkeit, sich innerhalb Ihres Regelstudiums auf freiwilliger und selbstverantwortlicher Basis individuell zur Thematik Theologischer Gespräche zu profilieren und hierdurch eigene berufsrelevante Akzente in Ihrer Ausbildung als Religionslehrkraft zu setzen. Abgestimmt auf Ihre persönlichen Interessen und Fähigkeiten, steht im Studienprofil dabei durchgängig die Entwicklung und Begleitung Ihrer Professionalisierung im Leiten Theologischer Gespräche im Vordergrund.

 

Aufbau und Bestandteile des Studienprofils

Der Großteil des Studienprofils besteht aus Modulen, die Sie im Rahmen des regulären Studiums absolvieren können. Sie belegen zunächst grundlegend die Vorlesung „Einführung in die Religionspädagogik“, beschäftigen sich hierin mit Ihrem persönlichen Profil guten Religionsunterrichts und lernen das didaktische Konzept der Kinder- und Jugendtheologie kennen. Im darauf aufbauenden Grundlagenseminar „Theologische Gespräche planen und analysieren“ beschäftigen Sie sich näher mit diesem Konzept, lernen Qualitätskriterien für gute Theologische Gespräche kennen und setzen sich intensiv auch mit persönlich bedeutsamen theologischen Fragen auseinander. Der praxisorientierte Schwerpunkt des Studienprofils bietet Ihnen schließlich vielfältige Gelegenheiten, um mit Kindern und Jugendlichen ins Theologisieren zu kommen. Durch intensive Reflexionen, die Sie begleitend mit studentischen Mentor*innen durchführen werden, können Sie sich dabei im Leiten Theologischer Gespräche beständig weiter professionalisieren. Abschließend wählen Sie mit dem „Praxisfeld +“ selbst ein religionspädagogisches Kurzpraktikum, in welchem Sie Ihre bisherigen Erfahrungen und Kenntnisse der Kinder- und Jugendtheologie eigenständig vertiefen und weiter entwickeln. Der Umfang sollte in etwa zwei bis drei Doppelstunden à 90 Minuten entsprechen. Möglich ist die Durchführung des Kurspraktikums etwa im Religionsunterricht oder im kirchlichen / außerschulischen Kinder- und Jugendbereich (z.B. Kindergottesdienst / Konfi-Gruppen / …).

Das gesamte Studienprofil hindurch begleitet Sie außerdem ein Portfolio, das Sie von Beginn an führen und in welchem Sie alle studienprofil-relevanten Veranstaltungen begleitend reflektieren.

 

 

Übersicht über Aufbau und Bestandteile des Studienprofils

Anmeldung zum Studienprofil

Sie können sich für das Studienprofil ab Beginn Ihres Lehramtsstudiums mit dem Fach evangelischer Theologie anmelden. Damit Ihr gewähltes Studienprofil Sie wirklich über Ihr gesamtes Studium hinweg begleitet, wird eine möglichst frühe Anmeldung direkt ab der Grundlagenvorlesung empfohlen. Spätestens mit Beginn des praxisorientierten Schwerpunktes sollten Sie die Anmeldung zum Studienprofil eingereicht haben.

Für die Anmeldung füllen Sie das Datenblatt „Anmeldung zur Teilnahme am Studienprofil ‚Theologische Gespräche‘“ aus und schreiben zusätzlich eine Einstiegsreflexion (~ 1 DIN A4 Seite) über Ihre Motivation zur Teilnahme am Studienprofil. Beides reichen Sie – ausgedruckt oder per Mail – bei folgender Person ein und besprechen die Dokumente ggf. in einem kurzen Eingangsgespräch:

Carolin Altmann (carolin.magdalena.altmann@gmx.de)

Raum 1139, Henschelstr. 2, 34127 Kassel

Abschluss des Studienprofils

Da das Studienprofil „Theologische Gespräche“ Sie Ihr ganzes Studium über begleiten soll, reichen Sie alle erforderlichen Unterlagen über die absolvierten Bestandteile des Studienprofils erst gegen Ende Ihres Studiums ein.

Hierzu zählen:

  • Das Portfolio, das Sie über das ganze Studienprofil hinweg begleitend geführt haben (ca. 12 – 15 DIN A4 Seiten)
  • Einen Nachweis über alle absolvierten und bestandenen religionspädagogischen Module Ihres regulären Studiums (am besten über einen HISPOS-Ausdruck oder eine Kopie der entsprechenden Seiten Ihres Studienbuches)

  • Den „Nachweis über das absolvierte Praxisfeld +“

Alle Unterlagen reichen Sie am Ende Ihres Studiums – ausgedruckt oder per Mail – bei oben genannter Person ein und besprechen diese ggf. mit ihr in einem kurzen Ausgangsgespräch. Die Unterlagen werden auf Vollständigkeit geprüft und können mit „bestanden“ oder „nicht bestanden“ bewertet werden, in letzterem Fall kann (inhaltlich) Fehlendes anschließend noch ergänzt und nachgereicht werden.
Sind alle Unterlagen eingereicht und inhaltlich / formell mit „bestanden“ bewertet, erhalten Sie abschließend einen Nachweis über Ihr absolviertes Studienprofil. Der Nachweis fasst erworbene Inhalte und Kompetenzen Ihres Studienprofils noch einmal prägnant zusammen.


Die Professionalisierung in Theologischen Gesprächen an der Universität Kassel

Die Professionalisierung in Theologischen Gesprächen bildet auch neben dem Studienprofil einen wichtigen roten Faden des Studiums der Evangelischen Religionspädagogik an der Universität Kassel. In verschiedenen Modulen werden Lehrveranstaltungen angeboten, die es Studierenden aller Lehrämter erlauben, ihre Kompetenzen gezielt zu entwickeln und zu erweitern.

Was ist ein Theologisches Gespräch?

In Theologischen Gesprächen werden theologische Grundfragen bearbeitet, die sehr oft von Kindern und Jugendlichen als existenzielle Fragen in den Religionsunterricht eingebracht werden: Ist Gott wirklich bei mir? Gibt es Gott überhaupt? Warum gibt es Leid? Ist der Glaube nur eine Illusion? Solche Fragen kommen oft überraschend und verlangen die Fähigkeit und Bereitschaft zur situativen Gesprächsführung, deren Grundlage vernetzte Fachkompetenzen und eine spezifische Haltung der Lehrperson bilden.

Kinder und Jugendliche werden in Theologischen Gesprächen als kompetente Gesprächspartner/innen  wahrgenommen, die Deutungen entwickeln, die wir als Lehrpersonen achten und würdigen wollen. Wir wollen sie aufgreifen und den Schüler/innen weiterführende Impulse anbieten. 
Im Prozess der Theologischen Gespräche bauen Kinder und Jugendliche ein biblisches und theologisches Grundlagenwissen auf, sie lernen, ihren eigenen Standpunkt zu entwickeln. Zwar sind sie sich dessen bewusst, dass dieser Standpunkt vorläufig ist, doch bringen sie ihn selbstbewusst und glaubwürdig ein.

Module der Professionalisierung

Die Module der Professionalisierung in Theologischen Gesprächen bauen gezielt aufeinander auf. Im Studienprofil Theologische Gespräche sind sie verpflichtend zu absolvieren. Wer das Studienprofil nicht in vollem Umfang belegt, kann dennoch an einzelnen Modulen teilnehmen.  

Konkretisierung der Module:

  1. Die Studierenden erwerben Grundlagenkompetenzen: Sie lernen Geschichte und Anliegen der Kinder- und Jugendtheologie kennen und arbeiten sich in wichtige Grundlagenliteratur ein. Sie erarbeiten die Rollen der Lehrkraft, führen erste Theologische Gespräche mit Kindern oder Jugendlichen und werten diese aus. Die Studierenden erkennen in diesem Prozess die Bedeutung vernetzter Fachkompetenz, die Bedeutung der kontinuierlichen Auseinandersetzung mit theologischen Grundfragen und die Wichtigkeit der Wahrnehmung des Gegenübers im Gespräch.
  2. Die Studierenden entwickeln ihre Kompetenzen in unterschiedlichen Bereichen weiter: An exemplarisch ausgewählten theologischen Grundfragen klären sie den eigenen Standpunkt, die Zugänge von Schüler/innen einer gewählten Schulstufe sowie die Perspektiven der Fachwissenschaft. Sie arbeiten damit an der Vernetzung ihrer theologischen Kompetenzen. Darüber hinaus erwerben die Studierenden Kompetenzen in der Planung, Durchführung und Analyse Theologischer Gespräche.
  3. Die Forschungswerkstatt markiert eine wichtige Etappe im Rahmen der Professionalisierung. Die Kompetenzen, die bislang weitgehend isoliert erworben wurden, werden nun in der realen Unterrichtspraxis vernetzt. Da sich Theologische Gespräche durch hohe Komplexität auszeichnen, bietet es sich in dieser Phase an, die Gespräche zunächst in einer überschaubaren Lerngruppe zu führen (durchschnittlich 6-10 SchülerInnen), die Unterrichtsstunden zu videographieren, gründlich auszuwerten (mit Hilfe des Nachträglichen Lauten Denkens und Transkripten von entscheidenden Passagen) und die gewonnenen Erfahrungen in die jeweils neue Unterrichtssituation einzubringen. So entsteht ein Zirkel von Aktion und Reflexion, den die Studierenden mit einer forschenden Haltung durchlaufen. Sowohl die Arbeit an den eigenen Kompetenzen als auch die Bearbeitung einer wichtigen Forschungsfragestellung der Kinder- und Jugendtheologie ist im Rahmen der Forschungswerkstatt gewährleistet. Der Unterricht wird an Kooperationsschulen durchgeführt. Mittlerweile konnten wir im Stadt- und Landkreis Kassel Kooperationsschulen aller Schulformen zur Mitwirkung gewinnen.
  4. Im abschließenden Modul vertiefen die Studierenden ausgewählte Fragestellungen bzw. gehen ihrer eigenen Forschungsfrage nach. D.h. die Studierenden bearbeiten aktuelle Forschungsliteratur zu ihrer gewählten Forschungsfragestellung. Sie entwickeln Hypothesen und prüfen diese im Rahmen einer empirischen Erkundung. Dabei legen sie ausgewählte Methoden qualitativer Unterrichtsforschung zu Grunde. Darüber hinaus werden im abschließenden Modul Unterrichtsstunden im Klassenverband geführt. Dies kann im Rahmen der eigenen empirischen Erkundung geschehen oder in anderen Projekten, die an Kooperationsschulen durchgeführt werden. Diese Projekte entstehen oftmals durch Wünsche der Lehrenden, die an einer Fortbildung zum Thema Theologische Gespräche teilgenommen haben und einen Einstieg mit ihrer Lerngruppe finden möchten. In Kooperation mit Studierenden des Abschlussmoduls können sie die von ihnen intendierten Projekte umsetzen. Dies können auch Projekte in Kirchengemeinden sein (Konfirmandenunterricht).

Das Logo der Religionspädagogik an der Universität Kassel

Das Logo der Religionspädagogik an der Universität Kassel ist im Kontext der Kinder- und Jugendtheologie entstanden:

  • Die vielen Farben zeigen, dass alle am Gespräch Beteiligten ihre Individualität einbringen, d.h. ihre Vorerfahrungen, Lebenskontexte, Fragen und Deutungen.
  • Daraus entsteht eine bunte Ganzheit, eine „runde Sache“, keine Farbe darf fehlen, denn jede/r trägt zum Gelingen der Gespräche bei, Schüler/innen wie Lehrperson.
  • In der Mitte des bunten Kreises sind die vier Professionalisierungsmodule   abgebildet. Sie gewährleisten eine prozessorientierte Gestaltung und forschende Haltung.


Einige Literaturhinweise

  • Kallies-Bothmann, Johanna/Kitzinger, Marie Sophie: Kinder- und Jugendtheologie. In: Karcher, Florian/Freudenberger-Lötz, Petra/Zimmermann, Germo (Hg.): Selbst glauben. 50 religionspädagogische Methoden und Konzepte für Gemeinde, Jugendarbeit und Schule. Neukirchen-Vluyn 2017, 38–53.
  • Büttner, Gerhard/Freudenberger-Lötz, Petra/Kalloch, Christina/Schreiner, Martin (Hg.): Handbuch Theologisieren mit Kindern. Stuttgart, München 2014.
  • Döhn, Raphael/Freudenberger-Lötz, Petra: Jugendtheologie. Der Kasseler Weg. In: RpB Heft 70/2013, 13-20.
  • Freudenberger-Lötz, Petra. Theologische Gespräche mit Jugendlichen. Erfahrungen – Beispiele – Anleitungen. München/Stuttgart 2012.
  • Reiß, Annike/Freudenberger-Lötz, Petra: Didaktik des Theologisierens mit Kindern und Jugendlichen. In: Grümme, Bernhard/Lenhard, Hartmut/Pirner, Manfred L. (Hg.): Religionsunterricht neu denken. Innovative Ansätze und Perspektiven der Religionsdidaktik. Ein Arbeitsbuch. Stuttgart 2011.
  • Freudenberger-Lötz, Petra (Hg.): Beiträge zur Kinder- und Jugendtheologie. Kassel 2008ff. Online einsehbar unter: https://www.upress.uni-kassel.de/katalog/schriftenreihe.php?Jugendtheologie.htm
  • Freudenberger-Lötz, Petra, Theologische Gespräche mit Kindern. Untersuchungen zur Professionalisierung Studierender und Anstöße zu forschendem Lernen im Religionsunterricht. Stuttgart 2007.
  • Bucher, Anton A./Büttner, Gerhard/Freudenberger-Lötz, Petra/Schreiner, Martin (Hg.): Jahrbuch für Kindertheologie. Stuttgart 2002ff.


Im Universitätsverlag „kassel university press“ gibt Petra Freudenberger-Lötz die Reihe „Beiträge zur Kinder und Jugendtheologie“ heraus. Die Reihe dient der Veröffentlichung von  Examensarbeiten und Dissertationen zur Kinder- und Jugendtheologie (alle Bände sind online einsehbar).