Hinweise zu Hausarbeiten

Bewertungskriterien für wissenschaftliche Hausarbeiten und Abschlussarbeiten

Wissenschaftliche Hausarbeiten und Abschlussarbeiten werden nicht nur nach inhaltlichen, sondern auch nach formalen Kriterien bewertet. Die inhaltliche Seite schlägt mit 80 %, die formale mit 20 % zu Buche.

Die EINLEITUNG einer Hausarbeit (10 %) sollte nicht aus einer Paraphrase des Inhaltsverzeichnisses bestehen. Begleiten Sie ihr eigenes Schreiben hier und auch in späteren Kapiteln nicht kommentierend, indem Sie darlegen, was Sie geschrieben haben oder noch schreiben werden. Schreiben Sie nicht über sich selbst und Ihr Schreiben, sondern konzentrieren Sie sich nur auf den Gegenstand Ihrer Arbeit. Vermeiden Sie das "Ich".

Die Einleitung sollte

  • eine wissenschaftlich interessante, relevante und begründete Fragestellung beinhalten, die sich idealer Weise aus der Forschungsliteratur herleitet
  • eine (literatur)wissenschaftliche Methodik und
  • einen schlüssigen Aufbau Ihrer Arbeit erkennen lassen.

 

Im HAUPTTEIL (60 %) der Arbeit, der sich üblicher Weise aus zwei oder drei Kapiteln zusammensetzt, sollten Sie Biographien, Inhaltsangaben und jegliches Allgemein- bzw. Lexikonwissen vermeiden. Die Arbeit ist ein Fachtext, ein Text von Spezialisten für Spezialisten. Meiden Sie deswegen Internetwissen, populärwissenschaftliche oder esoterische Literatur. Digitalisierte Texte und Quellen dürfen selbstverständlich benutzt werden.

Hier wird bewertet,

  • ob die Auswahl der Texte (Primär- und Sekundärliteratur) wissenschaftlichen Anforderungen genügt (zum Thema gehörige, aktuelle oder relevante Literatur),
  • ob die Analyse und Interpretation der Texte richtig ist (Methode),
  • ob sich Sie sich von der reinen Inhaltswiedergabe (von Primär- und Sekundärtexten) lösen und wissenschaftlich reflektieren können,
  • wie gut die Qualität der Argumentation ist,
  • ob eine genügende Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur stattfindet (Faustregel: dreimal pro Seite zitieren, pro geschriebener Seite ein Werk der Sekundärliteratur: d.h. 15 Seiten Hausarbeit: 15 zitierte Werke der Sekundärliteratur),
  • ob die Forschungsliteratur umfassend, adäquat und repräsentativ ausgewählt wurde.

 

Im ERGEBNISTEIL der Arbeit (10 %) geht es nicht darum, Ihre eigene Meinung wiederzugeben. Auch sollten Sie hier nicht lediglich die Ergebnisse des Hauptteils wiederholen.

Ein gutes Fazit reflektiert die Ergebnisse der Arbeit in einem größeren wissenschaftlichen Kontext oder stellt die wissenschaftliche Relevanz dieser Ergebnisse dar. Versuchen Sie, Ihr Fazit nicht "Fazit" zu nennen, sondern einen aussagekräftigen, am Inhalt ausgerichteten Titel zu finden.

 

Für die FORMALE UND SPRACHLICHE BEWÄLTIGUNG (20 %) von Hausarbeiten beachten Sie bitte folgende Hinweise. Es besteht eine Beziehung zwischen Inhalt und Form: Formal schlechte Arbeiten sind in aller Regel auch inhaltlich schlecht und umgekehrt.

  • Verwenden Sie einen klaren wissenschaftlichen Stil ohne Pathos, Emotionen und Erlebnisberichte.
  • Es wird vorausgesetzt, dass germanistische Haus- und Abschlussarbeiten keine grammatischen oder orthographischen Fehler enthalten. Sollte sich zeigen, dass die Grundregeln der deutschen Zeichensetzung nicht beherrscht werden, wird die Arbeit mit "ungenügend" bewertet.
  • Zitate bzw. einzelne Wörter in alter Orthographie werden nicht mit einem "sic" gekennzeichnet.
  • Zitierweise und Form der bibliographischen Angaben erfolgen nach einem üblichen – möglichst nicht dem amerikanischen – Schema. Achten Sie auf Einheitlichkeit. Anmerkungen beginnen mit einem Großbuchstaben und enden mit einem Punkt.
  • Achten Sie auch auf die richtige Verwendung von Druckzeichen:
    • Unterscheiden Sie zwischen dem Halbgeviertstrich (dem langem Gedankenstrich: –) und Viertelgeviertstrich (dem kurzem Bindestrich: -).
    • Setzen Sie bzw. unterdrücken Sie Leerzeichen an den richtigen Stellen (z.B. beim Schrägstrich: 1964/65 oder vor der Seitenangabe einer Fußnote: Bd. 2, S. 10),
    • Verwechseln Sie nicht einfache Ausführungszeichen mit Apostrophen oder Akzenten.
  • Lassen Sie sich nicht von unsinnigen Autokorrekturen, schlechten Formatvorgaben (insbesondere Zeilenabständen und Einzügen) und anderen Automatismen der Schreibprogramme irritieren. Am besten, Sie verzichten auf automatische Gliederungen, Formate oder Abstände.