Sektion 19

Geschichte und Gegenwart der romanistischen Fachdidaktik und Lehrerbildung in deutschsprachigen und ro-manophonen Kontexten

Sektionsleitung: Daniel Reimann (Essen)

Ansprechpartner: Daniel Reimann
(geschichtedidaktik.romanistentag2019@gmx.de)

Die romanistische Fachdidaktik oder Fremdsprachenforschung hat sich inzwischen innerhalb der Romanistik und in der deutschsprachigen Hochschullandschaft weitgehend als eigenständige romanistische Teildisziplin neben Linguistik, Literatur- und Kulturwissenschaft etablieren können. Eine „Fachgeschichte“ dieser Teildisziplin ist indes noch zu schreiben. Angesichts der Tatsache, dass die modularisierten Lehramtsstudiengänge inzwischen weitestgehend eingeführt sind und somit der grundlegende Ausbau der Disziplin zumindest in institutioneller Perspektive in seiner aktuellen Etappe, die zu einer beinahe flächendeckenden Einführung (auch romanistisch-) didaktischer Professuren geführt hat, weitgehend abgeschlossen ist, bietet es sich an, bei einem Romanistentag zum Thema „Wiederaufbau, Rekonstruktion, Erneuerung“ den Versuch zu unternehmen, Aspekte und Momente der Fachgeschichte in diskursgeschichtlicher und in institutionengeschichtlicher Perspektive genauer zu untersuchen. Die Wechselwirkungen zwischen Romanistik und Lehrerbildung ziehen sich wie ein roter Faden durch die Fachgeschichte: einerseits steht die Institutionalisierung der Romanistik in engem Zusammenhang mit der Einrichtung einer wissenschaftlichen Lehrerbildung an den Universitäten im 19. Jahrhundert und Bedürfnisse der Schule wirkten sich auch auf die Programme der Universitäten aus, zugleich gaben die Fachwissenschaften immer wieder Impulse für die Weiterentwicklung des Fremdsprachenunterrichts. Eine Fachdidaktik als – u.a. – zwischen beiden Sphären vermittelnde Disziplin und eine Fremdsprachenforschung romanistischer Prägung mit ihr eigenen Fragestellungen haben sich indes erst verhältnismäßig spät entwickelt. Die hier nur kurz angedeuteten Interdependenzen und die Entstehung einer eigenständigen Disziplin in Einzelaspekten zu untersuchen, soll Aufgabe dieser Sektion sein. Die Historiographie der Fachdidaktik/Fremdsprachenforschung ist innerhalb der deutschen Romanistik noch weniger stark ausgeprägt als die Historiographie des Fremdsprachenunterrichts. Zwar gibt es punktuell Beiträge der Fachgeschichte gerade aus der Frühzeit der Disziplin, die auch die Lehrerbildung berücksichtigen, doch sind diese meist eher aus der Perspektive der philologischen Teildisziplinen verfasst. Beiträge dieser Sektion können sich z.B. mit folgenden Fragestellungen und Quellen befassen:

–       Quellen des 19. Jahrhunderts zur Rolle der Lehrerbildung an Universitäten und Seminaren

–       Fachdidaktik und Lehrerbildung in den romanischen Sprachen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

–       Einzelaspekte in frühen Handbüchern der Didaktik und Methodik v. a. des Französischunterrichts

–       Konstitution der wissenschaftlichen Fachdidaktik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

–       Geschichte der Studienseminare in den romanischen Sprachen in einer bestimmten Region

Status quo und Perspektiven der ersten, zweiten und dritten Phase der Lehrerbildung in den romanischen Sprachen.