Aktuelles

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Veranstaltungen

Diversity Woche an der Universität Kassel

Wann? 28. September bis 02. Oktober 2020

In der Diversity Woche finden spannende Vorträge und Workshops zu folgenden Themen statt: Rassismus, Klassismus, Diversity, Trans* und Elternschaft, Queere Vielfalt, Critical Whitness, Empowerment für BIPoC

Die Teilnahme an dem Programm ist kostenlos.

Anmeldung und Programm


Convivial Thinking: Reading Circle

Trying to build some togetherness in times of “social distancing”.  All welcome!

We’ll be reading and discussing excerpts of Linda Tuhiwai Smith’s work on “Decolonising Methodologies”

Please check here for information to the upcoming sessions.


Call for Papers

Finanzialisierung und Entwicklungspolitik in der Krise

Für die Ausgabe der Zeitschrift 'Peripherie' (erscheint im August 2021) werden um Beiträge zum Thema "Finanzialisierung und Entwicklungspolitik in der Krise" gebeten.

Spätestens seit dem Ausbruch der nordatlantischen Finanzkrise von 2007/2008 ist „Finanziali­sierung“ zum geflügelten Wort geworden. Der Begriff versucht zugleich einen Prozess sowie eine neue Phase des Kapitalismus zu fassen, in der seit den 1970er Jahren Finanzmärkte (wie­der) eine dominante Rolle im globalen Akkumulationsregime einnehmen. Dabei wird insbe­sondere der rapide Aufstieg von neuen Akteuren des Schattenbankensystems betont, etwa Hedge‑ und Pensionsfonds, die unter anderem durch die neoliberale Politik der Deregulierung und Privatisierung sowie weltweit wachsender Vermögensungleichheit riesige Geldsummen über den Erdball schieben. Dies hat gleichzeitig eine Zentralisierung auf wenige Firmen der globalen Vermögensverwaltung zur Folge

Insbesondere Finanzprodukte wie Derivate haben zu diesem Aufstieg beigetragen. Diese Innovationen ermöglichen es, dass nicht nur die Vermögenswerte im eigenen Besitz, sondern auch die mit ihnen verbundenen Marktrisiken wie die Veränderung von Zinsraten, Aktienwer­ten oder Rohstoffpreisen gehandelt werden können. Andere Finanzinstrumente, etwa die Ver­briefung von Krediten, die im Zuge der Subprime-Krise in den USA bekannt wurden, ermög­lichen beispielsweise, Schuldtitel, z.B. Immobilien‑, Studien‑, oder Mikrokredite, in gebün­delter Form als Vermögenswerte an Investoren weiterzuverkaufen. Dass beide Innovations­formen nicht nur hohe Profitmöglichkeiten in sich bergen – und damit zur weltweiten Ungleichheit beitragen –, sondern das globale Finanzsystem insgesamt instabiler werden las­sen, zeigte sich nicht zuletzt in der oben genannten Finanzkrise.

Die Ausbreitung von Finanzlogiken und ‑instrumenten hat in den vergangenen Jahren nicht nur Unternehmen gezwungen, ihre Profite im Sinne der Anteilseigner*innen zu maxi­mieren. Vielmehr sind sie in Form von Austeritätspolitik und der zunehmenden Verschuldung lohnabhängiger Haushalte auch in die hintersten Winkel von Staat und Gesellschaft vorge­drungen. Auch vor Programmen zu nachhaltiger Entwicklung in Ländern des Globalen Südens macht dieser Trend keinen Halt. Trotzdem sind Beiträge zum Verhältnis von Finan­zialisierung und Entwicklungspolitik im deutschsprachigen Raum bislang verhältnismäßig rar gesät. Dies ist in mehrfacher Hinsicht verwunderlich.

Zum einen haben sich Akteur*innen und Dynamiken der internationalen Finanzmärkte in den vergangenen Jahren zunehmend in entwicklungspolitische Diskurse und Programme ein­geschrieben. Seit einigen Jahren werben die Weltbank und andere führende Akteure der inter­nationalen Entwicklungspolitik unter dem Slogan „Maximizing Finance for Development“ dafür, das Potenzial der Finanzmärkte zu nutzen, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) zu erreichen. Statt auf die Finanzierung durch die internationale Staatengemeinschaft in Milliardenhöhe zu setzen, soll die staatliche Entwicklungsfinanzierung vielmehr genutzt werden, um ein Vielfaches an Kapital von privaten Unternehmen und institutionellen Fonds anzulocken. Für diese wiederum gibt es gute Gründe, in die Finanzierung entwicklungspoliti­scher Projekte und Programme einzusteigen. Denn laut Weltbank belaufen sich die Gewinn­aussichten in so genannten Entwicklungsländern auf ca. 12 Billionen (1012) US$, beispiels­weise durch Beteiligungen an Infrastrukturprojekten, Investitionen in das Gesundheits‑ und Bildungssystem oder in die Landwirtschaft.

Zum zweiten zählen deutsche und europäische Institutionen, beispielweise die Kredit­anstalt für Wiedersaufbau (KfW), die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) oder die Europäische Investitionsbank (EIB), zu zentralen Akteuren, die Verbindungen zwi­schen Entwicklungspolitik und globalem Finanzwesen suchen. So ist die GIZ in die Beratung, Finanzierung und Umsetzung von Projekten zu „finanzieller Inklusion“ aktiv, in denen „arme Haushalte“ in das formelle Finanzsystem eingebunden werden sollen, etwa über den Zugang zu Mikrokrediten, Versicherungen oder Zahlungsdiensten. Bereits vor dem Ausbruch der letz­ten großen Finanzkrise ist die Bundesregierung führend – zunächst innerhalb der G7/8, später innerhalb der G20 – daran beteiligt, Finanzmärkte in so genannten Entwicklungsländern zu vertiefen und Investitionen auch in diesen Ländern für Schattenbanken attraktiver zu machen. Der 2017 unter G20-Präsidentschaft Deutschlands verabschiedete „Compact with Africa“ ist in diese Bestrebungen einzuordnen.

Für Länder des Globalen Südens stellen sich durch die zunehmende Vertiefung globaler Finanzmärkte sowie ihrer entwicklungspolitischen Flankierung Fragen zu alten Abhängigkei­ten und neuen Herausforderungen. Die mit der Finanzialisierung einhergehende vertiefte In‑Wert-Setzung (Kommodifizierung) von sozialer Infrastruktur und sozialer Reproduktion verstärkt nicht nur Ungleichheiten und Existenznöte, sie schränkt zunehmend auch den „policy space“ eigenständiger Entwicklungsoptionen weiter ein. Darüber hinaus vertieft die Finanzialisierung von Entwicklungspolitik die Interessenswidersprüche in den jeweiligen Ländern selbst – durch die Privatisierung von Pensionsfonds oder heimischen Anlagemög­lichkeiten für die vermögenden Klassen entsteht auch ein inländisches Interesse an hohen Dividenden und Zinszahlungen. Die Abhängigkeit von Weltbank und Internationalem Wäh­rungsfonds vertieft sich, wenn sich EZ‑Projekte nicht als „bankable“ erweisen und globale Risikofinanziers einspringen müssen.

Mit dem Ausbruch der Covid-19‑Pandemie Ende des Jahres 2019 spitzen sich solche Widersprüche weiter zu. Auch internationales Kapital, welches in den vergangenen Jahren in Anleihemärkte und Unternehmen in Ländern des Globalen Südens investiert wurde, wird aktuell vermehrt abgezogen und vermag so Krisentendenzen zu verstärken. Die Hoffnung, dass inländische Investoren als Krisenanker fungieren, erweist sich als Trugschluss.

Vor diesem Hintergrund möchte das geplante Heft unterschiedliche Perspektiven auf das widersprüchliche und krisenhafte Verhältnis von Finanzialisierung und Entwicklungspolitik vereinen. Dabei sind sowohl theoretische als auch empirische Beiträge willkommen. Wir begrüßen insbesondere Artikel, die sich der skizzierten Leerstellen sowie der aktuellen Kri­sentendenzen annehmen. Texte zu den folgenden Themenfeldern und Fragestellungen sind erwünscht:

  • Institutionen der EZ: Welche Interessen und Akteure begründen das Eintreten für die Vertiefung von Finanzmärkten im Globalen Süden und welche neuen nationalen und internationalen Koalitionen werden sichtbar? Welche Rolle kommt der deutschen bzw. europäischen (Entwicklungs‑)Politik dabei zu?

  • Instrumente: Welche Finanzierungsinstrumente wurden in den vergangenen Jahren oder werden aktuell entwickelt (z.B. strukturierte Fonds, Green Bonds, Derisking, Verbriefung von Haushaltsschulden/Mikrokrediten), und was sind ihre konkreten entwicklungspoliti­schen Implikationen?

  • Geopolitik: Was sind die geopolitischen Implikationen der Finanzialisierung von Entwick­lungspolitik? Inwiefern werden koloniale und imperiale Herrschaftsverhältnisse durch Schulden fortgeschrieben, erneuert oder herausgefordert? Wie hängt die Vertiefung von Finanzmärkten mit Machtverhältnissen in globalen Wertschöpfungsketten zusammen?

  • Krisentendenzen: Welche Widersprüche und Krisentendenzen zeichnen sich durch die entwicklungspolitisch forcierte Vertiefung von Finanzmärkten ab? Wie werden diese durch die aktuelle Corona-Pandemie ausgelöst oder verstärkt?

  • Soziale Reproduktion/Ökologie/Staatlichkeit: Wie werden unterschiedliche Bevölke­rungsgruppen sowie gesellschaftliche Naturverhältnisse durch die zunehmende Finanzia­lisierung regiert? Wie schreibt sich diese Entwicklung in staatliche Institutionen ein, und was sind die Auswirkungen dieser veränderten Staatlichkeit? Wie wird das alltägliche Leben durch Finanzialisierung überformt und kommodifiziert? Wie verändert sich das Transformationskonzept der SDGs im Zuge von Finanzialisierung?

  • Widerstand/Transnationale Solidarität: Welche Strategien erarbeiten sich soziale Bewe­gungen und andere zivilgesellschaftliche Akteure in unterschiedlichen geographischen Kontexten zur zunehmenden Verschuldung und zur wachsenden Abhängigkeit von Finanzmärkten? Welche Potenziale und Formen transnationaler Solidarität birgt die Kritik am globalen Finanzkapitalismus?

Redaktionsschluss für Artikel ist der 28. Dezember 2020.

Manuskripte, Rücksprachen zu möglichen Beiträgen und weitere Fragen richten Sie bitte an info@zeitschrift-peripherie.de.


Heritage activism, memory politics and the decolonial turn: haunted and haunting bodies, spaces and histories

Graduate School, Arts at Aarhus University

Date: 14.01 - 16.01.2021

The material and immaterial legacies of colonialism are numerous in former colonized territories as well as in Europe. While formal or external colonialism, defined by the transfer of people from metropole to colony in settlements of overseas territories (Oldfield 2018), has largely come to an end, coloniality persist for example in forms internal colonialisms, within academic disciplines,  and in bordering practices  – the biopolitical and geopolitical management and fencing of people, land, flaura and fauna within a nation actualized by the global Covid-19 virus (Ndlovu-Gatsheni 2013 , Yuval-Davis, Wemyss, Cassidy 2019). The persistence of structural inequalities between the Global North and South, as well as the (re)entrenchment of aspects of a colonial imaginary of inferior, backward and disposable others, has lead scholars such as Walter Mignolo and Maria Tlostanova to argue that the decolonial agenda remains relevant in a myriad of cultural, social and political contexts. Decolonizing agendas within contemporary heritage and memory activism, knowledge production, heritage landscapes, cultural institutions, city-spaces, and arts have indeed increasingly come to the fore in recent years. Today the imperative to decolonize not only concerns territories and histories of coloniality, but also the post-colonial entangled afterlives between former colonizers and colonized. It is an agenda present in various societal spheres around the globe fueled by the ambition to oppose structural as well as everyday racism, let silenced actors speak, make ‘invisiblized’ bodies publicly visible, and to critizise the rejection, exclusion or incarceration of bodies and subjects marked by the colonial past – such as those of the migrants and refugees currently pushing against Europe’s increasingly fortified borders. But this colonial imaginary is not restricted to processes and subjects geographically outside Europe or the West, but also emerges in the form of various ‘internal colonizations’ (Etkind 2011, Glowacka-Grajper 2019), in which majority populations believes themselves to be under theat of colonization - e.g. by stronger geopolitical powers (Russia, the US, China or the EU). Likewise the colonial imaginary also emerges internally in the form of what Madina Tlostanova terms the construction of “problem-people” (Tlostanova 2018). While she is primarily thinking of the post-Soviet bodies of Eastern Europeans conceived as ‘problems’ by Western Europe, the same kind of gesture is certainly discernable in the othering and racializing of minority groups such as the Romas, Jews, Muslim immigrants, people of African decent or indigenous minorities within metropoles such as Greenlanders, Sami, Native Americans or Canadians and Aboriginal Australians.  

In this Ph.D course we welcome young scholars studying coloniality and decoloniality in all spheres, as well as studies on the different forms and meanings in particular political and cultural contexts, including strategic uses of the terms to achieve nationalist and other identity political ends.

More information and registration: https://phdcourses.dk/Course/74252


Globalisierungskritik postkolonial

Für die Ausgabe 161 (erscheint im Frühjahr 2021) der Zeitschrift Peripherie werden um Beiträge zum Thema "Globalisierungskritik postkolonial" gebeten. 

Seit über 20 Jahren machen weltweit Protestbewegungen auf die fatalen Auswirkungen einer neoliberalen Globalisierung aufmerksam. Oft als Globalisierungskritik bezeichnet, artikulieren sich diese Proteste insbesondere im Widerstand gegen die Institutionen der globalen politischen Ökonomie wie die Weltbank, den Internationalen Währungsfonds und die Welthandelsorganisation.  Großereignisse  der  globalisierungskritischen  Bewegungen  wie  die  Gipfelproteste  in  Seattle (1999), in Prag (2000), in Genua (2001) oder das erste Weltsozialforum in Porto Alegre (2001) sind bis heute in der kollektiven Erinnerung vieler Aktivist*innen verankert.Die kritisierten Internationalen Organisationen haben unter anderem als Reaktion auf die Proteste eine Vielzahl an Reformen durchgeführt, die von einer Öffnung gegenüber NROen bis  zu  Rechenschaftsmechanismen  für  Betroffene  von  sogenannten  Entwicklungsprojekten  reichen.  Während  die  wissenschaftliche  Auseinandersetzung  diese  institutionellen  Reformen  zwar begleitet hat, sind kritische Arbeiten zum Zusammenhang zwischen globaler Protestbewe-gung und institutionellen Reformen rar gesät. Insbesondere postkoloniale Perspektiven fehlen weitgehend. Das überrascht umso mehr, als sich postkoloniale Studien bereits seit Beginn der 1990er Jahre – also parallel zur globalen Protestbewegung – ebenfalls einer Kritik der Nord-Süd-Verhältnisse verschrieben haben. Mit „Globalisierungskritik postkolonial“ suchen wir damit nach einer kritischen Ergänzung des politikwissenschaftlichen Forschungsstands zur globalen Protestbewegung und institutionellen Reformprozessen, z.B. durch einen Fokus auf koloniale Kontinuitäten und die Analyse mittels postkolonialer Konzepte wie „Othering“ und subalterne Repräsentation. Darüber hinaus möchten wir zur (selbst)kritischen Reflexion von Nord-Süd-Asymmetrien innerhalb der globalen Protestbewegung einladen.

Wir freuen uns über Beiträge zu folgenden Fragen:

-Was  haben  die  globalisierungskritischen  Proteste  bis  heute  erreicht?  Welche  ihrer  Ziele  haben  sie  bislang  verfehlt?  Welche  Akteure  und  sozialen  Gruppen  sind  wo  an  welchen  globalisierungskritischen Protesten beteiligt? Wie werden die Proteste lokal, national und international wahrgenommen?

-Wie „global“ oder wie „weiß“ waren und sind die Protestbewegungen? Welche Nord-Süd-Asymmetrien gibt es innerhalb der Bewegungen und wie werden sie verhandelt?

-Wessen Forderungen und Kritiken wurden in Reformen aufgenommen und welche nicht? Welchen Einfluss haben die umgesetzten Reformen auf gegenwärtigen Politiken?

-Welche Rolle spielen Prozesse der Kooptation, Aneignung und des „Silencing“ von und innerhalb der Bewegungen? Wie gehen Aktivist*innen und Bewegungen damit um?

-Welche  konzeptionellen  Möglichkeiten  und  Herausforderungen  ergeben  sich  aus  einer  postkolonialen Perspektive auf Globalisierungskritik?

Redaktionsschluss für Artikel ist der 10. August 2020.

Manuskripte, Rücksprachen zu möglichen Beiträgen und weitere Fragen richten Sie bitte an info@zeitschrift-peripherie.de. Weitere Hinweise für Autor*innen stehen auf unserer Website unter http://www.zeitschrift-peripherie.de zum Herunterladen bereit.


Stellenausschreibungen

Decolonization and Epistemologies of the Global South (University of Bayreuth)

The Chair of Epistemologies of the Global South at the University of Bayreuth invites applications for a part-time position (50 %) for a Doctoral Researcher (m/f/d) in the Study of Decolonization and Epistemologies of the Global South to commence on 1 October 2020 or as soon as possible after this date. The contract period will be four years. If the personal and collectively agreed conditions are met, the salary will fall into the pay grade E 13 TV-L. The doctoral researcher will be given the opportunity pursue her/his degree within the Bayreuth International Graduate School of African Studies (BIGSAS).

The closing date for applications is 20 August 2020.

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Ausschreibungen

Critically Examining Race, Racism and Decolonisation (PhD Studentship)

PhD Studentship

The Faculty of Arts and Social Sciences of 'The Open University' has available one full-time PhD studentship funded by the Research and Evaluation budget. It is a collaborative award with Access, Participation and Success on ‘Critically examining race, racism and decolonisation at The Open University.’

The funding is for UK students only.

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Veröffentlichungen & Beiträge

Buchpräsentation "Epistemische Gewalt. Wissen und Herrschaft in der kolonialen Moderne"

Am 1. Juli 2020 fand eine Online-Präsentation und -Diskussion des Buches "Epistemische Gewalt. Wissen und Herrschaft in der kolonialen Moderne" von Claudia Brunner statt.

>> Ansehen auf YouTube

Außerdem ein Interview mit Claudia Brunner und Auszüge der Buchpräsentation (s.o.).

>> Anhören auf cba


"Wir haben den Kolonialrassismus nie aufgearbeitet"

Ein Interview mit Franziska Müller und Aram Ziai über koloniale Spuren in Nordhessen.

>>> Lesen auf hessenschau.de


It is time to abandon “development” goals and demand a post-2030 Utopia

Following the critique, by Brecht De Smet, of the inherent shortcomings of the development paradigm, Julia Schöneberg and Mia Kristin Häckl argue for a post-2030 Utopia that starts now. They propose to ‘un-develop’ the Global North and to start from a multitude of radical alternatives from below.

>>> Read here



Blog Entries on Convivial Thinking

See the latest entries of the blog series "World Stories from the Margins" on Convivial Thinking by clicking here.


Antisemitismus, Rassismus und postkoloniale Studien. Drängende Fragen zur „Causa Mbembe“ (Aram Ziai)

In dem Text „Postkoloniale Theoretiker: Leerstelle Antisemitismus“ in der taz vom 25./26. April1 werfen Saba-Nur Cheema und Meron Mendel dem kamerunischen und in Südafrika lehrenden Historiker Achille Mbembe Antisemitismus vor und werfen den postkolonialen Studien Ignoranz gegenüber Antisemitismus und ein manichäisches Weltbild vor. Beide Thesen halte ich für problematisch.

Vorab, zur Klarstellung und zur Vermeidung von Frontenbildung: Wir alle sind durch unsere Sozialisation u.a. mit rassistischen und antisemitischen Argumentationsmustern in Berührung gekommen und reproduzieren sie, wenn wir uns nicht selbstkritisch mit ihnen auseinandersetzen. Antisemitismus ist auch heutzutage ein brandgefährliches gesellschaftliches Problem, das weithin unterschätzt wird, und in manchen Fällen ist Israelkritik tatsächlich ein Ventil für antijüdische Ressentiments. Doch genau wie in der Critical Whiteness schießen auch in der Antisemitismusforschung manche Leute übers Ziel hinaus und urteilen zu schnell, zu pauschal und zu scharf. So wie hier: Cheema und Mendel weisen darauf hin, dass Mbembe die israelische Palästinenserpolitik mit der Apartheidpolitik Südafrikas vergleicht bzw. gleichsetzt und das alttestamentarische Prinzip „Auge um Auge“ ursächlich mit „Zerstörungsideologien“ auf der Welt verknüpft. Es braucht schon eine recht weite, vielleicht zu weite Definition, um dies als hinreichend für Antisemitismus anzusehen, aber es ist nicht komplett aus der Luft gegriffen. Unredlich wird es allerdings, wenn die Autor_innen Mbembe unterstellen, für seine Art von Israelkritik sei „das Problem … die schiere Existenz des Judenstaats“. In dem von ihnen zitierten Artikel in der ZEIT schreibt Mbembe unmissverständlich: „das Existenzrecht Israels ist grundlegend für das Gleichgewicht der Welt“.2

Man könnte jetzt natürlich einwenden, Mbembe sei durch die Unterstützung der BDS-Kampagne überführt, da er 2015 ein Vorwort für ein Buch verfasst hat, dessen Erlös einer BDS-Gruppe gespendet wurde.3 Zwar bestreitet auch BDS nicht offen das Existenzrecht Israels, fordert aber das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge und BDS-Vertreter_innen haben zumindest das Ende Israels als jüdischer Staat und eine Einstaatenlösung gefordert. Die Indizienkette ist jedoch lang und Mbembes gegenteilige Aussage eindeutig. Warum die Autor_innen dies nicht zur Kenntnis nehmen, bleibt ihr Geheimnis. Ebenso, warum sie bei der Problematisierung des Apartheid-Vergleichs nicht berücksichtigen, dass in Südafrika israelkritische Positionen aus einer Tradition des Widerstands gegen einen Staat stammen, der das Atomwaffenprogramm des Apartheid-Regimes unterstützte. Stattdessen stellen sie seine Äußerungen in einen anderen, vermeintlich „kolonialen“ Kontext: „deutsche Israelfeinde, die sich zur Legitimation ihrer Abneigung Schützenhilfe aus Südafrika einfliegen lassen“. Agency auf seiten Schwarzer Menschen? Fehlanzeige.

Wenn jedoch das Bekenntnis zum Existenzrecht Israels so eine wichtige Rolle einnimmt, drängt sich die Frage auf, was mit dem Existenzrecht eines palästinensischen Staates ist, der seit Jahrzehnten von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung eingefordert wird, aber in der Debatte eine scheinbar untergeordnete Rolle spielt. Dies wird bisweilen gerechtfertigt mit dem Verweis darauf, dass die Existenz des Staates Israel die Konsequenz aus der Shoah (und davor schon jahrhundertelanger Verfolgung in Europa) war und somit einen besonderen Stellenwert hat. Doch wären dann nicht die Europäer_innen und an erster Stelle die Deutschen verpflichtet gewesen, den jüdischen Menschen Land abzutreten und ihnen einen eigenen Staat zu ermöglichen? Warum wurde stattdessen das den Palästinenser_innen versprochene Land weggenommen? Natürlich gab es auf jüdischer Seite den berechtigten Wunsch nach einer Heimat in Jerusalem. Aber den gab es auch auf palästinensischer Seite. Warum sollten arabische Menschen für die Verbrechen der Europäer_innen (v.a. der Deutschen) Vertreibung erleiden? Wer hat das überhaupt entschieden? Palästina war britisches Mandatsgebiet. Die Entstehung eines jüdischen Staates hat also nicht nur mit dem Krieg arabischer Staaten gegen Israel einerseits und mit britischen außenpolitischen Interessen und der zionistischen Bewegung andererseits zu tun, sondern auch mit Kolonialismus. Davon ist allerdings in der Debatte selten die Rede. Aus postkolonialer Perspektive zeigt sich hier ein wiederkehrendes Muster in der europäischen Öffentlichkeit: ein blinder Fleck.

Es trifft zu, dass der Apartheid-Vergleich problematisch ist, weil arabischstämmige bzw. nichtjüdische Menschen in Israel weitaus mehr Bürgerrechte genießen als Schwarze im rassistischen Südafrika bis zum Anfang der 1990er (wenn auch keine völlige rechtliche Gleichstellung). Es trifft allerdings auch zu, dass die israelische Besatzungspolitik die Kritierien der UN-Apartheidkonvention durchaus erfüllt und völkerrechtswidrig und menschenverachtend ist (letzteres sind Anschläge der Hamas auf israelische Zivilist_innen übrigens auch). Und es trifft zu, dass tatsächlich auffällig ist, wie oft die israelische Besatzungspolitik in der Weltöffentlichkeit kritisiert wird, im Vergleich zur chinesischen Besatzungspolitik in Tibet, oder der marokkanischen in der Westsahara. Auch hier wird mit zweierlei Maß gemessen.

Aber wenn wir in der deutschen Medienlandschaft über zweierlei Maß reden, drängt sich auch die Frage auf: wenn der sehr dünne Antisemitismusbefund im vorliegenden Fall für eine „Causa Mbembe“ (taz) ausreicht, warum haben wir dann keine Causa Martenstein oder Posener oder Stein? Alle drei Journalisten haben in den letzten Jahren in angesehenen deutschen Tageszeitungen den Kolonialismus und Imperialismus samt seiner auf Rassismus gegründeten Willkürherrschaft verharmlost und zu rehabilitieren versucht, mit sehr viel eindeutigeren Äußerungen.4 Kein Skandal, nirgends. Aus Perspektive der postkolonialen Studien bleibt zu hoffen, dass es ihn wenigstens gäbe, wenn einer der drei einen Frantz-Fanon-Preis bekommen sollte.

Genau diese postkolonialen Studien werden von Cheema und Mendel in dem Beitrag scharf kritisiert. Mbembe stehe emblematisch dafür, dass sie Israel dämonisierten und unfähig seien, Antisemitismus als Problem ernst zu nehmen. Denn sie verstünden ihn ganz überwiegend als „nur eine andere Form von Rassismus“. Dies wird von ihnen offenbar als eine Abwertung empfunden, die das „Einzigartige“ am Antisemitismus ignoriert. Nun ist es in der Tat so, dass die Konstruktion der Andersartigkeit von jüdischen Menschen anders geprägt ist als die von muslimischen oder afrikanischen Menschen: „die Juden“ seien habgierig und einflussreich. Aber wie soziologische Theorien über „middlemen minorities“ (ethnische Minderheiten, die primär im Handel und Gewerbe tätig sind bzw. sein mussten) aufzeigen, ist dies gar nicht so weit weg von der Art, wie chinesische Menschen in Südostasien und indische Menschen in Ostafrika diskriminiert werden: als reiche Parasiten. Sicher, es gibt auch die Vorstellung von Übermacht und Verschwörung im Antisemitismus. Aber finden sich nicht auch Ähnlichkeiten in der Vorstellung eines Pakts von Eliten und Muslimen zum Bevölkerungsaustausch in Deutschland?

Doch auch wenn sich Antisemitismus von allen anderen Formen des Othering unterschiede: warum können verschiedene Arten von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit nicht alle gleichberechtigt mitsamt ihrer Spezifika analysiert werden, wie in der vergleichenden Völkermordforschung?5 Warum soll es eine Abwertung sein, Antisemitismus „nur“ als eine Form von Rassismus zu begreifen? Warum muss hier eine Sonderrolle reklamiert werden? Eine Sonderrolle, die auch in den Schlagwörtern „Singularität des Holocaust“ und „Zivilisationsbruch Auschwitz“ zum Ausdruck kommt. Aimé Césaire vertrat die These, dass die Shoah vom weißen Europa nur deswegen als so schockierend empfunden worden sei, weil die Nazis weiße Europäer_innen rassistischen Praktiken unterwarfen, die vorher nur auf nichtweiße Menschen in Afrika, Asien und Amerika angewandt worden sein.6 Sind einige Opfer „gleicher als andere“?

Wenn, wie Cheema und Mendel schreiben, einige postkoloniale Theoretiker_innen Verständnis für Selbstmordattentate gegen israelische Zivilist_innen äußern, ist dies kritikwürdig. Hieraus jedoch eine „einseitige Parteinahme gegen Israel“ der ganzen Disziplin abzuleiten, ist nicht plausibel, ebensowenig wie die pauschale Behauptung einer „Leerstelle“ im Bereich Antisemitismus oder eines „manichäischen Weltbilds“. In den Sammelbänden „Die Dämonisierung der Anderen. Rassismuskritik der Gegenwart“ und „Postkoloniale Politikwissenschaft“ setzen sich jeweils gleich mehrere Artikel auch mit Antisemitismus auseinander.7 Und postkoloniale Theoretiker_innen wie Stuart Hall oder Homi Bhabha haben sehr deutlich auf die Rolle der Kolonisierten und Ambivalenzen im kolonialen Diskurs hingewiesen, fernab von den unterstellten simplen Zweiteilungen in Unterdrücker und Unterdrückte.8

Woher rührt also die einseitig negative Wahrnehmung der postkolonialen Studien, die ja auch von rechter Seite neuerdings als akademischer Hauptfeind ausgemacht werden?9 Antisemitismus konstruiert Menschen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit als anders und legitimiert ihre Abwertung und Ausgrenzung, ähnlich wie andere Rassismen. Linke Wissenschaftler_innen beider Felder kämpfen insofern gegen bzw. für die gleiche Sache. Kritik an Verkürzungen und blinden Flecken der jeweils anderen Seite – vermeintlichen oder tatsächlichen – sollte dies nicht aus den Augen verlieren.

 

Aram Ziai lehrt im Fachgebiet Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien an der Universität Kassel. Er dankt Bilgin Ayata, Daniel Bendix und Franziska Müller für hilfreiche Kommentare.


⁵ Z.B. Chalk, Frank/Jonassohn, Kurt 1990: The History and Sociology of Genocide. Analyses and Case Studies. New Haven: Yale University Press und Fein, Helen 1990: Genocide: A Sociological Perspective, in: Current Sociology 38 (1), 1-126.

⁶ Césaire, Aimé 1968 (1955): Über den Kolonialismus. Berlin: Wagenbach, S. 12.

⁷ Castro Varela, Maria do Mar/Mecheril, Paul (Hg.) 2016: Die Dämonisierung der Anderen. Rassismuskritik der Gegenwart. Bielefeld: Transcript. Ziai, Aram (Hg.) 2016: Postkoloniale Politikwissenschaft. Theoretische und Empirische Zugänge. Bielefeld: Transcript.

⁸ Bhabha, Homi 2000: Die Verortung der Kultur. Tübingen: Stauffenburg. Hall, Stuart 1994: Rassismus, Kultur und Identität. Ausgewählte Schriften 2. Hamburg: Argument.


"Gerechtigkeit aus Sicht des Südens" - Ein Podcast mit Franziska Dübgen

Ein 36-Minütiger Podcast auf Deutschlandfunk Kultur zum Thema "Gerechtigkeit aus Sicht des Südens".

In ihrem Beitrag kritisiert Franziska Dübgen das Ausblenden von Ursachen der Armut in Ländern des Globalen Südens, welche im Zusammenhang mit den Folgen des europäischen Kolonialismus stehen. Gleichzeitig geht Sie auf alternative Konzeptionen von Gerechtigkeit und Gesellschaft ein, die die westliche Sichtweise produktiv herausfordern.

jetzt anhören


Härten aber kein Völkermord. Deutscher Kolonialismus aus der Perspektive der AfD

AfD_und_Kolonialismus.pdf

Von Aram Ziai.


Neoliberale Mythen. SPIEGEL-Kolumne verwechselt Freiheit mit Freihandel

von Aram Ziai

In dem Artikel „WTO: Trump ist nur der Vollstrecker der Antiglobalisierungsbewegung“ (Aufgerufen am 9.2.2020) zeichnet der Autor und SPIEGEL-Kolumnist Henrik Müller – Professor für Wirtschaftsjournalismus an der TU Dortmund, vorher Vizechefredakteur des Manager Magazins – ein verzerrtes Bild sowohl von der Welthandelsorganisation (WTO) als auch von den globalisierungskritischen Protesten gegen sie. Seine These ist, dass der „Niedergang der liberalen Weltordnung“, personifiziert in Donald Trump, mit der Globalisierungskritik der späten Neunziger und der „erste[n] große[n] Antiglobalisierungsdemo“ zum WTO-Gipfel in Seattle 1999 begann. Seither sei der Multilateralismus allgemein und die WTO, die laut Müller „die Wirtschaftsgroßmächte einbremsen und eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung begründen sollte, indem sie allgemeinen Regeln zur Geltung verhälfe“, zugrunde gerichtet worden. Diese These ist aus mehreren Gründen problematisch und sogar falsch.

Zunächst wandte sich die globalisierungskritische Protestbewegung der 1990er nie gegen Globalisierung oder Multilateralismus oder Liberalismus per se, sondern gegen eine neoliberale Globalisierung der Weltwirtschaft im Interesse multinationaler Unternehmen. Die fehlende Differenzierung zwischen politischem Liberalismus (individuelle Freiheitsrechte) und wirtschaftlichem Liberalismus (Freihandel) ist eine gezielte Verschleierung. Sie lässt die Gegner*innen einer Globalisierung der Weltwirtschaft – die im globalen Wettbewerb Arbeitsrechte und Umweltschutz zu Standortnachteilen erklärt – als Gegner*innen der Freiheit schlechthin erscheinen. Dass die Protestbewegung bereits 1998 mit einem globalen Aktionstag in über 30 Städten auf fünf Kontinenten gegen die Ministerkonferenz in Genf demonstriert hat (und auch schon 1988 gegen den Gipfel von Weltbank und IWF in Berlin 80.000 Menschen auf die Straße gingen), sei nur am Rande erwähnt.

Vor allem aber sollte die WTO nie „die Rechte der Stärkeren begrenzen“, wie Müller behauptet. Im Gegenteil: sie war eine Manifestation der Kräfteverhältnisse im Welthandel und setzte die Rechte der Stärkeren durch. Sichtbar ist dies daran, dass sie im Unterschied zum Vorgänger, dem Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (GATT) auch den Bereiche der Dienstleistungen umfasste, der den Banken, Versicherungen und Unternehmen des Nordens besonders am Herzen lag. Die WTO ist dabei der „Nicht-Diskriminierung“ verpflichtet, d.h. sie verpflichtet zur Gleichbehandlung von lokalen und ausländischen Akteuren – auch wenn letztere ungleich kapitalkräftiger und wettbewerbsfähiger sind und die einheimische Konkurrenz vom Markt drängen. Es wird zweitens auch sichtbar in dem für den Süden wichtigen Bereich der Agrarsubventionen, in dem die WTO zwar Liberalisierungen in Aussicht stellte, de facto aber durch Ausnahmeregelungen („green box“ und „blue box“) den Industriestaaten des Nordens weiterhin erlaubte, ihre Landwirte und Agrarkonzerne mit umfangreichen Zahlungen vor der Konkurrenz aus dem Süden zu schützen bzw. ihnen sogar Dumpingexporte ermöglichte. Durch Dumpingexporte aus der EU sank der Marktanteil einheimischer Geflügelbäuer*innen in Ghana zwischen 1992 und 2001 von 95% auf 11%. Hunderttausende verloren ihre Existenz durch die angeblich segensreiche Wirkung der Marktöffnung. Auch im Bereich des geistigen Eigentums fand die globale Durchsetzung von Patentrechten v.a. im Interesse nordamerikanischer und europäischer Pharmaunternehmen statt. Die verheerenden Auswirkungen zeigten sich beispielsweise darin, dass sich durch das Verbot günstiger Generika die Preise für HIV-Medikamente in Südafrika vervielfachten. Erst durch die lang anhaltenden Proteste der Treatment Action Campaign konnte der WTO (in der Doha Declaration 2001) abgetrotzt werden, dass bei Ausrufung eines Gesundheitsnotstands der Import von Generika doch erlaubt wurde.

Die Beispiele für die negativen Konsequenzen der WTO-Regeln könnte noch weiter geführt werden. Die Kritik am Freihandel ist hierbei in keiner Weise eine Unterstützung von Trumps Handelspolitik: weder das eine noch das andere Konzept hat arbeitsrechtliche oder ökologische Ziele, von einer grundlegenden Umorientierung der Weltwirtschaft ganz zu schweigen. Dass auch im Jahre 2020 noch das neoliberale Märchen von den Segnungen des Freihandels erzählt wird, ist tragisch, aber leicht erklärbar: die von Müller mitverfasste Studie, auf die er sich beruft, wurde von der Bertelsmann-Stiftung finanziert.

 

Aram Ziai ist Professor für Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien an der Universität Kassel und Leiter der Nachwuchsforschungsgruppe „Protest und Reform in der globalen politischen Ökonomie aus postkolonialer Perspektive“ der Hans-Böckler-Stiftung.


"Entkolonialisierung" - ARTE-Doku in drei Teilen

Eine ARTE-Doku erzählt in drei Teilen die Geschichte der Dekolonisierung.
Im Mittelpunkt stehen dabei die Kämpfe der Unterdrückten gegen die europäischen Mächte.

Alle Teile der Reihe sind Online verfügbar

>>> jetzt ansehen


"Concerning Violence" jetzt online verfügbar auf Homepage der Bundeszentrale für politische Bildung

Der Film "Concerning Violence" ist ein Rückblick auf die afrikanischen Befreiungsbewegungen und deren gewaltvoller Konfrontation mit den Kolonialmächten. Der Filmemacher nutzt dabei Archivmaterial, welches schwedische Fernsehjournalisten und Dokumentarfilmer in den Jahren von 1966 bis 1984 in Afrika aufgenommen haben. Die Bilder werden kombiniert mit Texten des Dekolonialismus-Vordenkers Frantz Fanon aus dessen Buch "Die Verdammten dieser Erde".

 

Zum Film


"Post-Development: Entwicklungspolitik abwickeln oder anpassen?" - Beitrag von Aram Ziai im International Development Blog des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik

Unter dem Namen „Post-Development“ werden Entwicklungstheorie und –politik grundlegend in Frage gestellt, weil sie eurozentrisch, entpolitisierend und autoritär seien. Was könnte die Entwicklungspolitik aus dieser Kritik lernen, wenn sie sich nicht selbst abschaffen will?

Vor nunmehr einem Vierteljahrhundert erschien unter dem Titel „Wie im Westen so auf Erden“ ein Sammelband, der die Grundlagen der Entwicklungstheorie erschüttern würde. Die AutorInnen wollten die Idee der „Entwicklung“ nicht verbessern, indem sie ihre mangelhafte Umsetzung kritisierten, sondern das ganze Paradigma in Frage zu stellen. Sie riefen sogar das Ende der „Entwicklungsära“ aus und etablierten die sogenannte Post-Development Schule in der Entwicklungstheorie. Aus welchen Gründen?

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„Willkommen in Zhengistan, ÄthiopierInnen!“ Postkoloniale Perspektiven auf Entwicklungspolitik: Antrittsvorlesung zur Heisenberg-Professur Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien an der Universität Kassel von Aram Ziai

Am 18. April 2017 trat Aram Ziai die Heisenberg-Professur "Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien" an der Universität Kassel mit seiner Antrittsvorlesung zum Thema "Postkoloniale Perspektiven auf Entwicklungspolitik" an.

 

Die Antrittsrede zum Nachlesen finden Sie hier.

zum Artikel in der Frankfurter Rundschau