Forschung
Arbeitsschwerpunkte
- Selbstzeugnisse der Frühen Neuzeit
- Körper- und Medizingeschichte/ Wissensgeschichte
- Geschlechtergeschichte
- Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft
Dissertationsprojekt
ERZÄHLWEISEN DES SELBST: Körper-Wissen und Leib-Praktiken in den Briefen
Liselottes von der Pfalz (1652-1722) (Erstbetreuung: Prof. Dr. Renate Dürr; abgeschlossen 01/2013)
Wie kaum ein anderer Quellenkorpus eröffnet die außergewöhnlich umfangreiche Korrespondenz Liselottes von der Pfalz die Möglichkeit, Schreiben als Selbstvergewisserungspraktik zu untersuchen. Diese Funktion wird besonders in der Auseinandersetzung mit dem Körper, mit Vorstellungen von Krankheit und Gesundheitsbewusstsein deutlich, die die Briefe wie ein roter Faden durchzieht. Mit ihrem ‚Körper-Wissen‘ und ihrer alltäglichen leiblichen Praxis argumentierend positionierte Liselotte sich selbst in ihren Briefen im sozialen Gefüge und in konkreten zwischenmenschlichen Beziehungen. Auf diese Weise stilisierte sie den Körper zum Medium ihres Lebensentwurfes – zum Ausdruck ihrer Auffassungen von kulturräumlichen Differenzen, Geschlechtervorstellungen sowie der ständischen Ordnung.
The voluminous correspondence of Liselotte von der Pfalz offers an outstanding possibility to study writing as an everyday practice of self-reassurance. This function becomes particularly evident in Liselotte’s examination of bodily issues, her idea, perception and consciousness of illness and health, as these are major threads throughout her letters. Referring to her bodily knowledge and her daily practices Liselotte positioned herself in the social sphere and in concrete interpersonal relationships. In this way her body becomes a medium for her conception of life – an expression for her perception of the different cultural spaces, the gender roles and the social order.


