Forschungsprojekte

Politische Tiergeschichte des Dritten Reiches

Ausgehend des von mir entwickelten Ansatzes einer Politischen Tiergeschichte, deren Anliegen es ist, tierspezifische Projektionen aufzudecken und die hinter den Projektionen liegende gesellschaftliche Verhandlungsmatrix auszuleuchten, untersucht das Projekt die Rolle von Pferden und Hunden, Rindern und Schweinen, sogenannten Wild- und sogenannten Zootieren für die Verhandlungen von Inklusions- und Exklusionsmechanismen des NS-Staates. Anhand eines breiten Quellenkorpus, der sowohl Verwaltungsakten, populäre Tierbücher wie auch ideologische Grundsatztexte führender Nationalsozialisten umfasst, wird untersucht, inwiefern sich eine sichtbare Schneise zwischen den semiotischen Bildern, etwa des Hundes als Kameraden, und der materiellen Seite der Tiernutzung zog. Erläutert werden sollen hier jedoch auch die politischen Grundbegriffe, etwa dem der Volksgemeinschaft, die nicht nur die menschliche Gesellschaft des NS-Staates, sondern eben auch interspezifische Verhältnisse beeinflussten.

Animals and Race

Dieses Projekt, welches gemeinsam mit Dr. Silke Hackenesch von der Universität Köln betrieben wird, geht der Frage nach der kritischen gegenseitigen Befruchtung von Critical Race Theory und Human-Animal-Studies nach. Empirische Grundlage bietet die Verwendung von Schäferhunden zur Bekämpfung der Proteste der Bürgerrechtsbewegung in den USA der 1950er und 1960er Jahre.

Werner Fischel und die Etablierung der Tierpsychologie

Untersucht wird die Institutionalisierung des Faches der Tierpsychologie an deutschen Universitäten. Insbesondere der 1941 eingerichtete Lehrstuhl für Tierpsychologie an der Universität Leipzig, der mit Werner Fischel besetzt wurde, wird hier auf seine Verquickung mit militärstrategischen Überlegungen hin betrachtet.