Jugendreporter*innen Seminar Medienwochenende

Nichts für uns ohne uns!

...ist eine bekannte Forderung der Kinderrechtsbewegung, aber auch der Titel des aktuellen Jugendreporter*innenseminars des Fachgebietes "Didaktik der politischen Bildung", dass in Kooperation mit dem Verein Die Kopiloten e.V. veranstaltet wird. Ziel des Seminars ist es, ein Medienprojekt mit politikdidaktischem Hintergrund für verschiedene Lerngruppen (Grundschule bis Berufsschule) zu entwickeln und in der Schulpraxis durchzuführen. Dabei kann auf langjährige Erfahrungen aus vielen bisherigen Kinder- und Jugendreporter*innenseminaren zurückgegriffen werden.

1. Projektphase: Konzeptions- und Planungsphase

Projektkonzeption? - Worum geht's?

Der erste Schritt auf dem Weg zur Realisierung eines erfolgreichen Unterrichtsprojektes ist die Konzeptions- und Planungsphase. Was ist eigentlich das Politische in der Politischen Bildung? Welches Verständnisse von "Politik" existieren? Welche unterschiedlichen didaktischen Leitbilder treffen in der politischen Bildung aufeinander? Erziehung zum Verfassungs- und Institutionenstaat oder macht- und herrschaftskritische Bildung? Was bedeutet eigentlich Projektarbeit in der Politischen Bildung? Was sind Gelingensbedingungen aber auch Hürden? Welche konkreten (Lern-)Ziele sollen im Rahmen des Projekts verfolgt werden und wird es eigentlich thematisch gehen? Diese und andere Fragen sind in der Phase der Projektplanung von zentral.

Medienpraxis erfordert Kompetenzen und Fähigkeiten!

Da es sich bei dem Projekt um ein Medienprojekt handelt, müssen auch Studierenden sicher mit Hard- sowie Software agieren können. Zur Projektentwicklung gehört somit auch ein Blockwochenende, an dem die Studierenden gemeinsam mit den Dozierenden Kassel verlassen und sich auf dem Mosenberg in Wabern-Falkenberg ganz der Medienpraxis widmen. Ein Wochenende lang werden die technischen Kompetenzen, der Umgang mit I-Pads, Kameras und Schnittprogrammen trainiert sowie Kenntnisse im Bereich von Dramaturgie und Interviewtechniken erworben. So auch dieses Semester vom 25.11-27.11.

Impressionen des Workshopwochenendes

Die heiße Phase: Konkretplanung des Unterrichts

Am Ende der Konzeptions und Planungsphase steht, nachdem eine Partnerschule für die praktische Durchführung des Projekts gefunden wurde und ein erstes Kennenlernen der Lerngruppe im Rahmen einer Hospitation stattgefunden hat, die Konkretplanung der jeweiligen Unterrichtsstunden.  

Die Projektpraxis erfolgt in diesem Durchlauf zum ersten mal mit Schüler*innen einer Berufsschule. In einem Zeitraum von insgesamt 5 Wochen (ca. 16 Unterrichtsstunden) arbeiten die Studierende der Universität Kassel gemeinsam mit Lernende der Max-Eyth-Schule. Das Thema der Unterrichtseinheit: Fake News!

Planungsarbeit für die Unterrichtspraxis im Projektseminar - In Kooperation zwischen der Universität Kassel und "Die Kopiloten e.V."

2. Projektphase: Schulische Praxisphase

Die Studierenden planen und unterrichten während der Praxisphase eigenverantwortlich im fünfwöchigen Zeitraum in der Mechatroniker*innenklasse der Max-Eyth-Schule. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf die Schaffung eines Lernsettings, welches ein gleichermaßen produktives wie kooperatives Arbeiten und Lernen ermöglicht. Anknüpfend an den Interessen der Lernenden erfolgt die thematische Auswahl der konkreten Unterrichtsinhalte. Dabei spielen im Unterricht, besonders mit Blick auf die Anfertigung von eigenen Clips und Kurzfilmen, Praxisphasen eine wichtige Rolle. Der sichere Umgang mit Tablets, Schnittprogrammen, Einstellungsgröße uvm. gehört dabei zum Handwerkszeug.

Praxistets: Filme schneiden mit iMovie!
Praxistest: Tonspur synchronisieren!

3. Projektphase: Abschlussveranstaltung und Evaluation

Unter dem Motto "Alles Fake, oder was?!" präsentierten die Schüler*innen der Max-Eyth-Schule am Sonntag den 23. April 2017 ihre Kurzfilme der interessierten Stadtöffentlichkeit. Die Veranstaltung fand in den Räumlichkeiten des Kulturhauses Dock 4 statt. Die Veranstaltung wurde von Schülern der Projektklasse moderiert. Armin Ruda, der Leiter des Offenen Kanals Kassel und Arno Koch, der Schulleiter der Max-Eyth-Schule sowie Helga Weber, ehrenamtliche Stadträtin (B90/Grüne), sprachen die Grußworte zur Eröffnung der Veranstaltung und würdigten darin das Engagement der Schüler*innen. Bei Getränken und Snacks klang der Abend aus.