Sprungkraftdiagnostik

Die Analyse des Sprungkraftvermögens wird im Biomechaniklabor des Instituts für Sport und Sportwissenschaft der Universität Kassel durch eine Standardsprungkraftdiagnose durchgeführt. Dabei werden bei drei unterschiedlichen Sprungformen (Squat-Jump, Countermovement-Jump, Drop-Jump) die Bodenreaktionskräfte über eine dreidimensionale Messdruckplatte (Kistler, Winterthur) aufgezeichnet und in einem Computer-Programm durch verschiedene Kennwerte (einbezüglich einer Abschätzung der Körperschwerpunkt-Erhöhung durch eine Flugzeit-Verfahren und ein Impulsverfahren) parametrisiert.

Squat-Jump

Der Squat-Jump kennzeichnet einen Vertikalsprung, der aus einer gehockten Körperposition ausgeführt wird. Der Oberkörper ist vor dem Sprung leicht nach vorn gebeugt, so dass der Hüft- und Kniewinkel bei etwa 90 Grad liegt. Die Hände sind während des gesamten Sprunges in der Hüfte fixiert, um den Einfluss der Arme zur Impulsverstärkung zu minimieren. Aufgabe der Versuchspersonen ist es, aus der Ruhe und ohne eine einleitende Ausholbewegung maximal noch oben zu springen.

Countermovement-Jump

Der Countermovement-Jump kennzeichnet einen Vertikalsprung mit Ausholen, der aus einer aufrechten Körperposition eingeleitet wird und durch einen Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus (DVZ) charakterisiert ist. Die Ausholbewegung soll zügig nach unten bis zur Ausgangsposition des Squat-Jumps ausgeführt werden. Die Hände sind während des gesamten Sprunges in der Hüfte fixiert, um den Einfluss der Arme zur Impulsverstärkung zu minimieren. Aufgabe der Versuchspersonen ist es, aus dem aufrechten Stand nach einer einleitenden Ausholbewegung maximal noch oben zu springen. Mit dieser Sprungform wird die Reaktivkraftfähigkeit für eine selbst-initiierte Dehnung der Beinstreckmuskulatur abgeschätzt.

Drop-Jump

Der Drop-Jump kennzeichnet einen Tief-Hoch-Sprung, der aus einer vorgegebenen Niedersprunghöhe ausgeführt wird und durch einen Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus (DVZ) charakterisiert ist. Die Niedersprungbewegung soll von der Unterlage so ausgeführt werden, dass der Körperschwerpunkt vor dem freien Fall möglichst wenig nach unten abgesenkt wird. Die Hände sind während des gesamten Sprunges in der Hüfte fixiert, um den Einfluss der Arme zur Impulsverstärkung zu minimieren. Aufgabe der Versuchspersonen ist es, nach dem Niedersprung möglichst prellend und ohne ein Durchschlagen der Ferse nach oben zu springen. Mit dieser Sprungform wird die Reaktivkraftfähigkeit für eine fremd-initiierte Dehnung der Beinstreckmuskulatur abgeschätzt.