Die Laubenganghäuser in Dessau-Törten

Rekonstruktion und Analyse der Planungs-, Bau- und Nutzungsgeschichte des Projektes des Bauhauses Dessau unter der Leitung von Hannes Meyer

Peterholzstraße 48
Mittelbreite 14

Die bislang kaum erforschten Laubenganghäuser in Dessau Törten sind  wichtigstes und neben dem zerstörten Haus Nolden einziges realisiertes Bauvorhaben der Bauabteilung des historischen Bauhauses. In ihnen manifestiert sich das Konzept des Bauhauses, forschende Lehre mit Praxis zu verbinden, und im Unterricht praktische Gestaltungsaufgaben zu bearbeiten und umzusetzen. Zugleich sind die Laubenganghäuser ein wichtiger Beitrag zur damaligen Debatte über die Wohnung für das Existenzminimum und zur städtebaulichen Debatte um moderne Bebauungsform. Nach Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1930 realisiert, stehen sie für den Beginn einer neuen Phase des modernen Bauens: Aus einer bewussten Ablehnung der sich inzwischen verfestigten formalen und stilistischen Konventionen des Bauens suchten Meyer und die beteiligten Lehrer und Studierenden eine konsequente Orientierung an Wirtschaftlichkeit und Gebrauch, was u.a. zu Verwendung lokaler Baustoffe (Ziegel), neuer Techniken (etwa Zentralheizung, Müllschlucker) und modernen, gemeinschaftlichen Wohnungstypologien führte.

 

Am 9.Juli 2017 wurden die Laubenganghäuser in Dessau-Törten in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Sie zählen jetzt, wie auch die Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bernau, zur Welterbestätte Bauhaus.