Publikationen

Marke Bauhaus 1919-2019. Der Sieg der ikonischen Form über den Gebrauch

Nicht Funktion und Gebrauch zeichnen das Bauhaus aus, sondern Symbolik. Ob Quadrat, Dreieck oder Kreis, ob Wagenfeld-Lampe, Schlemmer-Kopf oder weisse Kuben mit Flachdach: Das Bauhaus hat ikonische Bildzeichen und einen Stil kreiert, der weder funktional noch sozial ist, aber visuell prägnant.

Bauhaus-Gründer Walter Gropius zielte von Anfang an darauf, aus dem Bauhaus eine Marke zu entwickeln – mit Erfolg. Sei es in Konsum, Politik oder Kultur: Mehr als achtzig Jahre nach seiner Schliessung ist das Bauhaus präsenter als je zuvor. Es ist inzwischen zu einer partizipativen Marke geworden, die nicht mehr zentral gesteuert werden kann, sondern an der unzählige Produzenten und Konsumenten mitgeschrieben haben. Das einstige Verspechen nach Funktionalität und sozialer Verpflichtung bleibt dabei allerdings uneingelöst. Das Buch von Philipp Oswalt, ehemaliger Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, widmet sich anhand zahlreicher Bildbeispiele und gehaltvoller Texte dieser prominenten Markenbildung und -verwendung.

Scheidegger & Spiess, 2019

ISBN 978-3-85881-620-7

100 Jahre Moderne in Hessen. Von der Reichsgründung bis zur Ölkrise. Ein Architekturführer

herausgegeben von Kai Buchholz und Philipp Oswalt

Vielen gelten Flachdach, weiße Fassaden und große Glasflächen, also der sogenannte Bauhausstil, als Kennzeichen moderner Architektur. Zum 100-jährigen Jubiläum der international beachteten Institution rückt der einzigartige Architekturführer diese einseitige und verkürzte Sichtweise zurecht. Denn maßgeblicher als das äußere Erscheinungsbild ist die Entwicklung neuer Bautypen – ob Bahnhöfe oder Shoppingcenter, Firmensitze oder Museen, Tierparks oder Atomkraftwerke. Am Beispiel repräsentativer Bauten Hessens deckt er Hintergründe auf und macht sie erlebbar. Das Spektrum reicht von Ernst Mays Frankfurter Wohnhaus über das Kernkraftwerk Biblis, Metzendorfs Bauten für die Odenwaldschule und die Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne in Neustadt bis zum Zoologischen Garten in Frankfurt. So zeigt sich, dass hinter der Gestaltung moderner Lebenswelten Architekten stehen, deren unterschiedliche Menschen- und Gesellschaftsbilder – in Stein, Beton, Stahl oder Glas gegossen – unseren Alltag bis heute maßgeblich prägen. Die anschauliche Gliederung nach Bautypen sowie zahlreiche Abbildungen, Landkarten und Gebäudegrundrisse machen den Band zu einer anregenden Lektüre.

Jovis, 2019

ISBN 978-3-86859-583-3

Can Design change Society? Project bauhaus/arch+

herausgegeben von Christian Hiller, Angelika Hinterbrandner, Anh-Linh Ngo, Philipp Oswalt

Birkhäuser, 2019

bauhaus/documenta. Vision und Marke

Bauhaus und documenta sind zwei global erfolgreiche kulturelle Marken, die für ein weltoffenes, innovatives und modernes Deutschland stehen. Entstanden sind beide vor dem Hintergrund von Zivilisationsbrüchen, und beide stehen exemplarisch für die Idee der emanzipativen Kraft von Kunst und Kultur. Die Parallelbetrachtung zeigt ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede, die sich teils komplementär gegenüberstehen: Hier Massenartikel und alltäglicher Umgang, dort die Begegnung mit einmaligen Kunstwerken; hier die Idee eines Universalismus, dort die Differenzerfahrung; hier die Gestaltung von Konsumgütern, dort die Kritik am kapitalistischen Konsum. Die Publikation behandelt in kritischen Essays sowie ausgewähltem Originalmaterial grundlegende, aber oft übersehene Dimensionen der beiden Kulturmarken, über deren Profil gegenwärtig wieder kontrovers debattiert wird. Das Buch erscheint zur gleichnamigen Ausstellung in der Neuen Galerie Kassel, 24. Mai bis 8. September 2019.

herausgegeben von Birgit Jooss, Philipp Oswalt, Daniel Tyradellis

spector books, 2019

ISBN 978-3-95905-299-3

Hannes Meyer neue Bauhauslehre. Von Dessau bis Mexiko

herausgegeben von Philipp Oswalt

Bauwelt Fundamente, Band 164

Hannes Meyer hat als zweiter Bauhausdirektor die von Walter Gropius und den frühen Meistern begründete Bauhauspädagogikwesentlich verändert und neu konzipiert: Das Prinzip „Volksbedarf statt Luxusbedarf“ löste das in die Krise geratene Konzept „Kunst und Technik – eine neue Einheit“ von 1923 ab. Meyer verfolgte eine Versachlichung und Demokratisierung der Bauhauslehre, die Kooperation mit der Industrie und die Einbeziehung wissenschaftlichen Arbeitsweisen in den Entwurfsprozess. Im Rahmen einer projektorientierten Lehre realisierten nun Studierende Bauprojekte und industrielle Produktionen. Das Buch stellt dieses Lehrkonzept erstmals detailliert vorgestellt und geht seinen Wirkungen nach: auf Studierende, aber auch auf Nachfolgeschulen wie die Hochschule für Gestaltung in Ulm.

Birkhäuser Verlag, 2019

ISBN 978-3-0356-1724-5

Hannes Meyer. Im Streit der Deutungen

herausgegeben von Thomas Flierl und Philipp Oswalt

Der Band wirft einen neuen Blick auf Hannes Meyer – dem zweiten Bauhausdirektor in Dessau, der 1930 politisch aus dem Amt gedrängt wurde. Das Buch dokumentiert anhand von Faksimiles programmatischer Schriften, wie der engagierte Architekt und Sozialist seine Idee des Bauhauses seit Antritt als Bauhausdirektor bis zu seinem Tode kommuniziert hat. Zum anderen untersuchen internationale Experten in einer Folge von Essays, wie Meyers Positionen sich veränderten und in unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Kontexten diskutiert und rezipiert wurden. Hierbei spiegelt sich nicht nur das Potenzial der Ideen von Hannes Meyer, sondern es dokumentiert auch eine Geschichte des Wechselverhältnisses zwischen Architektur und Politik anhand einer der streitbarsten Positionen der Avantgarde des 20. Jahrhunderts. In dem Band erscheinen erstmalig extrem unzugängliche Originale deutscher bzw. bisher nicht ins Deutsche übertragener Bauhauskataloge als Reprints.

spector books, 2018

ISBN 978-3959051507

Gastredaktion Themenheft Zeitschrift Arch+ Nr. 233: Norm-Architektur. Von Durand zu Bim

(Gemeinsam mit Jan Bovelet, Kilian Enders, Alexandra Nehmer und Anh-Linh Ngo)

November 2018

 

Ruhrmoderne 1967/2017 - Ein kurzer Sommer der Utopie in Marl

Nirgends sonst in Deutschland gibt es eine solche Dichte großartiger und gleichzeitig fataler Bauten der Nachkriegsmoderne wie im nördlichen Ruhrgebiet: neugeschaffene Städte und Stadtzentren, experimentelle Wohnstrukturen, bautechnische Experimente, innovative Mobilitätskonzepte und vieles mehr. Exemplarisch für diese Ruhrmoderne ist die ehemalige Hauptschule in Marl, die für den Sommer 2017 in „Marschall 66“ transformiert wurde. Hundert Studierende, Berufsschülerinnen und -schüler, Lehrende Künstlerinnen und Künstler gestalteten das acht Jahre leer stehende Gebäudefür die Skulptur Projekte Münster 2017 zum temporären Museum um. Während des Programms 100 Stunden Brutalismus wurde es für einen kurzen „Sommer der Utopie“ Ideenlabor, Diskursplattform, Architekturwerkstatt und Hotel.

Hrsg. von Theo Deutinger, Philipp Oswalt, Timo Panzer, 386 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen

Kassel University Press, Juli 2018

ISBN 978-3-7376-0486-4

€ 18,-

Auszug aus der Publikation

Tomás Saraceno: Flying Plaza, Work Journal 2012-2016

herausgegeben von Philipp Oswalt

In recent years the Argentinian artist Tomás Saraceno has become known around the world for his vision of cloud cities — flying, ostensibly livable structures that people can move around freely in. »Flying Plaza« presents a conceptually important series of works, in which flying and floating are powered by the wind and solar radiation. This active form of flying physical structures raises new questions about the human relationship to nature, the cosmos, and the weather, and sets its sights on major areas of interest relating to what it is to be human in the Anthropocene.
This publication does not simply present this group of works but gives an insight into artistic practice in Saraceno’s studio in the form of a work journal: the projects find themselves being continually updated, part of a dynamic evolutionary process of realization — never finished, yet never merely draft versions.

spector books, 2018

ISBN 978-3959050296

Gastredaktion Themenheft Zeitschrift Arch+ Nr. 230: Universalismus

Projekt bauhaus Heft 2, Aachen Dezember 2017

(Gemeinsam mit Christian Hiller, Alexandra Nehmer und Anh-Linh Ngo)

Gastredaktion Themenheft Zeitschrift Arch+ Nr. 222: Kann Gestaltung Gesellschaft verändern?

Projekt bauhaus Heft 1, Aachen März 2016

ATH-DOKUMENTE

Das Fachgebiet gibt mit den ATH-Dokumenten regelmäßig einen Überblick über die Arbeit in Theorie und Entwurf, die wir hier zum Download anbieten. Aus urheberrechtlichten Gründen sind einige ATH-Dokumente nicht online veröffentlicht.

ATH 22, Stadt-Land-Hof, Lehrende: Lola Meyer, Sommersemester 2020

ATH 21, bauhaus bauen!, Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, Dr. sc. Dipl. Ing. Andreas Buss, Sommersemester 2019

Dokumentation aus studentischer Perspektive

ATH 20, documenta Institut, Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, M.Sc. Timo Panzer, Sommersemester 2018

ATH 19, Debatten zum Bau der Städtischen Bühnen Frankfurt 1950/2017, Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, Wintersemester 2017/18

ATH 18, Theater Provisorium Frankfurt, Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, M.Sc. Timo Panzer, Wintersemester 2017/18

ATH 17, Radikal modern. Die Stadt von morgen 1967/ 2017, Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, M.Sc. Timo Panzer, Sommersemster 2017

ATH 16 Ein Ausstellungsbau für die Kunsthochschule, Lehrende: Prof. Philipp OSwalt, Dipl.-Ing. Kilian Enders ins Zusammenarbeit mit der Kusnthochschule Kassel, Prof. Jakob Gebert, Dipl.-Des. Kai Linke (Fachgebiet Möbeldesign und Ausstellungsarchitektur), Sommersemester 2016

ATH 15 Projekt Gottsbüren: Experimente für ein globalisiertes Dorf, Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, Christine Kornhaße, Sommersemester 2015

ATH 14 Zukunft entwerfen: Haus und Stadt im Anthropozän, Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, Dipl.-Ing. Kilian Enders, Sommersemester 2015 (15,8 MB)

ATH 13 Neue Mobilität: Regionaltangente West Rhein Main, Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, Wintersemester 2014/15

ATH 12 Häuser von gestern für die Stadt von heute, Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, Sommersemester 2014 (18,9 MB)

ATH 11 Ausstellung Bauhausstadt Dessau - Labor der Moderne, Lehrende: Prof. Philipp Oswalt in Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule Kassel, Prof. Jakob Gebert (Fachgebiet Möbeldesign und Ausstellungsarchitektur) und Prof. Gabriele Franziska Götz (Fachgebiet Visuelle Kommunikation) , Sommersemester 2014 (14,3 MB)

ATH 07 Utopie Kassel, Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, Dipl.-Ing. Kilian Enders in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Kassel, Sommersemester 2008 (510 KB)

ATH 03 Stadtmuseum Kassel, Erweiterung und Neukonzeption, Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, Wintersemester 2007/08 (4,3 MB)

ATH 02 documenta EFFECTS, Was macht die documenta mit der Stadt?, Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, Dipl.-Ing. Carola Ebert, Sommersemester 2007 (240 KB)

ATH 01 openVILLAGE, Temporäres Wohnen, Lehrende: Prof. Philipp Oswalt, Dipl.-Ing. Kilian Enders in Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule Kassel, Prof. Oliver Vogt ( Fachgebiet Industrie-Design) , Sommersemester 2007 (2,7 MB)

Die Projektwerkstatt documenta EFFECTS untersuchte im Sommer 2007 während der documenta 12 die Auswirkungen der documenta auf die Stadt Kassel. Die Ergebnisse wurden als Audio-Stadtführung mit Katalog veröffentlicht, im Stadtmuseum Kasselausgestellt und auf einem interdisziplinären Symposion im Diskurs von Kultur und Urbanismus erörtert.

DocumentaEFFECTS: Was macht die Documenta mit der Stadt? (Katalog und Audio-Guide), Philipp Oswalt, Carola Ebert u.a.; Kassel 2007; ISBN: 3-89117-X