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Das Fachgebiet "Landschaftsbau, Landschaftsmanagement und Vegetationsentwicklung" ist aus einer Stiftungsprofessur des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (2005-2010) hervorgegangen.
In der Lehre deckt es vorzugsweise den Bereich Bau und Gestaltung mit Pflanzen sowie Management im Garten- und Landschaftsbau im Studiengang Landschaftsplanung ab. Der Schwerpunkt liegt auf der Pflanzenverwendung im Kontext der Freiraumplanung in ihren vielfältigen Formen.

Die Pflanzenverwendung seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist in der
deutschen Tradition maßgeblich dadurch gekennzeichnet, dass man funktionale, ökologische und ästhetische Aspekte miteinander verbinden wollte. Pflanzungen sollten standorttypisch und dadurch naturnah sowie pflegeextensiv, somit also auch ökonomisch vertretbar sein. In der Landschaftsgestaltung und im Naturschutz wurde dafür von Tüxen das Konzept der Potentiellen Natürlichen Vegetation entwickelt, in der Gartengestaltung hingegen in Anlehnung an ihn und in der Linie der ehemals gestalterisch orientierten Naturgartenidee die Pflanzenverwendung nach Lebensbereichen von Hansen.

Mit Ökologiebewegung und Naturgartenbewegung der 1980er Jahre ist viel von diesem Gedankengut verloren gegangen. Während es bislang immer und in verschiedenen Facetten um die Integration fremder Pflanzen in die Landschafts- und Gartenkultur ging, wurde nun zum einen die Verwendung einheimischer Pflanzen zum Dogma, zum anderen setzte man auf Verwilderungskonzepte, nicht nur im Garten, sondern auch in der Landschaft (Prozessschutz). Gemeinsamer Nenner war, dass sich durch Sukzession schon irgendwie etwas Gutes ergeben würde. Gerade in der Gartengestaltung konnte dies die um sich greifende Kenntnislosigkeit kaum kaschieren. Zeitweise wurde die Brache zum Ideal einer ganzen, oft zerstrittenen Disziplin und vereinte in ihrer Idealisierung Landschaftsarchitektur, Freiraumplanung und Naturschutz.

So anregend zwanglos, überraschend und für bestimmte Bevölkerungsgruppen gut nutzbar Brachen sein können, hatte dieses Ideal, zumindest im Garten, seine Grenzen. Denn dieser ist eher Wohnraum als Naturschutzgebiet. Zwar ist nichts dagegen einzuwenden, mehr "Unordnung" und Wildheit zuzulassen, um der Spontanvegetation eine Chance zu geben, die oft in Mischung mit Kulturpflanzen für reizvolle Bilder sorgt, besonders aber in öffentlichen Freiräumen wird dies oft und sehr schnell als Vernachlässigung interpretiert. Denn Brachen sind nun einmal Flächen, die durch Nutzungsaufgabe entstehen und damit Wertlosigkeit signalisieren. So dauert es oft nicht lange bis sich z.B. Müll ansammelt.

Ab den 1990er Jahren wurde in einer Gegenbewegung zunächst vor allem in den Niederlanden wieder vermehrt eine gestalterisch kompetente Pflanzenverwendung eingefordert. Man könnte sogar sagen, sie wurde erst wieder entdeckt, zumindest an den Universitäten. Hinzu kam zum einen die Situation der öffentlichen Haushalte, die sowohl die Verschwendung öffentlicher Mittel durch ungeeignete Pflanzungen (Bodendecker etc.) als auch hohe Unterhaltungskosten nicht mehr erlaubte. Zum anderen ist auch im Privatbereich die Bereitschaft, sich zum Sklaven des eigenen Gartens zu machen, immer weniger verbreitet. Diese Rahmenbedingungen führten zur Wiederentdeckung gestalterisch interessanter, standortgerechter und pflegeextensiver Pflanzungen, die man heute als "naturalistisch" bezeichnet. Gleichzeitig wird wieder mit der Integration vielerlei neuer Pflanzen experimentiert und damit letztlich das Gedankengut der gestalterisch orientierten Naturgartenbewegung der Vorkriegszeit reanimiert und neu interpretiert.

Das Fachgebiet beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Konzepten moderner Pflanzenverwendung ab der Wende zum 20. Jahrhundert, die bis in die Tradition des Landschaftsgartens zurückgeführt werden. Ferner findet die Unterhaltung von Pflanzungen und das Vegetationsmanagement erhöhte Aufmerksamkeit.

 

 

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