Städtebau

Im Sommersemester 2017 präsentierten sich zum Rundgang wieder drei Tage mehr als 50 studentische Projekte, Seminare und Workshops als Semesterabschlussausstellung des Fachbereiches 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung. Das Fachgebiet Städtebau war diesen Sommer mit zwei Masterprojekten: NRW Urbanism und Studio Kassel II. und einem Bachelorprojekt: Neue Urbane Dichte in der Jägerkaserne vertreten. Des Weiteren wurden dieses Semester fünf Seminare für MA und BA Student*innen angeboten: Highrise, Transformation of the Car-Dependent-City, Ordnung und Chaos, Gestalterische Grundlagen und ein Seminar zum Wohnungsbau.

Nach 10 Jahren steht die LEIPZIG CHARTA zur nachhaltigen europäischen Stadt auf dem Prüfstand und mit ihr die noch jungen Ansätze und Erfahrungen integrierter Stadtentwicklung in Deutschland und vielen anderen EU-Mitgliedstaaten. Ergebnisse aus der Hochschullehre und einer nationalen Winterschule eröffnen eine kritische Diskussion zum Status Quo und zur Zukunft der Charta. Angehende Planer und Gestalter der Generation Y, die mit Selbstorganisation aufgewachsen sind, hinterfragen festgeschriebene Hierarchien. Selbstbewusst formulieren sie ihre Position als Manifest für den neo-europäischen Raum – für eine menschengerechte Entwicklung in Europa. Der Band enthält u.a. einen Gastbeitrag von Klaus Hurrelmann und Erik Albrecht zu den Eigenschaften und Prinzipien der Generation Y sowie ein Positionspapier von zwölf Hochschulfachgebieten zur Fortschreibung der LEIPZIG CHARTA und der integrierten Stadtentwicklung.

Die neo-europäische Stadt – Ein Manifest der Generation Y für eine neue Leipzig Charta, Hg. Cristina Antonelli, Felix Bentlin, Angela Million und Stefan Rettich

Publikation
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Das FG Städtebau hat eine begeh- und benutzbare Installation entwickelt, die im Juni zum Jubiläumskongress der Nationalen Stadtentwicklungspolitik in Hamburg gezeigt wurde. Ausgestellt wurden die Ergebnisse einer Winterschule unter Beteiligung von Studierenden und Lehrenden aus 12 Hochschulen zu den Themen Migration, Mobilität, produktive Stadt, ländlicher Raum und Digitalisierung sowie ein Manifest der Generation Y als Kommentar zu einer Fortschreibung der LEIPZIG CHARTA.

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Nicht übertragbar – Eine Debatte über die documenta und die Kasseler Stadtentwicklung: Profitiert Kassel von der documenta, die alle fünf Jahre eine Art „Bestandsaufnahme“ besonderer Bauten und Orte präsentiert, die sich anschließend revitalisieren ließen? Im Bauwelt-Gespräch wird deutlich, dass die Ausstellung einzigartig ist, weil sie den Kuratoren Carte blanche gibt und die künstlerische Freiheit als höchstes Prinzip gelten lässt. Das stärkt die documenta, bedeutet aber auch: Auf eine in die Zukunft gerichtete Mithilfe bei der Planung kann Kassel nicht zählen. (Red. Bauwelt)

Im Gespräch: Philipp Oswalt und Stefan Rettich mit Christof Nolda und Annette Kulenkampff 

Internationales Symposion Transformation der autogerechten Stadt: 
Freitag, 23. Juni - 10-17 Uhr 

Mobilität und deren Wandel ist ein zentrales Zukunftsfeld von Städtebau und Stadtplanung. Durch zunehmende Alternativen zum Automobil und durch verändertes Mobilitätsverhalten der jüngeren Generation entstehen räumliche Ressourcen für eine Verbesserung der Lebensqualität in unseren Städten. Das Symposion versammelt renommierte nationale und internationale Positionen. Mit wegweisenden Projekten wird das Transformationspotential obsoleter Architektur und öffentlicher Räume der autogerechten Stadt aufgezeigt. Eine große Chance für kriegszerstörte Städte wie Kassel, die nach modernen Stadt- und Verkehrsleitbildern wieder aufgebaut wurden.

MIT: ASSEMBLE – Amica Dall // CITYFOERSTER – Verena Brehm // COBE – Mads Birgens // GTL – Michael Triebswetter // NEUE MITTE ULM – Alexander Wetzig // SPACE SYNTAX – Anna Rose // STUDIO SCHWITALLA – Max Schwitalla // 

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldung unter: staedtebau@uni-kassel.de 
Teilnahmegebühr 10€ – Für Studenten ist der Eintritt frei. Es werden Fortbildungspunkte der Architektenkammer Hessen vergeben.  

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Die Frage nach der richtigen Dichte und ihrer städtebaulichen Ausformung zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Städtebaus im 20. Jahrhundert. Die moderne Stadtplanung hat den unmenschlichen Verhältnissen in den Industriestädten explizit das Modell der Stadtlandschaft mit einer Trennung der Funktionen und einer maßvolleren Auslastung von Bauland gegenübergestellt, die sich bis heute in den Baugesetzen manifestieren. In Anbetracht des starken Bevölkerungszuwachses in unseren Großstädten stellt sich die Frage erneut. Nur, können wir unsere Städte tatsächlich allein auf der Grundlage quantitativer räumlicher Parameter planen oder müssten nicht gesellschaftliche Aspekte die Grundlage für einen neuen DICHTE Diskurs liefern? – Die Ausstellung zeigt einen Überblick über die Ideengeschichte der Dichte in Städtebau und Stadtplanung, Analysen von historischen und zeitgenössischen Dichteprojekten sowie modellhafte Entwürfe für eine Wohnkonversion von ehemaligen Friedhöfen in Berlin Neukölln. www.dichteprojekt.de

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Vom 6. bis 12. März waren rund 50 Studenten von 12 Hochschulen zu Gast im Neubau des Fachbereichs ASL. In einer Winterschool wurden Projekte und ein "Manifest zum neu-europäischen Raum“ produziert, die auf dem 11. Bundeskongress der Nationalen Stadtentwicklungspolitik in einer Ausstellungsinstallation gezeigt werden. Die Winterschool fand im Rahmen des Projekts „Fachlicher Nachwuchs entwirft Zukunft“ statt, das jedes Jahr von einer anderen Hochschule ausgerichtet wird. Impressionen

Beitrag zur Nationalen Stadtentwicklungspolitik  

Anfang Februar präsentieren sich zum Rundgang drei Tage weit über 50 studentische Projekte, Seminare und Workshops als Semesterabschlussausstellung des Fachbereiches 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung. Das Fachgebiet Städtebau war mit den Projekten Holy Ground, Studio Kassel, Schlaun-Wettbewerb: Aachen Nord 2030 und Urbanistische Experimente im Nirgendwo vertreten. Impressionen

Am 13. Februar 2017 startet Europan 14 – Das Fachgebiet Städtebau bietet die Betreuung von Europan-Projekten zur Qualifizierung als Masterthesis an. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an uns.

„Unter dem Thema „Die produktive Stadt“ will Europan einen besonderen Schwerpunkt auf eine nachhaltige Entwicklung der Städte durch gemischt genutzte Quartiere, alternative Energie- und hybride Nutzungskonzepte legen. (...) Neben dem gesellschaftlichen Bedürfnis, Wohnen und Arbeiten wieder enger miteinander zu verbinden, trägt auch das Bewusstsein, Ressourcen zu schonen und lokale Stoff- und Wertschöpfungskreisläufe zu stärken, dazu bei, Orte der Produktion, sofern sie nicht die Lebensqualität beeinträchtigen, wieder in die Stadt zu integrieren.“

Weitere Informationen unter: http://www.europan.de/europan14.html

70 ha, 5.000 Wohneinheiten: Der Johannes-Göderitz-Preis 2016 ist entschieden. Der Preis richtet sich an Studierende der Disziplin Städtebau und wird jährlich im Gedenken an das Wirken von Johannes Göderitz von der gleichnamigen Stiftung ausgelobt. In diesem Jahr ging es um eine großflächige Stadterweiterung in der Elisabeth-Aue im Norden von Berlin-Pankow. Im Zeichen der Wohnungsnot in den Großstädten sollten dort kompakte und zeitgemäße Typologien und Programme für die Außenentwicklung und Leitbilder für die Gartenstadt im 21. Jahrhundert entworfen werden. An dem Wettbewerb nahmen Studierende von fünf Hochschulen teil. Henry Endemann und Jacob Fielers von der Universität Kassel wurden mit einem 1. Preis ausgezeichnet. [mehr]

In der Kompaktwoche im November 2016 fand eine 5-tägige Exkursion nach Venedig statt. Neben den prägenden historischen und zeitgenössischen Gebäuden Venedigs, wurde auch die Architekturbiennale besucht. Sie gilt weltweit als wichtigste Ausstellung für Architektur und Stadtplanung, vergleichbar mit der documenta in Kassel für die bildenden Künste.

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Seit 2009 fördert der Bund aus Mitteln der Nationalen Stadtentwicklungspolitik (NSP) das Projekt "Fachlicher Nachwuchs entwirft Zukunft". Ziel ist die Verknüpfung aktueller Forschungsfelder der Stadtentwicklungspolitik mit den Gedanken junger, angehender Stadtplaner*innen an den Universitäten. Das Fachgebiet Städtebau hat in diesem Jahr die thematische Vorbereitung übernommen und richtet im WiSe 16/17 eine Winterschool aus, an der zwölf deutsche Hochschulen teilnehmen. Inhaltlich geht es um die Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt, die im kommenden Jahr zehn Jahre alt wird. Das Papier wurde im Mai 2007 von den für Stadtentwicklung zuständigen Ministerinnen und Ministern aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union anlässlich eines informellen Treffens in Leipzig unterzeichnet. Ein wesentlicher Punkt der Charta war die Selbstverpflichtung der Minister*innen in ihrem Mitgliedsstaat eine Initiative zu starten, „wie die Grundsätze und Strategien der Leipzig Charta (…) in nationale, regionale und lokale Entwicklungspolitiken integriert werden können“. In Deutschland ist daraus die Initiative der Nationalen Stadtentwicklungspolitik hervorgegangen. Das Jubiläum bietet einen guten Anlass sich aus der Perspektive des fachlichen Nachwuchses kritisch mit der Leipzig Charta auseinanderzusetzen und in die Zukunft geschaut, Gedanken zu einer neo-europäischen Stadt zu entwickeln. Die Ergebnisse der gemeinsamen Reflexion werden 2017 auf dem 11. Kongress der Nationalen Stadtentwicklungspolitik präsentiert.

Zum Programm

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung einer Sonder-AfA für den Wohnungs- neubau ist im Juli auf Eis gelegt worden, weil sich die Koalitionspartner nicht über Nachbesserungen am Entwurf einigen konnten. Zum Glück, denn die vorgesehene pauschale Förderung hätte – wieder einmal – fatale städtebauliche Auswirkungen haben können.

Ein Kommentar von Stefan Rettich 

Der Fachbereich 06 - Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung - hat sich zum Abschluss des Semesters mit einer umfangreichen Ausstellung studentischer Projekte und ausgewählter Seminare präsentiert. Insgesamt wurden an 3 Tagen 51 Ausstellungsbeiträge von 32 Fachgebieten gezeigt. Begleitet wurde die Ausstellung von öffentlichen Diskursen, dem Fachschaftscafé und von Abendveranstaltungen. Das FG Städtebau schloss seine Ausstellungen mit einer Abschlusskritik und dem Gastkritiker Wilfried Hackenbroich, Architekt und Urbanist aus Berlin.

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Städte sind in einem Film weit mehr als nur reale Kulissen, oft sind sie Hauptakteur und Rückgrat der Handlung zugleich. Erkundet wird dabei nicht nur die Rolle der Stadt im Film, sondern auch das Gesellschaftsmodell, dessen physische Präsenz die Stadt im jeweiligen Film verkörpert. – Das Seminar ist eine hochschulöffentliche Lehrveranstaltung, die allen offen steht. Die Seminarteilnehmer*innen führen mit einem Kurzvortrag in die Filme ein. Dienstags 20 Uhr in der Weinbergunterführung.

Zum Programm 

Stefan Rettich hat zum Sommersemester 2016 die Professur für Städtebau am Institut für urbane Entwicklungen übernommen. Dort war er 2005-2006 bereits Vertretungsprofessor für Stadtumbau. Er studierte Architektur an den Universitäten Kaiserslautern und Karlsruhe. 1999 gründete er mit zwei Partnern das Büro KARO* für Kommunikation, Architektur und Raumordnung in Leipzig und befasste sich in der Folge mit ökonomischen und demografischen Schrumpfungsprozessen und deren Auswirkung auf städtische Strukturen. 2011 wurde Rettich auf die Professur für Theorie und Entwerfen an der Hochschule Bremen berufen. Davor lehrte er vier Jahre am internationalen, postgradualen Studienkolleg des Bauhauses in Dessau. Sein Fokus gilt urbanen Transformationsprozessen, insbesondere des öffentlichen Raums, Grundsatzfragen von Raum und Politik sowie Governance und Partizipation in Städtebau und Stadtplanung. 2010 wurde Rettich mit dem European Price for Urban Public Space und 2011 mit dem Brit Insurance Design Award in der Kategorie Architektur ausgezeichnet. Werke von ihm wurden mehrfach international ausgestellt, u.a. auf der 11. und der 12. Architektur-Biennale in Venedig.

EMPÖRT EUCH! Im Sommersemester 2016 wird die ASL-lounge als Architekturquartett mit Ariane Röntz (L), Stefan Rettich (S), Philipp Oswalt (A) und dem Publikum (ASL) fort. Unter dem Motto "?Empört Euch!" greifen wir politische Fehlentwicklungen im aktuellen Baugeschehen auf und stellen sie zur gemeinsamen Diskussion. Jeder der Termine wird von einem pointierten Statement einer der drei Initiatoren eingeführt:

Dienstag, 26.4.2016, 19.30 - im K10 Vorraum zum Vortragssaal R1140
Empört Euch! 1: Protestnote Philipp Oswalt

Dienstag 24.5.2016, 19.30 - im Foyer Neubau ASL/ EG
Empört Euch! 2: Protestnote Stefan Rettich Dienstag

21.6.2016, 19.30 - im Foyer Neubau ASL/ EG
Empört Euch! 3: Protestnote Ariane Röntz

In Kooperation mit der Fachschaft, welche die Bar betreibt.

Wie kommen wir aus dem Krisenmodus der Erstunterbringung von Geflüchteten zu einer sozialen Stadtentwicklung mit bezahlbarem Wohnraum – und was heißt das für Politiker, Stadtplaner und Architekten?

Elf Anmerkungen von Stefan Rettich.  

Banner Wolfsburg Award

Am 25.11.2015 wurde der diesjährige Förderpreis der Stadt Wolfsburg für innovative Studentenprojekte zum Thema "Wolfsburg: Stadt Raum Geschichte" verliehen. 77 Studierende mit insgesamt 34 Einzel- und Gruppenarbeiten haben sich in diesem Jahr beteiligt. Drei Arbeiten der Universität Kassel waren unter den zehn nominierten Arbeiten. Die Arbeiten "Rückgratwanderung" und "green district - pflanzen versorgen wohnen" wurden mit einer Anerkennung ausgezeichnet. [mehr]