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Archipel Rhein-Main - Eine Untersuchung der funktionalen und räumlichen Inseln der Metropolregion Frankfurt

Das Umland von Großstädten ist schon lange nicht mehr als reiner Ergänzungsraum im Sinne einer Zentrum-Peripherie-Systematik zu sehen, sondern bildet ganz eigene Standorte mit eignen Funktionen, Ausprägungen und Dynamiken aus. Es lässt sich eine Entwicklung der Standorte hin zu postsuburbanen Strukturen beobachten, die durch eine funktionale Anreicherung und Vernetzung untereinander zu einer steigenden Unabhängigkeit zur Kernstadt führen kann. Die Suburbia ist ein hoch diverser Raum.

In Anlehnung an die von Kunzmann definierten acht Archipel einer Stadtregion, wollen wir die Metropolregion Frankfurt Rhein-Main untersuchen, um eben jene funktionalen und raumstrukturellen Inseln abseits der Kernstadt aufzuspüren und diese visuell sichtbar zu machen. Dabei wird das Instrument der Karte als Kommunikationsmittel in der Planung eine wesentliche Rolle spielen. Inwiefern können wir als Planer*innen Karten und Diagramme in räumlichen Entwicklungsprozessen einsetzen?

Kartierungen sind mehr als vermeintlich neutrale Instrumente. Der Prozess, den eine Karte in der Entstehung durchlaufen muss, nimmt direkten Einfluss auf mögliche zukünftige Planungsansätze. Karten strahlen durch ihre einfach lesbaren, grafischen Darstellungen Objektivität aus. Sie sind aber einerseits Ergebnis von den Fertigkeiten, bewussten oder unbewussten Absichten und Entscheidungen des Kartenherstellenden und andererseits der subjektiven Interpretation des Kartennutzenden. Diese Eigenschaften wollen wir uns zu Nutze machen und eine visuelle Untersuchung der funktionalen Inseln in der Metropoloregion Frankfurt anstreben, die über die übliche Nutzungskartierung hinausgeht und so ein detailliertes Bild von Räumen zu skizzieren, die die interne Differenziertheit der Metropolregion aufzeigt.

Darauf aufbauend wollen wir gestalterische Leitbilder für die einzeln entwickelten Archipel der Region herausarbeiten, um auf das Gestaltungspotential der Suburbia aufmerksam zu machen und diesen Raum verstärkt in den planerischen Blickpunkt rücken. Weiter

Vorlesungen und Seminare

Räumliche Planung I

Ziel der Lehrveranstaltung ist es, die Studierenden in die Zugänge, Maßstäbe und Gegenstände der räumlichen Planung einzuführen und dabei grundlegendes Wissen zu den verschiedenen Ebenen und Stufen der räumlichen Planung zu vermitteln. Hierzu gehört auch ein generelles Verständnis der Aufgaben der Stadt- und Regionalplanung,  Kenntnisse der Grundlagen und Methoden zur Analyse von Räumen sowie Wissen über die wesentlichen Zugänge der räumlichen Planung im Spektrum zwischen Strategie, Konzept und Entwurf. Weiter

Integrierte Stadtentwicklungsplanung und Fachplanung

Seit der Jahrtausendwende werden vermehrt integrierte Stadtentwicklungskonzepten erarbeitet, die ihre Vorläufer in der kurzen Phase der „Planungseuphorie“ in den Jahren um 1970 haben. Da Defizite inkrementeller Planung durch Projekte offenkundig wurden, wurde planvolles, integratives Vorgehens wieder notwendig. Eine Kommission des Deutschen Städtetages hat im Jahr 2003 auf die Notwendigkeit hingewiesen, städtische Potentiale sowie öffentliche und private Akteure angesichts der Herausforderungen zu aktivieren und Ressourcen zu bündeln. Das Instrument einer „langfristig orientierten, integrierenden, strategische Stadtentwicklungsplanung bezeichnet sie als geeignet. Stadtentwicklungspolitische Ziele und Handlungsschwerpunkte können definiert und strategische Rahmensetzungen formuliert werden. Neben rechtsförmlichen (formellen) Plänen kam insofern das informelle Planungsinstrument Stadtentwicklungsplan auf, das als eine positiv gestaltende Planung verstanden wird und beispielsweise über die Rahmensetzung der Bauleitplanung hinausgeht.

In der Lehrveranstaltung wird insofern wiederholend auf die Genese der integrierten Stadtentwicklungsplanung (in Abgrenzung zu anderen Planungsarten und -formen (Streich 2005: 489) und deren Anwendungsbezüge und -erfordernisse (wann und warum nützlich?) eingegangen. Vor diesem Hintergrund ist die Auseinandersetzung mit dem Instrument der Stadtentwicklungsplanung in strategischer, organisatorischer und methodischer Hinsicht zentral. Darüber hinaus soll der stadtentwicklungspolitischen Wirkungsweise von existierenden Stadtentwicklungsplanungen retrospektiv kritisch nachgegangen werden. (Seminarteil)

Die Lehrveranstaltung sieht darüber hinaus (im Übungsteil) eine vertiefende Beschäftigung mit sektoralen Planungen vor, wie beispielsweise Landschafts- und Freiraumplanung oder Wohnraumentwicklung. Gegenstand wird auch das „gewünschte“ Zusammenspiel von Fachplanungen als formelles Instrument und den Zielen und Handlungsfeldern der integrierten Stadtentwicklungsplanung als informelles Planungsinstrument sein. Thematisiert werden soll, inwiefern die Integration von Fachplanungen in eine Stadtentwicklungsplanung wirkungsvoll gelingt und gelingen kann. Dabei ist die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Nutzungsanforderungen an den Raum zentral. Die Anwendung der Methoden der Analyse, Zielfindung sowie Leitbild- und Konzeptentwicklung in den jeweiligen sektoralen Feldern werden geübt. Darüber hinaus ist die Auseinandersetzung mit Methoden der Formulierung sektoraler Fachbeiträge zur Stadtentwicklung von Bedeutung. Weiter

Transformation und Planungsprozesse

Das Modul beinhaltet die Auseinandersetzung mit jeweils aktuellen strategischen Fragestellungen und Theorien zur Transformation von Raum und Gesellschaft. In diesem Semester beschäftigen sich die Vorlesungen und Prüfungskolloquien mit dem Thema „Der Wert des Bestandes”: Mit der Perspektive, dass der Schwerpunkt aller zukünftigen planerischen Tätigkeiten im Bestand stattfinden wird, und im Spagat zwischen Wachstumsideologie und „less is more” stellen sich uns Fragen zu vorhandenen Gebäuden und Freiräumen, urbanen Strukturen und Landschaften. Weiter

Exkursion nach Phoenix, Arizona (USA) und Umland

Arizona ist bekannt für seine Wüstenlandschaften und den Grand Canyon. Die Stadt und das Umland von Phoenix bieten aus der planerisch-europäischen Sicht außergewöhnliche Räume. Gated communities für Rentner, Indianercasinos, Teststrecken das autonomen Fahrens, Trailerparks, Räume des New Urbanism, künstliche Mall-Welten und schließlich die weitläufige amerikanische (Post-)Suburbia.

Eigene Referate, fachliche Betreuung und Führungen, sowie der Austausch mit Akteuren vor Ort bilden den inhaltlichen Rahmen und verhelfen zu einem Verständnis amerikanischer Städte. Weiter