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Stellungnahme zur Räumung der Villa Rühl und dem Polizeieinsatz auf dem Hochschulgelände vom Mittelbau des Institutes für Urbane Entwicklung und der Fachschaft des FB 06 ASL

Eine Gruppe von Menschen aus der Zivilgesellschaft unserer Stadt, u.a. auch Studierende der Universität Kassel, hat am Pfingstsamstag die Villa Rühl besetzt, ein Gelände mit zwei Villen, Gewerbeanbau und großem Garten, um vor allem auf zwei Defizite aufmerksam zu machen:

   1. Schon länger ungenutzte Freiflächen und Gebäude, die der Universität vom Land Hessen überlassen wurden, sind dem Verfall preisgegeben. Nachnutzungskonzepte werden derzeit entwickelt, haben aber bislang noch keine konkret erkennbare Nutzungsperspektive formuliert.

   2. In Kassel wurden der freien Kulturszene in den letzten Jahren immer wieder Räume genommen. Als Beispiele seien hier nur „Salzmann“, „das Haus“ und die Nordseite des Kulturbahnhofs genannt.

Gleichzeitig sind die Spielräume auf dem Kasseler Wohnungsmarkt aufgrund des Bevölkerungszuwachses inzwischen sehr eingeschränkt; auch in Kassel sind Wohnungen inzwischen erheblich teurer geworden als noch vor wenigen Jahren.

In diesem Themenfeld bewegen sich die Anliegen der Besetzer*innen. Statt diese Anliegen aufzugreifen und Expert*innen der Universität bei einer Lösung des Konflikts mit einzubeziehen wie z. B. aus den Bereichen Soziale Arbeit, Partizipation, Stadtentwicklung oder Politikwissenschaften, hat die Universitätsleitung ihr Hausrecht konsequent durchgesetzt.

Durch Anzeigeerstattung und Räumung durch die Polizei hat die Universitätsleitung eine Entwicklung zu verantworten, die Personen kriminalisiert, darunter auch Studierende. Unverhältnismäßig ist der Einsatz der Polizei auf dem unmittelbaren Campusgelände, wo eine nicht öffentliche Pressekonferenz vor vier handverlesenen Journalist*innen abgehalten wurde. In diesem Zusammenhang wurden Beschäftigte, Lehrende und Studierende von der hochgerüsteten Polizei mit schusssicheren Westen, Helmen und Knüppeln davon abgehalten, an ihren Arbeitsplatz bzw. in ihre Lehrveranstaltungen zu gehen. Studierenden wurde Gewalt angedroht, falls sie versuchen sollten, ins Gebäude zu kommen, und zivile Kriminalbeamte haben sich Zugang zu Diensträumen verschafft, um das Geschehen zu filmen.

Der unmittelbare Hausherr, der Dekan des Fachbereichs ASL, wurde nicht vorinformiert, dass eine derartige Pressekonferenz im Hause stattfinden soll. Die Vorgänge diskreditieren den Fachbereich, der partizipative Planung als eines seiner Grundprinzipien und Lehrinhalte bezeichnet.

Das Verhalten der Hochschulleitung missbilligen wir. Eine Hochschulleitung muss wissen, was es heißt, die Polizei ins Haus zu rufen und wie diese dann gegen die eigenen Studierenden vorgeht.

Der Ruf nach der Polizei sollte nur das allerletzte Mittel einer Universität sein und nur erfolgen, wenn Personen in Gefahr sind. Davor sollten alle Möglichkeiten zum Gespräch genutzt und nach einem Kompromiss mit den eigenen Studierenden gesucht werden.

Daher fordern wir die Universitätsleitung auf, durch die Rücknahme der Strafanträge dafür Sorge zu tragen, dass das Verhalten der Besetzer*innen keine strafrechtlichen Konsequenzen nach sich zieht und junge Menschen nicht kriminalisiert werden. Weiterhin fordern wir die Universitätsleitung dazu auf, mit Akteuren aus der Stadtgesellschaft und insbesondere dem Stadtteil das Gespräch darüber zu suchen, wie künftig ein konstruktives Miteinander zwischen Universität und Stadtteil aussehen und wie sich das in der Nutzung von Räumen der Universität und darüber hinaus niederschlagen sollte.

Unterzeichnende:

Mittelbau Institut für urbane Entwicklung
Fachschaft FB 06 ASL

 

 

25 Jahre: Jahrbuch Stadterneuerung – Bilanz und Ausblick | Tagung am 02. und 03. Juli 2015

Das Jahrbuch Stadterneuerung wird 25! In den vergangenen Jahren war es in unterschiedlicher Ausprägung Forum, Spiegel und Zeitzeuge der vielschichtigen Entwicklung eines stadtentwicklungspolitischen Handlungsfelds, das angesichts der Herausforderungen der ökologischen Nachhaltigkeit und sozialräumlicher Ungleichheit sowie der Renaissance unserer Städte mehr denn je im Zentrum einer fachpolitischen Auseinandersetzung steht.

Aus diesem Anlass möchten wir unsere diesjährige Tagung zur Stadterneuerung dazu nutzen, die parallele Entwicklung des Handlungsfelds Stadterneuerung im vereinigten Deutschland und des Jahrbuchs Stadterneuerung in den vergangenen 25 Jahren in den Mittelpunkt zu stellen, um einerseits Bilanz zu ziehen und andererseits die Perspektiven der Stadterneuerung – in den nächsten 25 Jahren – zu beleuchten. Dabei sind sowohl langjährige Begleiter_innen der Entwicklung als auch junge Forscher_innen gefragt, die die vergangenen 25 Jahre retrospektiv analysieren und interpretieren.

Die Tagung mit dem Titel „25 Jahre: Jahrbuch Stadterneuerung – Bilanz und Ausblick“ wird vom Fachgebiet Stadterneuerung und Stadtumbau am Fachbereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung der Universität Kassel in Kooperation mit dem Arbeitskreis Stadterneuerung an deutschsprachigen Hochschulen am 02. und 03. Juli 2015 in Kassel veranstaltet.

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Impressionen der Festivität zur Veranstaltung: 25 Jahre | Jahrbuch Stadterneuerung




Tagung: Stadt und Region – Reallabore der resilienzorientierten Transformation

Städte und Regionen rücken als Transformationsebene immer mehr in den Fokus der Nachhaltigkeitsdebatte.  „Weiter wie bisher“ ist keine Lösung. Erforderlich werden neue Instrumente, um auch die Anforderung der Resilienz zu berücksichtigen.
Das Symposium möchte bilanzieren, wo die Forschung zur Resilienz und Transformation von Städten und Regionen steht, und über zukünftige Aufgaben und das systematische Implementieren von Reallaboren – auch anhand konkreter Beispiele – diskutieren.

Das Institut für urbane Entwicklungen richtet dieses Symposium im Kontext des NaWis-Verbundes für nachhaltige Wissenschaft (Wuppertal-Institut, IASS Potsdam, Universitäten Lüneburg und Kassel) aus und lädt Sie recht herzlich zur Teilnahme ein.  

Thema: Stadt und Region – Reallabore der resilienzorientierten Transformation
Zeit: Donnerstag / Freitag 10.-11. Juli 2014
Ort: Universität Kassel, Zentrum für umweltbewusstes Bauen, Gottschalkstraße 28a, 34127 Kassel

Nähere Informationen finden Sie im beigefügten Tagungsprogramm: klick

Die Vorträge des Symposiums finden Sie hier zum Download: klick


Tagung: Stadterneuerung und Armut

Tagung zum Jahrbuch Stadterneuerung 2015 am 26. und 27. Juni 2014

Mehr als 25 Jahre nach der Veröffentlichung des ersten lokalen Armutsberichts in Bremen 1987 und fast 15 Jahre nach dem Start des Programms Soziale Stadt ist die Integration sozial benachteiligter Nachbarschaften in das Stadtgefüge immer noch die größte Herausforderung der Stadterneuerung. Die Bedürfnisse und Möglichkeiten armer Gebietsbewohner bedürfen nicht zuletzt angesichts der anstehenden Neuausrichtung der Städtebauförderung durch die neue Regierung einer Diskussion auf breiter Ebene.

Die Tagung „Stadterneuerung und Armut“ legt daher im Rahmen von Vorträgen und (Podiums-) Diskussionen ihren Schwerpunkt insbesondere auf die sozialräumliche Perspektive von Stadterneuerung, die Folgen von Aufwertungen für sozial Benachteiligte, die Möglichkeiten zur Berücksichtigung der Belange sozial Benachteiligter in der Quartiersentwicklung und die erneuerte Diskussion um die Zukunft der Sozialen Stadterneuerung. Dabei soll insbesondere auch ein intensiver Dialog zwischen Vertreter/innen des Bundes, von Kommunen und karitativen Einrichtungen sowie von Hochschulen und Forschungseinrichtungen geführt werden. 

Flyer