Profil und Philosophie des Fachbereichs ASL

ArchitektInnen und PlanerInnen tragen traditionell eine hohe Verantwortung gegenüber den Menschen und der Umwelt. Architektur, Planung und Gestaltung von gebauter und landschaftlicher Umwelt bilden somit einen wichtigen Schwerpunkt der Umwelt-Universität Kassel. Mit umwelt- und ressourcenschonenden, energiesparenden, ökonomisch effizienten und sozial verantwortlichen Strategien im Planen und Bauen stellt sich der Fachbereich dieser Verantwortung. Dem Anspruch muss auch die Ausbildung gerecht werden: Ausbildungsziel können nicht ausschließlich technisch-fachliche SpezialistInnen sein. Gefragt sind vor allem die auf sozialer, künstlerischer und kultureller Basis Schaffenden, die als selbstständig und kritisch denkende Generalisten neben der Optimierung der Einzelaspekte auch die allgemeine Entwicklung und das Gemeinwohl im Blick haben.

Seit der Gründung der Gesamthochschule, also seit der Frühzeit der „grünen Bewegung“, sind Lehre und Forschung des Fachbereichs dem Prinzip der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. Dafür stehen Beispiele wie die Lehmbauforschung und -anwendung, energiesparendes Bauen, experimenteller Wohnungsbau oder die "Kasseler Schule" der Freiraumplanung, die den Wohnungsbau spürbar beeinflusst haben. Mit neuen Vertiefungsrichtungen wie "Bauwirtschaft" und "Umweltbewusstes Bauen" setzt der Fachbereich weiterhin auf eine ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich und gestalterisch fundierte Ausbildung. Nutzerbezogenes Planen und ein verstärktes Entwurfstraining bilden eine kritische, verantwortungsvolle Kreativität aus.

Der Fachbereich zeichnet sich in der deutschsprachigen Hochschullandschaft dadurch aus, daß er mit Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung drei Disziplinen unter einem Dach vereint, deren konstruktives Zusammenwirken für die Qualität der gestalteten Umwelt von vitaler Bedeutung ist. Die 32 Fachgebiete repräsentieren eine große Bandbreite von raumwirksamen Inhalten und Arbeitsweisen. Interdisziplinarität, gemeinsame Lehrveranstaltungen der  drei Studienrichtungen und vielfache thematische Verflechtungen in Lehre und Forschung sind die geeigneten Instrumente, um das Ineinandergreifen der planenden und entwerfenden Strategien im Rahmen der Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt wirksam zu gestalten.