DFG-Graduiertenkolleg 2050: "Privatheit und Vertrauen für mobile Nutzer" (Privacy and Trust for Mobile Users)

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Graduiertenkolleg 2050: „Privatheit und Vertrauen für mobile Nutzer“ (Privacy and Trust for Mobile Users) wurde im Oktober 2015 ins Leben gerufen und die Laufzeit im Dezember 2019 bis September 2024 verlängert. Vertreterinnen und Vertreter der TU Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Kassel aus den Disziplinen Informatik, Usability, Wirtschaftswissenschaften, Soziologie und Rechtswissenschaften arbeiten eng zusammen.

Seit Jahrhunderten sind Privatsphäre und Vertrauen relevante Themen für die Gesellschaft. Die mobile Informations- und Kommunikationstechnologie ist aufgrund der Verbreitung von Smartphones und Tablet-Computern nahezu allgegenwärtig geworden. Große Teile der Gesellschaft nutzen dies zu ihrem Vorteil. In Bezug auf die Beziehung zwischen Nutzer und Netzwerk betonen öffentliche Debatten die zunehmende Transparenz von Nutzern im Sinne einer Überwachungsgesellschaft, während das Netzwerk als zunehmend undurchsichtig angesehen wird.

Prof. Dr. Gerrit Hornung, LL.M. wurde im Sommer 2018 als Principle Investigator in das Graduiertenkolleg aufgenommen. Er betreut dort Promovierende der 2. Kohorte. Die rechtlichen Arbeiten sind maßgeblich im Forschungsbereich C „Privatheit und Vertrauen in sensorgestützten Umgebungen“ angesiedelt. Während die juristischen Arbeiten der 1. Kohorte sich auf die Frage rechtlicher Vorsorgeregelungen für Verarbeitungsprozesse mit Daten konzentrierten, bei denen zum Erhebungszeitpunkt (noch) kein relevanter Personenbezug zu erkennen ist, behandeln die Fragestellungen der 2. Kohorte maßgeblich sensorgestützte Umgebungen in der digitalisierten Produktion (Industrie 4.0).

Dabei sollen erstens technikadäquate Regulierungsstrategien für Daten im Grenzbereich zwischen Anonymität und Personenbezug erarbeitet werden. Zweitens sollen Organisationsmodelle für die Einbeziehung von Intermediären entwickelt werden. Neben rechtlich-organisatorischen Intermediären (z.B. Betriebsräte oder Datenschutzbeauftragte) können auch technische Intermediäre (z.B. Privacy Dashboards) zu der Förderung von Privatheit und Vertrauen beitragen. Drittens sollen Umsetzungsoptionen für neuartige DS-GVO-Vorgaben in Mensch-fernen IoT-Umgebungen entwickelt werden. Den Herausforderungen der intransparenten IoT-Strukturen und -Datenflüssen soll durch eine interdisziplinäre Erarbeitung technischer Konzepte und exemplarischer Lösungen für Transparenz und Erklärungs- und Begründungsfähigkeit von IoT-Technologien begegnet werden.

Weitere Informationen zum Graduiertenkolleg 2050: „Privatheit und Vertrauen für mobile Nutzer“ (Privacy and Trust for Mobile Users) finden sich auf der Webseite der DFG.