Integriertes Diagnose- und e-Assistenzsystem für Patienten mit altersbedingter Makuladegeneration (IDeA)

Bedingt durch die demografische Entwicklung nehmen altersbedingte Erkrankungen - insbesondere Sehbehinderungen - immer mehr zu. In Industrieländern ist die Makula-Degeneration (stetig fortschreitende Verlust des zentralen Blickfeldes) eine Hauptursache von Erblindungen. Allein in Deutschland sind mehr als 1,5 Millionen Betroffene durch diese Krankheit in ihrer selbstständigen Lebensführung eingeschränkt.

Mithilfe einer Virtual- und Augmented-Reality-Technologie versucht das Projekt IDeA experimentelle Systeme zu entwickeln, die es erlauben, Sehfelddeffekte frühzeitig und im Alltag zu erkennen, durch eine Assistenzfunktion die Betroffenen bei der Bewältigung ihres Alltags zu unterstützen sowie den Informationsfluss zwischen Patienten, Ärzten und Therapeuten zu verbessern.

Die technische Grundlage der Anwendung bilden eine Augenkamera, eine Umgebungskamera und ein Display. Die Innovation liegt dabei in der Erforschung und Umsetzung von Konzepten und Software zur alltagseingebetteten Diagnostik sowie in einer Transformation von Umweltinformationen für Bereiche, in denen noch Sehvermögen besteht.

Die Universität Kassel, Fachgebiet Öffentliches Recht, IT-Recht und Umweltrecht, erarbeitet im Rahmen eines Unterauftrags für das Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen die datenschutzrechtlichen Anforderungen des Vorhabens und formuliert Vorschläge für eine rechtskonforme Gestaltung. Diese dienen als Grundlage für die Entwicklung des Betriebs- und Datenschutzkonzepts des VR/AR-Systems und liefern Anhaltspunkte für spätere Evaluationsprozesse.

Neben der Universität Kassel sind die Ludwig-Maximilians-Universität München (Human-Centred Ubiquitous Media) als Verbundkoordinatorin, das Forschungsinstitut für Augenheilkunde der Eberhard Karls Universität Tübingen, die Blickshift GmbH, die NMY GmbH, die Talkingeyes & More GmbH, das Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen sowie das Institut für Informatik der Ludwig-Maximilians-Universität München beteiligt.