Dezent Zivil

Entscheidungen über dezentrale Energieanlagen in der Zivilgesellschaft

Das im April 2013 gestartete Forschungsprojekt „Entscheidungen über dezentrale Energieanlagen in der Zivilgesellschaft (Dezent Zivil)“ verfolgt das Ziel, die Entwicklung von Konflikten um dezentrale Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien zu verstehen und Ansatzpunkte zu finden, sie konstruktiv auszutragen oder in ihren Auswirkungen zu minimieren. Denn die im Rahmen der Energiewende geplanten und in Betrieb genommenen dezentralen Energieanlagen rufen nicht selten den Widerstand der örtlichen Bevölkerung hervor, da sie oftmals an Standorten errichtet werden, die keinerlei erlebte Erfahrung mit technischen und industriellen Anlagen haben. Konflikte entstehen dabei häufig durch eine unzureichende Öffentlichkeitsbeteiligung.

Um dieses Konfliktpotential zu verringern, analysiert das Projekt verschiedene Planungs- und Genehmigungsverfahren von Windenergie- und Biomasseanlagen in Baden-Württemberg. Die Planungs- und Genehmigungsverfahren werden so fortentwickelt, dass sie die Bevölkerung in einer für sie verständlichen und inhaltlich beinflussbaren Weise frühzeitig an den Entscheidungen beteiligt wird. Dadurch die soll die Gesellschafts- und Umweltverträglichkeit und damit die Akzeptanz und die Akzeptabilität der Planungs- und Genehmigungsverfahren verbessert werden. Das daraus erarbeitete neue Konzept wird in der zweiten Hälfte des Projekts, ab September 2014, in laufenden Verfahren und unter Einbeziehung der Fachdiskussion erprobt. Die Erprobung erfolgt in Baden-Württemberg in der Region Hochrhein-Bodensee im Landkreis Lörrach.

Aus der Erprobungsphase werden schließlich Empfehlungen abgeleitet und Erkenntnisse veröffentlicht, um eine schnelle und praktische Umsetzung zu erreichen. Die Empfehlungen werden in einer transdisziplinären Zusammenarbeit zwischen rechtlicher, sozialwissenschaftlicher und Konfliktmanagementexpertise entwickelt.

Das Fachgebiet Öffentliches Recht, insb. Umwelt- und Technikrecht arbeitet mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt am Main und dem team ewen für Konfliktmoderation und Prozessmanagement aus Darmstadt zusammen. Das Forschungsvorhaben wird ferner durch das Staatsministerium Baden-Württemberg, das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und den Naturschutzbund (NABU) Baden-Württemberg bei der praxisnahen Umsetzung unterstützt. Einen wesentlichen Teil der Förderung trägt das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Weiterführende Informationen zum Projekt finden Sie auf der spezifischen Projekthomepage.