Leitidee

Spätestens mit dem Weltgipfel 1992 in Rio de Janeiro steht die Vision einer nachhaltigen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft auf der Tagesordnung der Weltpolitik. Die realen Fortschritte zu ihrer Umsetzung sind erkennbar, jedoch angesichts der drängenden Problemlage und der vielfältigen Hemmnisse und Widerstände nicht ausreichend. In den klassischen wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen ebenso wie in den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen kommt die Verankerung der Nachhaltigkeitsthematik zumeist über die allgemeinen Grundlagen und/oder den Status eines randständigen, lediglich disziplinäre Teilfragen thematisierenden Wahlfaches nicht hinaus. Andererseits ist eine steigende Nachfrage von Studierenden nach einem fachübergreifenden, aufeinander abgestimmten Angebot von Lehrveranstaltungen zur Vermittlung einer nachhaltigkeitsbezogenen Problemlösungskompetenz zu beobachten. Darin spiegelt sich das Auseinanderfallen von Interesse am Thema und Attraktivität des entsprechenden Studiums. Mit dem Masterstudiengang „Nachhaltiges Wirtschaften“ soll dem begegnet werden.

Die Universität Kassel verfügt bereits über ein breites Spektrum an fachspezifischen Studiengängen mit Nachhaltigkeitsbezug, die sie derzeit in einem Graduiertenzentrum für Umweltforschung und –lehre bündelt. Der Masterstudiengang „Nachhaltiges Wirtschaften“ soll in diesem Rahmen insbesondere die wirtschafts-, rechts- und sozialwissenschaftliche Kompetenzentwicklung mit ingenieur- und naturwissenschaftlichem Wissen verknüpfen. Über das GradZ haben die Studierenden des Master Nachhaltigen Wirtschaften die Möglichkeit ein Zertifikatsstudium zu absolvieren. Nähere Informationen finden Sie unter Zertifikat UmweltWissen.

Seit Gründung der Universität Kassel wird die Umwelt in den verschiedenen Bereichen thematisiert. Das Umweltprofil stellt die Umweltbezüge in den Bereichen Forschung, Bildung sowie Transfer und Öffentlichkeitsarbeit dar. Weitere Informationen sind über die Homepage abrufbar.

Der Studiengang Nachhaltiges Wirtschaften stellt einen anwendungsbezogenen Konsekutiv-Masterstudiengang dar, der auf einem allgemeinen wirtschafts-, sozial- oder technikwissenschaftlichen Bachelorstudium aufbaut. Die Grundidee des Studiengangs ist es, sowohl in einschlägigen Bachelor-Studiengängen vorgebildeten Ökonomen, Politik-, Rechts- und Sozialwissenschaftlern als auch Ingenieuren eine Master-Qualifikation zu vermitteln, die sie befähigt, in verschiedenen Berufsfeldern in Wirtschaft, Politik, NGOs und in der Organisationsberatung Ansatzpunkte und Handlungsoptionen für nachhaltiges Wirtschaften zu erkennen, einzubringen und anzuwenden. Die Absolventen sollen gleichermaßen die (vor allem umweltbezogenen) technischen und naturwissenschaftlichen Probleme sowie die soziale Dimension von Nachhaltigkeit bearbeiten können und in die Lage versetzt werden, diese in verschiedenen sozialen Systemen (Unternehmen, Politik etc.) zu vertreten. Die AbsolventInnen des Studiengangs sollen als Moderatoren nachhaltiger Entwicklung wirken und zu trans- und interdisziplinärem beruflichen und bürgerschaftlichen Handeln befähigt werden.

Dazu benötigen sie betriebs- und volkswirtschaftliches Wissen, fortgeschrittenes Methodenwissen und Kenntnisse über naturwissenschaftliche Umweltzusammenhänge, technische Lösungsansätze, politische Entscheidungsmechanismen, rechtliche Grundlagen und die psychologische Basis individuellen Handelns. Dabei ist explizit erwünscht, dass bei den Studierenden des Studiengangs unterschiedliche Basisqualifikationen aufeinander treffen und die Qualifikationsentwicklung in interdisziplinärem Diskurs stattfindet. Das Lehrangebot erfolgt überwiegend in deutscher Sprache. Einige Lehrveranstaltungen werden in englisch abgehalten. Für deutsche Studierende ist damit die Vertiefung der englischen Sprachkenntnisse möglich.


Berufsfelder

Die Berufsfelder für Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs „Nachhaltiges Wirtschaften“ sind breit gefächert und finden sich sowohl in Unternehmen, die sich in wachsendem Umfang der Nachhaltigkeitsthematik annehmen (CSR), in der Beratung (Consulting, Politikberatung) und Zertifizierung sowie in den Bereichen Politik, Verwaltung und Forschung. Konkrete Beispiele sind die folgenden:

  • (Groß)Unternehmen, Abt. Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement
  • Unternehmens- und Politikberatung
  • Zertifizierung von einschlägigen Managementsystemen und Berichten
  • Nichtregierungsorganisationen wie Umweltverbände, Gewerkschaften und Entwicklungsorganisationen
  • Umwelt-Referate der politischen Parteien
  • Ministerien auf Länder- und Bundesebene wie HMULF und BMU u.a.
  • Nationale und internationale Institutionen wie UBA, EEA und UNEP usw.
  • Wissenschaftliche Laufbahn an Fachhochschulen, Universitäten und freien Forschungsinstituten wie Wuppertal-Institut, UFZ, Öko-Institut, ifeu, DIW etc.