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Forschung


Laufende Projekte

Kommentar zum 2. Buch Samuel in der Reihe Herders theologischer Kommentar zum Alten Testament

Schon lange gehören die Samuelbücher zu den Forschungsschwerpunkten des Arbeitsbereichs. Ihre literarische Qualität prädestiniert diese Texte zu einer literaturwissenschaftlich orientierten Auslegung. Die biblische Narratologie ist hier besonders angemessen. Gleichzeitig werfen die Samuelbücher die Frage nach den Eigenarten biblischer Historiographie auf. Der Kommentar will die Samuelbücher in ihrer Doppelgesichtigkeit von literarischem und historiographischen Text ernst nehmen und die Zusammenhänge dieser Zugangsweisen aufzeigen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der gendersensiblen Auslegung der Texte. Neben der philologischen Genauigkeit, die den Bewegungen des vorliegenden Texts folgt, werden aber auch anthropologische und theologische Querschnittsthemen behandelt und Rezeptionslinien von innerbiblischen Bezugnahmen bis in die Gegenwartskunst hinein aufgezeigt.


Tier-Ordnungen der Tora  (im Rahmen des LOEWE-Schwerpunkts Tier -Mensch-Gesellschaft)

Der interdisziplinäre Forschungsverbund Tier-Mensch-Gesellschaft der Universität Kassel untersucht Mensch-Tier-Beziehungen in Geschichte und Gesellschaft unter dem Leitbegriff der „Relationalität“. Das umfasst das Zusammenleben von Menschen und Tieren in Akteursgemeinschaften und damit eine Vielzahl von Praktiken.

Das theologisch-bibelwissenschaftliche Projekt (Bearbeiterin Dr. Yvonne Sophie Thöne) stellt die Tier-Ordnungen der Tora in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Das Projekt will untersuchen, wie Tier-Tier-Relationen, Tier-Mensch-Relationen, Tier-Gott-Relationen in der Tora literarisch dar- und hergestellt werden. Diskutiert wird, inwiefern Klassifikationssysteme auch text- und gattungsübergreifend wirken.

Biblische Narratologie

Die literaturwissenschaftlichen Entwicklungen in der Narratologie sind gerade in den letzten Jahren sehr intensiv weiter gegangen. Von der eher strukturalistisch ausgerichteten „klassischen“ Narratologie sind Bewegungen hin zu kontextuellen, kulturgeschichtlichen und kognitiven Ansätzen ebenso wahrzunehmen wie eine Ausweitung der untersuchten Medien. Die Weitung narratologischer Arbeit betrifft sowohl das narratologische Kommunikationsmodell als auch die konkreten Auslegungen und die Wahl des Gegenstands.

Gerade die biblische Narratologie kann von solchen Öffnungen hin zur Welt des Erzählens (in der kulturgeschichtlichen Narratologie), aber auch zu den gegenwärtigen RezipientInnen (in der pragmatischen Narratologie) in hohem Maß profitieren.


Online-Bibelkommentar

Der Online-Bibelkommentar (OBK) wird in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bibelgesellschaft Stuttgart als Gemeinschaftsprojekt von Prof. Dr. Maria Häusl (TU Dresden), Prof. Dr. Paul-Gerhard Klumbies und Prof. Dr. Ilse Müllner (beide Universität Kassel) herausgegeben.

Das Ziel dieses ökumenischen Projektes ist es, universitäre Theologie mit schulischem Religionsunterricht zu verbinden und LehrerInnen die Möglichkeit zu geben, qualitative Informationen auf wissenschaftlichem Niveau abzurufen, die sie für Ihre Unterrichtsvorbereitung benötigen.

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Abgeschlossene Projekte

DFG-Graduiertenkolleg 1599 Dynamiken von Raum und Geschlecht

Dieser Forschungszusammenhang geht von einem handlungsorientierten Raumbegriff aus. Raum wird nicht topographisch verengt und als ein Forschungsgegenstand unter vielen wahrgenommen, sondern als zentrale analytische Kategorie angesehen. Ebenso wird Geschlecht performativ verstanden. In der Verbindung dieser beiden gesellschafts- und kulturwissenschaftlichen Analysekategorien liegt das Innovationspotential dieses interdisziplinären Graduiertenkollegs. Die zeitliche und örtliche Spannbreite der hier versammelten Projekte ist groß, die Vielfalt der Methoden ist nicht zuletzt der Interdisziplinarität geschuldet. Das interdisziplinäre Gespräch und die disziplinären Debatten stehen in einem produktiven Wechselverhältnis sowohl auf der Ebene der Begriffsbildung als auch in der Arbeit an den Forschungsgegenständen.

Das Dissertationsprojekt von Nele Spiering-Schomborg "Man kann sich nicht entscheiden, als was man geboren wird." Die Exodusexposition im Horizont von Narratologie, empirischer Bibeldidaktik und Intersektionalität. Impulse für die Bibelauslegung und -didaktik.“ wurde 2016 abgeschlossen. Das Projekt von Anja Bartels Raum-, geschlechts- und Körperkonzeptionen in Hiob 1-2 ist noch in Arbeit.