Lehrveranstaltungen in FLOX

Seit der Eröffnung von FLOX wird in jedem Semester mindestens eine Lehrveranstaltung angeboten, die direkt an die FLOX-Arbeit und -Konzeption anknüpft. Studierende werden hier u. a. in ihren Fähigkeiten zur Entwicklung, Durchführung und Betreuung ergebnisoffener Experimentalsettings gefördert.

Regelmäßig wird auch das Freilandlabor von Studierenden der Biologiedidaktik genutzt. Als Außenstandort der Experimentier-Werkstatt Biologie FLOX wird in jedem Sommersemester speziell ein Seminar angeboten, in dem Gruppen von Studierenden verschiedene Themen im Freilandlabor bearbeiten, Unterrichtssequenzen dazu entwickeln und diese mit Klassen unterschiedlicher Altersstufen durchführen. 

Die im Folgenden exemplarisch kurz beschrieben FLOX-Lehrveranstaltungen geben einen Einblick in das Ausbildungsspektrum von FLOX.


SS2017 - Tablets als Lehr-/ Lernmedium im Freiland

Integraler Bestandteil der Ausbildung der Lehramtsstudierenden bei FLOX in der Begleitung, Konzeption, Durchführung und Reflexion von freilandbiologischen Unterrichtssequenzen ist der Einsatz von digitalen Medien. Im rahmen dieser teilgeblockten Veranstaltung werden die Studierenden sowohl auf fachwissenschaftlicher (im Bereich Ökologie) als auch auf (technisch-)fachdidaktischer Ebene geschult, um das neuerworbene Wissen und Fähigkeiten im Einsatz mit zwei Schulklassen im Freilandlabor Dönche zu erproben. Digitale Schwerpunkte, die die Studierenden mit biologischen Themen verknüpfen sollen, waren Augmented Reality, Guides & Touren sowie Messen mit digitalen Sensoren. An 4 Terminen setzten die Studierenden ihre Module mit Schülerinnen und Schülern der Ober- und Mittelstufe verschiedener Schulen aus Kassel (z. B. Lichtenberg Gymnasium) und dem Umkreis (z. B. Felsberg) um und erforschten mit den Schülerinnen und Schüler das Freilandlabor Dönche mit digitalen Mitteln zu verschiedensten Themen (z.B. Blütenbiologie, Gewässeranalyse, Vögel, Heilpflanzen).

Die Lehrveranstaltung wurde im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

SS2014 - Experimentieren im Freiland mit medialer Dokumentation

Unter der Leitung von Dr. Claudia Wulff und Eva Lorenzana fand im Sommersemester 2014 eine Weiterentwicklung des Konzeptes der Seminare im Freilandlabor Dönche statt.
21 Studierende des Lehramtes für Biologie bereiteten einen Tag im Freilandlabor unter dem Thema „Experimentieren im Freiland mit medialer Dokumentation“ mit 18 Oberstufenschülern vor. Während das didaktische Konzept bisher eine Verbindung von MINT-Bildung und BNE vorsah, kam in diesem Semester noch ein zusätzlicher Aspekt hinzu: der Einsatz von Tablets zur Unterstützung der Dokumentation des Experimentierens. Dieser Ansatz wurde sehr lebendig und z.T. kontrovers unter den Studierenden diskutiert. Tablets können Motivation fördern aber auch von der Begeisterung des Forschens ablenken. Eine intensive Evaluation begleitet dieses Pilotprojekt von FLOX, aus dem Impulse für die Fortführung im kommenden Jahr resultieren.

Die HNA berichtete am 2.7.2014 - "Digital die Natur erkunden" über den Prozess dieses spannenden Lehrprojektes.

WS2013/14 - Internationaler Workshop mit dem Alternativen Nobelpreis-Träger Raul Montenegro

Raul Montenegro mit Workshopteilnehmern

Am 23.5.2014 fand im Rahmen der „Internationalen Tagung Teaching Right Livelihood“ des Zentrums für Lehrerbildung der Universität Kassel unter der Leitung von Dr. Claudia Wulff und Prof. Dr. Bernd Overwien ein Workshop mit Studierenden und Schülern zum Thema „Biodiversität und Sojaanbau“ statt. Inspiriert und begleitet wurde dieses Seminar von dem argentinischen Biologen und Aktivisten Raul Montenegro, der 2004 den Right Livelihood Award (in Deutschland als Alternativer Nobelpreis bekannt) erhielt.
In einem vorbereitenden Seminar, dessen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich aus Studierenden des Lehramtes Politik, Studierenden des Lehramtes Biologie und einer Oberstufenschülerin der Lichtenbergschule, die über dieses Thema ihre Facharbeit schrieb, zusammensetzte, wurde dieser thematisch sehr vielfältige Workshop vorbereitet und Unterrichtsmaterialien erarbeitet. Diese wurden im Workshop in Form von Plakaten vorgestellt und mit Raul Montenegro und den Workshopteilnehmern diskutiert. Dabei war besonders spannend, dass es durch den Kontakt mit dem Right Livelihood Award-Träger einen Perspektivwechsel gab, der die Studierenden mit der Sicht eines Argentiniers auf die deutsche Bildungslandschaft konfrontierte. Unter anderem wurde seine Forderung „Education is exchange“ an den einzelnen Plakaten der Arbeitsgruppen und im anschließenden Plenum erörtert.

WS2012/13, 14/15 - Forschen und Lernen durch Offenes Experimentieren

Das Seminar hat zum Ziel, Studierende an das offene Arbeiten mit Schülerinnen und Schülern im Bereich Erkenntnisgewinnung/Forschendes Lernen/Experimentieren heranzuführen. Gleichzeitig dient das Seminar dazu, Studierende für die Arbeit mit Lernenden bei FLOX heranzuführen und zu trainieren. Der Aufbau des Seminars gestaltet sich folgendermaßen: 

  • 1.Phase: Einführung in offenes Arbeiten in der Schule allgemein und offenes Experimentieren
  • 2. Phase: Vorstellung des inhaltlichen und didaktischen Konzeptes der Experimentier-Werkstatt Biologie FLOX vorgestellt sowie erste Praxisübung. Anhand des Wasserfloh Grundmoduls lernen die Studierenden die Arbeitsweise von FLOX kennen.
  • 3. Phase: Reflexion zum Experimentieren und typische Schülerprobleme beim Experimentieren werden angesprochen und die Regeln der Betreuung bei FLOX besprochen.

Die Aufgabe der Studierenden ist es dann (Teil-)Module für FLOX zu entwerfen. Z.T. werden diese Module mit Klassen "ausprobiert". Zudem hospitieren Studierende bei einem Klassenbesuch und betreuen dann selbst eine Schülergruppe in einem Klassenbesuch. Mit einer ausführlichen Reflexionsrunde schließt das Seminar ab.

SS2011 - Phänologische Phänomene der Dönche - im Freiland experimentieren

Studenten entwickelten im Rahmen dieses Seminars eigenständig verschiedene Freilandmodule, die einen bestimmten (phänologischen) Aspekt der Dönche aufgreifen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem FLOX-Konzept, d. h. Kompetenzen und Methoden der Erkenntnisgewinnung: Beobachten, Vergleichen und Experimentieren.

Die Wahl, welcher fachliche Inhalt vermittelt wird, steht dabei in engem Zusammenhang mit dem Freilandlabor:

  • Welche Möglichkeiten bieten sich?
  • Welche Phänomene erscheinen besonders interessant? 

Im Herbst 2011 wurden die Module dann mit Schulklassen durchgeführt. Die Studenten konnten so Planung, Durchführung und Nachbereitung unter realen Bedingungen erleben und erproben.


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