Leitlinien, pädagogisches Konzept und Lernmodule von FLOX

Das Konzept von FLOX beruht auf einer intensiven Zusammenarbeit von Universität und Schule. Es bezieht dabei neben Schülern und ihren Lehrkräften auch Studierende des Lehramtes und Referendare mit ein.


Offenes Experimentieren in der Schule wird zwar oft propagiert, ist aber aufgrund der strengen Rahmenbedingungen im Biologieunterricht schwer durchzuführen. Nur wenn Lehramtsstudierende systematisch an die Anleitung zum offenen bzw. selbständigen Arbeiten herangeführt werden und Lehrkräfte in ihrer Lehrarbeit unterstützt werden, wird sich diese Art des Lernens in der Schule durchsetzen. Das pädagogische Konzept  der Experimentier-Werkstatt Biologie stützt sich auf folgende Eckpfeiler:

betreute Gruppenarbeit
ergebnisoffenes Experimentieren
Umweltbildung und BNE
Langfristiges Lernen
Digitale Medien
Experimentieren mit Tieren

Die Leitlinien der Experimentier-Werkstatt Biologie FLOX

Neugier und Kreativität fördern

Neugier und Kreativität sind integraler Bestandteil des naturwissenschaftlichen Forschens und Arbeitens. Im Freiraum eines außerschulischen Lernortes haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit in Kleingruppen unter der Betreuung von Lehramtsstudierenden eigene Forschungsfragen und kreative Ideen zu verfolgen und umzusetzen.

Selbständigkeit stärken

FLOX unterstützt das natürliche Bedürfnis der Schülerinnen und Schüler zum selbständigen und selbstorganisiertem Lernen. In der FLOX-Arbeit werden die unterschiedlichen Lernniveaus durch eine angepasste, pädagogische Begleitung berücksichtigt. Auf der Ebene der Lehre und des Studiums können die Lehramtsstudierenden Erfahrungen zum Experimentieren sammeln und ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein in der Betreuung von Schülerinnen und Schülern auf diesem Gebiet erlangen.  

Fachlich Spannendes kompetenzorientiert unterrichten

Mithilfe kumulativ aufbauender Experimentier-Module werden Schülerinnen und Schüler der naturwissenschaftliche Erkenntnisprozess nachvollziehbar dargestellt, wobei der Grad an Offenheit mit jedem Modul aufbauend erweitert wird. In Absprache mit den Lehrpersonen werden die bestehenden Module dem Kenntnisstand und der Jahrgangsstufe der Schülerinnen und Schüler angepasst. 

Digitales Lehren und Lernen unterstützen

In den FLOX-Modulen werden sukzessiv digitale Werkzeuge in den Experimentierprozess mit einbezogen und didaktisch eingebettet. Von einfachen Fotos und Bilderserien hinzu kleinen Videos und einer umfassendes digitalen Begleitung mittels der App "DiVoX" werden die Empfehlung zur KMK-Strategie Bildung in der digitalen Welt in die FLOX-Konzeption mit aufgenommen.


Das Konzept und Rahmenbedingungen (Zeit, Kosten) von FLOX

Die Experimentier-Module wenden sich im Besonderen an Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 10 jeden Schultyps.

In der Arbeit von FLOX als eine Studienwerkstatt der Universität Kassel nimmt zum einen der Lehramtsausbildung einen wichtigen Stellenwert ein. Zum anderen sieht sich FLOX als Vermittler zwischen Forschung und Schulpraxis. Gezielt sollen in diesem Zusammenhang Forschungsergebnisse, die in Rahmen von FLOX generiert wurden, in die Schule transferiert werden. Die Forschung konzentriert sich hierbei im Besonderen auf die Materialentwicklung und Weiterentwicklung von Lernumgebungen hinsichtlich ausgewählter pädagogischer und lernpsychologischer Konzepte.

In den 3- bis 4-Stunden Modulen zum Offenen Experimentieren erlernen die Schülerinnen und Schüler u. a. naturwissenschaftliche Fragestellungen und Hypothesen zu formulieren und diese in eigenständig geplanten Experimenten zu überprüfen. Die Kleingruppen (je 4 bis 6 Schüler/innen) werden von geschulten Lehramtsstudierenden der Biologie während der gesamten Arbeitszeit begleitet und unterstützt.

Zeitrahmen und Kosten

Die Experimentier-Werkstatt Biologie steht den Klassen im Semester an ausgewählöten Tagen von 8:00 bis 13:00Uhr zur Verfügung. In den Semesterferien ist ein Besuch auch an weiteren Werktagen möglich. Setzen Sie sich bitte zur Planung ihres Besuches frühzeitig mit uns telefonisch oder per Email in Verbindung.

Von den Schülerinnen und Schülern wird je nach Modul ein Unkostenbeitrag von 3€ bis 5€ erhoben.


Die Lernmodule von FLOX

Die Lernmodule von FLOX zielen auf die Förderung von Experimentierkompetenz ab. Hierbei können explizit Fähigkeiten zum Experimentieren und/oder Fertigkeiten zum biologischen Arbeiten eingeübt und angewendet werden. Die Lernmodule sind zum Teil in Forschungsprojekte eingebunden. Jedes Modul wird unter ausgewählten Gesichtspunkten evaluiert, um Entwicklungen auf dem Gebiet des "Lehrens und Lernens von Experimentierprozessen" zu untersuchen und aufzuzeigen. Aus diesem Grund ist an eine Teilnahme bei FLOX ein Einverständnis zum Generieren von Lerndaten notwendig.

FLOX-Modulangebot zur Förderung von Experimentierkompetenz:

Die Experimentiermodule von FLOX folgen einem kumulativen Aufbau von Kompetenzen zum Experimentieren und biologischen Fertigkeiten sowie Fähigkeiten zum Umgang mit digitalen Endgeräten und Software. Die Module können einzeln oder in einer sukzessiven Abfolge über mehrere Schuljahre besucht werden.

  • Experiment zu den Sinnen der Ostafrikanischen Riesenschnecken (Achatina fulica) Einführungsmodul in die Prinzipien des Experimentierens (5. Klasse)

  • Reise nach Madagaskar mit Fauchschaben (Gromphadorhina portentosa) Einführungsmodul in die Prinzipien des Experimentierens (5.-6. Klasse)

  • Experiment zum Fliegen/Flügelbau bei Vögeln
    Modellbau und Modellexperiment (6. Klasse) mit Integration von Digitalen Medien (z. B. Zeitraffer) 

  • Experiment mit Wasserflöhen (Daphnia magna)
    Reaktion auf den Faktor Licht (6./7. Klasse) mit Integration von langfristigen Lernstrategien und Lernen mit Digitalen Medien (Stop Motion)

  • Untersuchung zum Wasserhaltevermögen des Torfmooses
    inkl. Mikroskopieren (7./8. Klasse)

  • Experiment zur Aktivität von Hefe
    Temperaturabhängigkeit (ab 8. Klasse), Begleitung mit iPads und digitalen Lernuntertsützungen

 

FLOX-Freilandmodule zum Experimentieren im Freiland und Umweltbildung:

Im Zeitraum von Mai bis September/Oktober bietet FLOX verschiedene Module im Freilandlabor Dönche an. Je nach Zeitkontingent können einzelne Freilandmodule auch miteinander verknüpft werden. Detaillierte Informationen zu den Inhalten, dem Ablauf und der curricularen Verankerung der Freilandmodule finden Sie hier.

  • Artaufnahme und Nahrungsbeziehungen
    Fangen und Bestimmen von Kleinstlebewesen im Teich mit Ableitung von Nahrungsbeziehungen in einem Nahrungsnetz (6.-8. Klasse)

  • Umweltanalyse ausgewählter Biotope
    biologische und chemische Untersuchungen von Boden oder Gewässer (ab 7. Klasse)

  • Experimente mit Kleinstlebewesen
    Untersuchung von z. B. Beutefangverhalten, Reaktion auf abiotische Faktoren mit ausgewählten Lebewesen (ab 7. Klasse)

 

FLOX-Module mit Partnerschulen - Kooperation mit universitärer Lehre & Forschung:

Zentrales Element von FLOX ist die Entwicklung und Durchführung von Lehrveranstaltungen, die der Weiterentwicklung der Kompetenzen von Lehramtsstudierenden in ausgewählten Professionsfacetten dienlich sind.

  • Experimentieren und BNE im Freiland
    nur im Mai bis September/Oktober im Freilandlabor Dönche (Oberstufenklassen der Lichtenberg-Schule, Kassel und/oder Mittelstufenklasse der GAZ Europaschule, Kassel)

  • Diagnostizieren und Experimentieren
    Schüler experimentieren und Studierende betreuen und diagnostizieren (Mittelstufe an der Sekundarschule Warburg)


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