Kennzeichnung der Geologie

Quelle: Tobias Gabele nach der geologischen Karte von MOESTA 1878 und der Aufschlüsse der Umgebung
Grobschematischer hypothetischer Querschnitt durch das Werratal bei Witzenhausen zwischen dem Sülzberg und dem Sponberg. Blickrichtung: West-Nordwest. Sm= mittlerer, Su= unterer Buntsandstein, grau gezeichnet = Niederterassenschotter und Auenlehm [Quelle: Tobias Gabele nach der geologischen Karte von MOESTA 1878 und der Aufschlüsse der Umgebung]

Die Versuchs- und Demonstrationsanlage für Bewässerungs- und Solartechnik liegt auf der Hessischen Buntsandsteinplatte im Kreuzungsbereich zweier großer europäischer Grabenbruchsysteme: der vom französischen Massif Central in SW-Nordöstlicher Richtung zur Ostsee verlaufenden Mittelmeer-Mjösen-Zone, und der SO-Nordwestlich (herzynisch) verlaufenden Eichenberg- Gotha- Saalfelder Störungszone (Bundesanstalt für Bodenforschung 1971). Im Zusammenhang mit den zahlreichen Zerrungsbrüchen der mächtigen Triasplatte (Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper) stehen auch die starken Hebungen (Durchbruch des Paläozoikums 1km südlich, Versperrung des alten Werratales 1 km nördlich) und der Vulkanismus während des Tertiärs in der nahen Umgebung des Standortes. Den genannten Tektonischen Vorgängen ist es zuzuschreiben, daß in der Umgebung von Witzenhausen nicht nur Buntsandstein und Muschelkalk, sondern auch Keuper, Reste von Tertiär, Basalt, alle Glieder des Zechsteins und Grauwacke, dicht nebeneinanderliegend anstehen und neben dem Löss die Ausgangsubstrate für Böden und Flußsedimente bilden. Das Werratal weist als tektonisch präformiertes Flußtal einen Wechsel von durch die Flußarbeit geprägten schmaleren Talabschnitten mit breiten Einbruchszonen auf. Mittel- und Hochterrassen sind nur noch in Resten vorhanden. Nachfolgende Abbildung zeigt grobschematisch einen hypothetischen Talquerschnitt (nach der geologischen Karte von Moesta (1878)) . Im Süden erkennt man die Aufwölbung des Werra-Schiefergebirges, welches die Wasserscheide zur Gelster bildet, im Norden den Rand des Werra- Leine- Gebirges, daß die Werra seit der Hebung des Eichenberger Sattels im Jungtertiär von ihrem alten Flußbett, dem Leinetalgraben, trennt.