e-learning: Hinweise für Lehrende

Inhalt

Ratschläge für das Distance-Learning
Urheberrechtliche Aspekte
Videokonferenzen in der Lehre/ Webinare
Online Whiteboards
Zusätzliche Software
Weitere Unterstützung


Die folgenden Hinweise für Lehrende sind als komplementäre Ergänzung zu den zentralen Hinweisen zu e-learning des Servicecenter Lehre sowie der speziellen Situation am fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften gedacht.


Bei der Umgestaltung einer bisherigen Präsenzveranstaltung in eine Online-Veranstaltung sollte nicht nur die Technik im Fokus stehen, sondern die Lehr-/ Lernbeziehung zwischen Lehrenden und den Lernenden.

Eine Präsenzveranstaltung einfach durch eine digitale „Live-Vorlesung“ zu ersetzen kann evtl. auch daran scheitern, dass die digitalen Ressourcen zum Semesterstart am 20.04.2020 und vermutlich auch darüber hinaus nicht ausreichen werden. Netze werden aller Voraussicht nach überlastet sein und es besteht ein hohes Risiko, dass Live-Streams abbrechen und damit wichtige Inhalte nicht übermittelt werden können was unter den Studierenden schnell zur Beunruhigung oder Desinteresse führen kann. Es ist zudem nicht davon auszugehen, dass allen Studierenden stabile Internetzugänge und Endgeräte zur Verfügung stehen. Planen Sie daher bitte nicht in erster Linie virtuelle Präsenzveranstaltungen z. B. über Videokonferenzsysteme mit Ihren Studierenden, sondern nutzen Sie soweit möglich asynchrone Formate (z. B. Lehrvideos, kommentierte Folien). Der große Vorteil der Asynchronität von Online-Lehre ist, dass Studierende orts- und zeitunabhängig lernen können. Bitte nutzen Sie diesen Vorteil.
Um den Studierenden dennoch eine gewisse Planungssicherheit und Struktur im Sommersemester zu geben, ist es anzuraten vorrangig die geplanten Zeitfenster für Ihre Veranstaltungen gemäß Stundenplan zu nutzen und z. B. über einen Chat, ein Diskussionsforum, das Einstellen von Aufgaben, oder für Kleingruppen auch eine  Videokonferenz, einen interaktiven Austausch mit den Studierenden und Rückfragen zu ermöglichen. Eine weitestgehende Aufrechterhaltung des Stundenplans halten wir auch deshalb für besonders wichtig, weil wir am Fachbereich eine komplexe Semesterstruktur mit verschiedenen Studiengängen und vielen Lehrenden/ Lehrbeauftragten haben, und bei völliger Aufhebung der Zeiten viel Verwirrung und Unsicherheit zu erwarten ist bzw. zu einem hohen Koordinierungsaufwand führen würde.

Ratschläge für das Distance-Learning

Für die erfolgreiche Gestaltung von E-Learning Content ist besonders die Motivation der Lernenden von Bedeutung (Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler). Nur wenn Interesse geweckt und aufrechterhalten wird, kann sich ein Lernerfolg einstellen. Ausgehend von der Annahme, dass größtenteils irgendwelche Formen der Aufzeichnung (Video, Audio, kommentierte Folien, Bildschirmaufnahmen) zum Einsatz kommen, sind im Vergleich zu den klassischen Lehrformaten einige Unterschiede zu beachten:

  • Die Lernenden können die Aufzeichnung jederzeit anhalten und wiederholen, aber auch überspringen.
  • Die Aufzeichnungen können nicht schnell überflogen werden, um sie auf relevante Inhalte, wichtige Informationen etc. zu prüfen.
  • Wir empfehlen, dosiert aufgezeichnete Lehrvideos einzusetzen und diese z. B. durch Aufgaben oder Leselisten aus dem Online-Angebot der Bibliothek zu ergänzen. Möglich sind auch kommentierte Powerpoint-Präsentationen, die aus bestehenden Präsentationen i.d.R. leicht zu erstellen sind. Beim Distance-Learning sollte der lernförderliche Umfang beachtet werden. Eine Einheit zur Informationsvermittlung sollte max. 20-30 min betragen und nach Möglichkeit thematisch abgegrenzt sein.
  • Wenn in der Präsenzlehre eine Veranstaltung bspw. zwei Stunden dauert, bedeutet dies nicht, dass eine zweistündige Aufzeichnung notwendig ist. In der Präsenzlehre wird auf das anwesende Auditorium eingegangen, Fragen werden beantwortet, etc., es findet eine 2-Wege-Kommunikation statt. Anders bei den Aufzeichnungsformaten, hier ist es eine 1-Weg-Kommunikation. Sie können durchaus mit geringerem Zeitbedarf für die online Präsentation im Vergleich mit der Präsenzlehre rechnen. Dafür müssen aber weitere „Hilfen“ bereitstehen.
  • Erstellen Sie eine Inhaltsübersicht in Textform zu jeder Aufzeichnung mit der Angabe zu Thema und Sprungmarke. Z. B.:
    Thema 1 (0:00); Thema 2 (7:15), Thema x (19:41) usw.
  • Stellen Sie wichtige Informationen (Termine, Literatur, Links,…) zusätzlich in Textform zur Verfügung, diese sind sonst nur sehr aufwändig wiederzufinden.
  • Unterteilen Sie die Aufzeichnungen. Statt eines Videos einer gesamten Lehrveranstaltung erstellen Sie kürzere, eigenständige Medienbausteine Im oben angeführten Beispiel könnten das dann Videos zu jeweils den einzelnen Abschnitten sein (Video 2: Thema 1, Video x: Thema x, …). UniVideo hat eine Uploadbegrenzung von 2 GB, mit kürzeren Videos bleiben Sie auch leichter unter dieser Grenze.
  • Für die Lehraufzeichnung können Sie PANOPTO nutzen. Alle interessierten Lehrenden können ab sofort dem SCL eine Mail schreiben, für welche Lehrveranstaltung sie Aufzeichnungen planen, dann wird dort bereits ein passender Veranstaltungsordner angelegt. Lehrenden müssen sich einmalig im System anmelden und das Programm installieren. Vom SCL werden Online-Schulungen angeboten. Aufzeichnung einer Panopto-Schulung
  • Lehraufzeichnungen (Aufzeichnung des Beamerbildes plus Stimme des Vortragenden) sind auch in folgenden Räumen möglich: Große Aula (Start der Lehraufzeichnung über das Display, Speicherung über das SCL), Kleine Aula und H13 (Extra-Steckdose, an der Sie einen USB-Stick einstecken und die Aufnahme direkt starten und unterbrechen können. Die Aufnahme ist dann direkt auf dem USB-Stick gespeichert). Das notwendige Headset ist in der Großen Aula im Nebenraum, in der Kleinen Aula im Pult und für den H13 im Dekanat erhältlich.

  • Für die Online-Lehre ist standardmäßig die Moodle-Lernplattform zu nutzen. Wir empfehlen Videos in der UniVideo-Plattform https://univideo.uni-kassel.de hochzuladen und in Moodle nur den Link zu veröffentlichen. Dadurch entfällt erheblicher notwendiger Speicherplatz in Moodle sowie lange Downloadzeiten für die Studierenden. Die Studierenden schauen als Livestream unter UniVideo. Zur Nutzung von Univideo loggen Sie sich mit Ihrem Uniaccount ein. Die Handhabung ist sehr einfach.

  • Bei der Planung der Onlinelehre sollte damit begonnen werden, die wichtigsten Modulziele zu identifizieren und entsprechende Selbstlernmaterialien (Skripte, PPT, Texte, etc.) bereitzustellen. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche.

  • Sorgen Sie für ein ansprechendes Design und eine entsprechende Ansprache – das sind Grundvoraussetzungen für ein gutes Gefühl beim Lernenden. Dabei spielt nicht nur die „virtuelle“ Arbeitsatmosphäre innerhalb des Trainings eine wichtige Rolle, sondern auch die tatsächliche Atmosphäre, in der sich die Lernenden befinden. Denn wer sich in seinem Umfeld wohl fühlt, lernt effektiver.

  • Die Informationsvermittlung sollte mit einer aktivierenden Aufgabe verbunden sein. Diese kann wiederholend, weiterführend, den Transfer fördernd oder reflektierend gestaltet sein.

  • Die Aufgaben sollten nach Möglichkeit so gestaltet sein, dass zwischen Einzel- und Gruppenarbeiten gewechselt wird. Die Ergebnisse lassen sich auf Moodle präsentieren.

  • Den Lernenden sollte, am besten für alle sichtbar, in einem Moodle-Forum ein regelmäßiges Feedback gegeben werden.  Interaktionen sind besonders wichtig. So sorgen Sie dafür, dass die Lernenden sich aktiv und intensiv mit dem Thema auseinandersetzen – und das Gelernte besser hängen bleibt. Stellen Sie das Abbonement des Forums von "optional" auf "automatisch". So erhalten die Teilnehmer*innen bei jedem neuen Beitrag eine Mail. Sie können selbst entscheiden, ob sie das Forum wieder auf "otional" umstellen wollen.

  • Die Materialien zur Lehre sollten Stück für Stück von Woche zu Woche für die Studierenden bereit gestellt werden, so dass die Studierenden wie bei einer Präsenzveranstaltung auch über mehrere Wochen sich mit den Inhalten auseinandersetzen müssen.

  • Lernen sollte auch Spaß machen – auch an der Uni. Mit spielerischen Elementen und einem Belohnungsprinzip aktivieren Sie die Motivation der Lernenden und stärken durch kleine, sofort sichtbare Erfolge sogar das Selbstbewusstsein. In Moodle können hierfür die Komponenten der „HotPot“-Aktivität genutzt werden.

Urheberrechtliche Aspekte

Achten Sie bitte beim Hochladen von Materialien auf folgende Dinge:

  • Aus einem Fachbuch können bis zu 15% des Inhalts eingescannt und den Studierenden als PDF auf der Lernplattform im Rahmen einer Lehrveranstaltung zur Verfügung gestellt werden.
  • Bis zu 15% eines Films, z. B. aus einer Mediathek, können Studierenden auf der Lernplattform zur Verfügung gestellt werden. Verweise auf Onlinevideoplattformen, z. B. Youtube oder die Mediatheken der öffentlichen Rundfunkanstalten sind immer erlaubt.
  • Eine vollständige Nutzung ist bei Werken geringen Umfangs erlaubt. So können Artikel aus ei-ner Fachzeitschrift komplett eingescannt und den Studierenden zugänglich gemacht werden.

Wir weisen an der Stelle auf das Angebot der Universitätsbibliothek hin, E-books über die Universitätsbibliothek beschaffen zu lassen. Geben Sie bitte nur Literaturhinweise an, die online verfügbar sind.

Videokonferenzen in der Lehre/ Webinare

Seitens der Universität Kassel werden die Tools WebEx und Zoom befürwortet. Die Programme haben z.B. folgende Funktionen: Durch die Funktion „Teilen des Bildschirms“ können Sie Ihre Powerpoint, Dokumente oder Fotos Studierenden zugänglich machen und besprechen. Die Moderation können Sie auch einer/einem Teilnehmer*in übergeben, so dass diese Person ihre Präsentation der Gruppe zugänglich machen kann. Bei Gruppen über zehn Personen empfehlen wir, dass die Teilnehmer*innen ihr Mikro und Video ausgeschaltet haben und nur bei Fragen und Diskussionsbeiträgen einschalten. Über die Öffnung der Chatfunktion können Teilnehmer*innen (auch die, deren Mikro nicht funktioniert) schriftlich Fragen oder Diskussionsbeiträge schreiben.

WebEx: Das Tool eignet sich für Projektbesprechungen, Seminar bis 30 Personen und mündliche Prüfungen.

Zoom: Für die Universität Kassel wurden die Datenschutzbestimmungen angepasst. Das Tool eignet sich für Online-Veranstaltungen bis 300 Teilnehmer*innen und die Bildung/ Moderieren von Untergruppen in Online-Seminaren. Für Prüfungen soll Zoom nicht verwendet werden. Aufzeichnungen sollen nicht in der Zoom Cloud gespeichert werden. Die begrenzten Lizenzen müssen über das Dekanat beantragt werden. Deutschsprachige Tutorials für Zoom: https://support.zoom.us/hc/de/articles/206618765-Zoom-Video-Tutorials?flash_digest=7789e31a51949dcfada4c7ded7b81d48e45dd9dc

Für die Durchführung von Webinaren für Gruppen, eignet sich außer Zoom auch Adobe Connect. Dieses ist zugänglich über das DFN-Netz: https://conf.dfn.de

Die Aufzeichnung einer Videokonferenz oder Webinar ist durch die Programme grundsätzlich möglich. Bitte denken Sie daran, dass dann die schriftliche Einwilligung aller Teilnehmer*innen vorliegen muss: Formular

Technische Voraussetzungen und Kommunikationsregeln für Videokonferenzen: hier

Online Whiteboards

Diese ermöglichen das gemeinsame Bearbeiten eines Whiteboards für Themensammlungen, Abstimmungen etc. und den Download des Resultats. Bspw. https://www.webwhiteboard.com

Zusätzliche Software

Sollten Videos doch zu groß geraten sein, können Sie mit der Freeware „Handbrake“ (https://handbrake.fr) eine Transformierung des Videos bewerkstelligen.

Für die Bearbeitung von Audiospuren bietet sich die Freeware „Audacity“ (https://www.audacity.de) an.

Beide Programme sind für Windows, Mac und Linux erhältlich und haben auch eine deutschsprachige Version.
Für die Tonaufzeichnungen hat das Dekanat zwei Audioaufzeichnungsgeräte beschafft, die sowohl als Diktiergerät als auch als Mikrofon arbeiten. Bedienungsanleitung unter: https://www.zoom.co.jp/sites/default/files/products/downloads/pdfs/D_H4nPro_1.pdf
Hier finden Sie eine Video-Anleitung zur Benutzung des Zoom H4n Pro Recorders: https://media.hwr-berlin.de/video/Anleitung-zur-Benutzung-des-Zoom-H4n-Pro-Recorders/024b523741f70b4ddb509c77c0cb5e84

Erstellen Sie die fertigen Tonaufnahmen im mp3-Format (Audio-Formate). Die endgültige Dateigröße hängt von verschiedenen Faktoren bzw. Einstellungen ab (https://www.podcast.de/faq/antwort-36-Welche+Dateigr%C3%B6%C3%9Fen+ergeben+sich+bei+den+MP3-Dateien%3F/). Eine grobe Annäherung ist 1 MB pro Minute.

Die Lehrenden, die nun die online-Lehre beginnen, lassen sich in zwei Gruppen einteilen:
Diejenigen, die sich schon besonders gut mit bestimmten Werkzeugen (Programmen, Plattformen) auskennen, und die, die da noch nicht so tief eingestiegen sind. Die erste Gruppe sollte, wenn nicht schwerwiegende Gründe (bspw. Datenschutz) dagegensprechen, ihre Lehre mit den Ihnen vertrauten Programmen gestalten. Die zweite Gruppe sollte sich an den unter unseren Lehrenden am Weitesten verbreiteten Programmen und Plattformen orientieren. Das sichert zum einen eine große Zahl an erfahrenen Kollegen, die einem Unterstützung bieten können. Zum anderen reduziert das für die Studierenden die Anzahl unterschiedlich zu bedienender Werkzeuge.
Wir wünschen uns auch einen Erfahrungsaustausch über die eingesetzten Werkzeuge und Metho-den sowie deren Akzeptanz bei den Studierenden. Berichten Sie von den Perlen im Bereich der Anwendungen, die Sie gefunden haben.

Weitere Unterstützung

Wir möchten Sie auf die Angebote der zentralen Einrichtungen hinweisen. Das Servicecenter Lehre bietet eine Telefonsprechstunde zu Moodle und Webinare zu verschiedenen Themen an: https://www.uni-kassel.de/einrichtung/index.php?id=1257

An unserem Fachbereich steht Ihnen Oliver Jungwirth für Fragen zu e-learning zur Verfügung: Tel. 1275, jungwirth@uni-kassel.de