Aktuelle Veranstaltungen

Jahresprogramm

Hier finden Sie das vorläufige Jahresprogramm für das Jahr 2018

Ein Apfel ist ein Apfel, ist ein Apfel? Apfelausstellung und Sortenbestimmung mit dem Pomologen Hans Joachim Bannier aus Bielefeld

Sonntag, 25. November 2018 von 15-18 Uhr in der Universität Kassel, Ökologische Agrarwissenschaften, Hörsaalgebäude Raum H 12 (Erdgeschoss), Steinstraße 19, 37213 Witzenhausen

Am Sonntag, 26. November gibt es zwischen 15 und 18 Uhr mindestens 160 verschiedene Apfelsorten zu sehen, darunter altbewährte wie auch neu gezüchtete, bekannte und fast verschollene Tafel-, Most- und Wirtschaftsäpfel aus allen Regionen Deutschlands. Der Eintritt ist frei.

Sie haben die Möglichkeit, ihre eigenen Früchte durch einen Sortenkenner vom Pomologen-Verein bestimmen zu lassen. Dazu bringen Sie bitte 3-5 madenfreie Äpfel, möglichst auf der Sonnenseite gepflückt, von Ihrem Baum mit. Eine Bestimmung kostet pro Sorte 2,50€.

Wer kennt sie noch, die alten Sorten? Der Schöne aus Nordhausen, die Große Kasseler Renette, die Kirkespflaume oder die Muskatellerbirne sind in den letzten Jahrzehnten fast unmerklich aus den Gärten, von den Wegrändern und den Wiesen unserer heimischen Landschaft verschwunden. Und mit ihnen verschwindet das Kulturgut vieler alter Sorten, die unsere Vorfahren über Jahrhunderte genutzt, sorgsam gehütet und vermehrt haben. Mit ihnen sind auch wertvolle Eigenschaften (z.B. Krankheits- und Schädlingsresistenzen, Klima- und Standortangepasstheit) unwiederbringlich verlorengegangen. Einige der alten Sorten sind uns nur noch aus Beschreibungen und Erzählungen unserer Eltern oder Großeltern bekannt.

Fortschreitende Spezialisierung auf wenige Standardsorten, verbunden mit der Entwicklung weg vom langlebigen Hochstamm-Baum hin zum kurzlebigen Busch- und Spindelbaum, dem allmählichen Verschwinden des selbstangebauten Obstes als Folge des Angebots „vereinheitlichter“ Supermarkt-Früchte und gezielten politischen Maßnahmen, wie Abholzungsprämien, bewirkten im Obstbau eine Gen-Erosion nie gekannten Ausmaßes.

Bei der Erhaltung alter Obstsorten geht es nicht allein um die Bewahrung eines Kulturgutes und um die Rettung genetischer Ressourcen, sondern auch um eine Vielfalt der Sinneserfahrung jenseits industrieller Massenproduktion. Wer einmal den Duft eines vollsaftigen Gravensteiners, das würzige Aroma eines frisch gepflückten Prinzenapfels oder den fruchtig-aromatischen Geschmack eines Berlepsch kennengelernt hat, der wird das immer gleiche Angebot an Elstar-, Jonagold-, Delicious- und Gala-Äpfeln als eintönig und geschmacksarm empfinden. Wer gute Äpfel zum Kuchenbacken sucht, wird bei Riesenboiken oder Jakob Lebel fündig, alten Wirtschaftssorten, deren Früchte ebenso wenig im Laden erhältlich sind wie der Weiße Klarapfel und der Bismarckapfel, Äpfel für bestes Apfelmus. Guten Apfelsaft erhält man von Mostsorten wie dem Rheinischen Bohnapfel, der Grauen Herbstrenette oder auch Regionalsorten wie der Westfälischen Tiefblüte. Einigen Sorten wie dem wohlschmeckenden Finkenwerder fehlt nur das genormte, marktfähige „Outfit“, welches Großhandel

und Verbraucher heute zumeist erwarten. Die kleinen leuchtenden Früchte der Roten Sternrenette –von manchen auch als Weihnachtsschmuck verwendet- können uns lehren, dass eine Vielfalt von Augen- und Gaumenfreuden auch außerhalb von EU-Normen über Mindestgrößen (noch!) existiert.

Sie können diese Sorten am 25.11.2018 in Witzenhausen wiederentdecken und rund um Apfelsorten und –anbau fachsimpeln.

Flyer zur Sortenaustellung und -bestimmung hier


Seminar im Tropengewächshaus: "Vom rotbraunen Gold - die Kaffewelt entdecken!"

Seminar im Tropengewächshaus: "Vom rotbraunen Gold- die Kaffewelt entdecken!" am 19. und 20. Oktober 2018


Führung im Lehr- und Lerngarten: "Herbstgemüse mit Geschichten"

Führung im Lehr- und Lerngarten: "Herbstgemüse mit Geschichten" am 21. Oktober 2018, 11-12.30 Uhr