Service

Futtermitteluntersuchung

Bitte beachten Sie dazu die folgenden Hinweise. Bevor Sie Futtermittelproben an das Fachgebiet senden setzen Sie Sich mit der Mitarbeiterin Frau Jatsch (Tel.: 05542 981578) in Verbindung.

Probennahme

Der Aussagegehalt von Futtermittelanalysen wird maßgeblich von der Probennahme beeinflusst. Folgende Hinweise zur Gewinnung von repräsentativen Proben sollten beachtet werden.

Silageproben

Proben sollten erst ca. 4 Wochen nach der Silobeschickung gezogen werden, weil der Silierprozeß frühestens zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen ist. Die Probenname erfolgt am besten mit einem Probebohrstock. Es werden nach Möglichkeit ca. 10 Einzelproben über die Silofläche verteilt aus allen Schichten des Silos (außer den Randpartien) entnommen. Die gewonnenen Einzelproben werden zu einer gut durchmischten Sammelprobe von min. 1,5 bis max. 2 kg zusammengefasst. Diese Analyseprobe muss in einen Plastikbeutel verpackt, luftdicht verschlossen und schnellstmöglich an das Labor gesendet werden. Der Versand sollte nach Möglichkeit am Wochenanfang erfolgen.

Getreide- und Körnerleguminosenproben

Es sollten zahlreiche Einzelproben an verschiedenen Stellen des Futterstockes oder des Getreidehaufens genommen und zu einer Sammelprobe zusammengestellt werden. Aus der Sammelprobe wird nach nochmaligem Mischen eine Analyseprobe von ca.  1,0 kg gewonnen und in das Labor gesandt.

Heuproben

Es sollten bei mehreren aufgeschnittenen Heuballen aus der Ballenmitte und bei loser Lagerung an 10 bis 15 verschiedenen Stellen des Lagers Einzelproben unter Vermeidung von Bröckelverlusten entnommen werden. Diese Einzelproben werden zu einer Sammelprobe zusammengefügt. Aus der Sammelprobe wird nach nochmaligem Mischen eine Analyseprobe von ca. 1,2 kg gewonnen und in das Labor gesandt.

Knollen und Wurzeln

Es sollten möglichst zu gleichen Teilen große, mittlere und kleine Knollen oder Wurzeln an verschiedenen Stellen des Haufens gesammelt und zu einer Sammelprobe zusammengefaßt werden. Aus der Sammelprobe wird nach nochmaligem Mischen eine Analyseprobe von min. 1,0 kg bis max. 2,0 kg gewonnen und in das Labor gesandt.

Probenuntersuchung

Zur mengenmäßigen Bestimmung von Inhaltsstoffen in Futtermitteln bieten sich zwei unterschiedliche Verfahren an:

  1. Die klassische, nasschemische Untersuchung (Weender Analyse, plus polarimetrische Stärke- und Gesamtzuckerbestimmung nach Luff Schoorl und van Soest Analyse)
  2. Die NIRS-Methode (Nah-Infrarot-Reflektions-Spektroskopie mit unterschiedlichen Kalibrationssätzen).

Im folgenden werde beide Verfahren kurz beschrieben und ihre Vor- und Nachteile erläutert.

Klassische nasschemische Untersuchung (Weender Analyse und weitere Verfahren)

Die nasschemische Untersuchung besteht aus vielen zeitaufwendigen Einzelschritten. Vom Probeneingang bis zum endgültigen Ergebnis der Untersuchungen können 3 Wochen vergehen. Außerdem geht mit dem Einsatz von Chemikalien eine Belastung der Umwelt einher.

Bei der Weeder Analyse werden folgende Einzelergebnisse gewonnen:

  • Trockensubstanz (Gehalt an Wasser)
  • Rohasche
  • Rohprotein
  • Rohfett
  • Rohfaser

Aus diesen Ergebnissen werden die N-freien Extraktstoffen errechnet.

Es kann außerdem eine Aufschlüsselung der Rohasche auf die Mineralstoffe Kalzium (Ca), Phosphor (P), Natrium (Na), Kalium (K) und Magnesium (Mg) erfolgen.

Die Rohfaser und die N-freien Extraktstoffe können nach Stärke, Zucker, und in die van Soest-Analyse aufgeschlüsselt werden.

Aus der van Soest Analyse resultieren folgende Einzelergebnisse:

  • ADF (Acid Detergent Fiber) = Zellulose, Lignin und Lignin-N-Verbindungen
  • NDF (Neutral Detergent Fiber) = Hemizellulose, Zellulose, Lignin und Lignin-N-Verbindungen
  • ADL (Acid Detergent Lignin) = Rohlignin
  • NDF minus ADF = Hemizellulose
  • ADF minus ADL = Zellulose

 

Die nasschemische Untersuchung zeichnet sich durch eine hohe Genauigkeit aus und ist zwingend erforderlich zur Kalibration (Eichung) der NIRS-Geräte.

NIRS-Methode

Die NIRS-Methode (Nah-Infrarot-Reflektions-Spektroskopie) ist ein indirektes Meßverfahren und basiert auf Messungen der optisch-physikalischen Eigenschaften der Proben. Der reflektierte Strahlungsanteil in Abhängigkeit von der Wellenlänge gibt die Struktur und den Gehalt der organischen Inhaltsstoffe der Probe an.

Voraussetzung für die NIRS-Methode ist, dass für das zu untersuchende Futtermittel eine Kalibierung und eine Validierung (zur Eichung) für die verschiedenen Untersuchungsparameter unter Anwendung von anerkannten Referenzmethoden z.B. der Weender Analyse vorliegt.

Rohasche, Mineralstoffe und Spurenelemente können mit dem Verfahren nicht bestimmt werden. Eine direkte Ableitung der Energiekonzentration ist nicht zulässig, so daß eine separate Energieberechnung vorgenommen werden muss.
Die Vorteile dieses Verfahrens liegen in der Geschwindigkeit der Anlage und den vergleichsweise geringen Kosten. Für eine Untersuchung eines Futtermittels sind folgende Schritte nötig: Entfeuchtung der Futterprobe (bei Naßfuttern wie z.B. Silage), Vermahlung, Rohaschebestimmung, Messung im NIRS-Gerät. Das komplette Ergebnis kann schon nach drei Tagen vorliegen. Der Einsatz von Chemikalien ist auf die Erstellung von Eichungen beschränkt.

Kosten & Versand

Preisliste für Einzelanalysen oder Komplettpakete

Einzelanalysen

1

  Entfeuchtungswert-Bestimmung

3,-- €

2

  Vermahlung

3,-- €

3

  Trockenmassebestimmung

5,-- €

4

  Rohaschebestimmung

5,-- €

5

  Rohfaserbestimmung

9,-- €

6

  Rohproteinbestimmung

10,-- €

7

  Rohfettbestimmung

12,-- €

8

  Gesamtzuckerbestimmung

10,-- €

9

  Stärkebestimmung

10,-- €

10

  NDF-Bestimmung (Anteil der Gerüstbausubstanzen)

11,-- €

11

  ADF-Bestimmung (Anteil der Gerüstbausubstanzen ohne Hemizellulose)

11,-- €

12

  ADL-Bestimmung (Anteil der Gerüstbausubstanzen ohne Hemizellulose und Zellulose =   Lignin)

16,-- €

13

  pH-Wert Silage

2,-- €

14

  Sinnesprüfung (Silage, Heu) nach DLG-Schlüssel

11,-- €

15

  Energieberechnung (Wiederkäuer, Schwein, Geflügel)

3,-- €

Komplette Standarduntersuchung mit NIRS

Sie beinhaltet: Trocknung und Vermahlung der Probe, Bestimmung von Weender Rohnährstoffen (NIRS-Methode), Berechnung der Energie und des nutzbaren Rohproteins.

K 1

  Frischgras (komplett)

18,-- €

K 2

  Maissilage, Grassilage (komplett)

18,-- €

K 3

  Getreide, Leguminosen (komplett)

18,-- €

Komplette Standarduntersuchung mit der nasschemischen Methode

Sie beinhaltet: Trocknung und Vermahlung der Probe, Bestimmung von Rohasche, Rohnährstoffbestimmung, Berechnung der Energie und des nutzbaren Rohproteins, pH-Wert bei Silagen.

K 4

  Grassilagen ohne Stärke

46,-- €

K 5

  Maissilage (ohne Zucker)

46,-- €

K 6

  Heu (ohne Zucker und Stärke)

40,-- €

K 7

  Mischsilagen, TMR (inkl. Zucker und Stärke)

60,-- €

K 8

  Einzel- und Mischfuttermittel (Schwein und Geflügel)

60,-- €


Bestimmung des intramuskulären Fettgehaltes (IMF) im Schweinefleisch

Hintergrund

In der ökologischen Schweinehaltung wird dem Genusswert (Aroma, Zartheit, Saftigkeit) von Schweinefleisch ein besonderer Stellenwert beigemessen. Der Genusswert wird maßgeblich vom intramuskulären Fettgehalt (IMF) des Fleisches beeinflusst. Möglichkeiten zur Erhöhung des IMF-Gehaltes sind durch die Rasse bzw. genetische Herkunft sowie durch die Fütterungsintensität und die Versorgung mit glukoplastischen Aminosäuren gegeben. In den meisten Fällen liegen den Landwirten keine Informationen über den gegenwärtigen Qualitätsstandard in ihrem Betrieb vor. Um eine erste Sondierung vornehmen zu können, bietet das Fachgebiet für Tierernährung und Tiergesundheit der Universität Kassel die Möglichkeit zur Untersuchung von Fleischproben (Kotelett) auf den intramuskulären Fettgehalt sowie die Muskel- und Fettfläche an.

Probenahme

Für eine sachgerechte Auswertung der Analyseergebnisse ist eine ordnungsgemäße und repräsentative Probennahme erforderlich. Die Proben sollten ca. 1 Stunde nach dem Schlachtprozess an einer definierten Stelle entnommen werden (siehe Abbildung). Dazu wird an der 13./14.Rippe ein gerader Schnitt im rechten Winkel zur Längsachse von der Schwarte zum Kotelettknochen durchführt. Dann wird der Knochen eingesägt und das Kotelett mit Schwarte und Knochen zum Hals hin entnommen.

Um eine Einschätzung zum betrieblichen Stand im Hinblick auf den IMF-Gehalt des Schweinefleisches zu bekommen, sollten ca. 10% der Schlachtkörper eines Mastdurchganges (mindestens 6 Tiere/Durchgang) beprobt werden. Dabei sollte auf eine gleichmäßige Beteiligung männlicher und weiblicher Tiere geachtet werden.

Versand

Sofort nach der Entnahme sollte das Kotelett in eine Plastiktüte luftdicht verschlossen und tiefgefroren werden. Die tiefgefrorenen Proben können in einem mit Eis versehenen Beutel verpackt per Express an das Labor des Fachgebietes (Adresse siehe oben) verschickt werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass eine Transportdauer von 24 Stunden nach Möglichkeit nicht überschritten wird. Dies legt einen Versand zu Beginn der Woche (Montag bis Mittwoch) nahe.
Bevor eine entsprechende Probennahme und ein Versand in Betracht gezogen wird, sollte mit dem Labor eine Terminabsprache erfolgen.

Kosten

Probenanzahl

Preis pro Probe

< 10

16,-- €

11 - 50

14,-- €

51 - 99

12,-- €

> 100

10,-- €

Weitergehende Informationen erhalten Sie von unserer Mitarbeiterin Frau Jatsch.