Die gegenwärtige Situation bei der thermischen
Restabfallbehandlung ist durch Unsicherheiten gekennzeichnet, die sowohl die
Menge der zukünftig in die Verbrennung gelangen den Restabfälle, als auch
deren Heizwert und Schadstoffbelastung betreffen.
Bezüglich Heizwert und Schadstoffbelastung ist bereits jetzt eine zunehmende
Heterogenität in der Restabfallzusammensetzung festzustellen, die durch
unterschiedliche Einzelfraktionen wie z.B. Sortierreste aus der Gewerbeabfall-
und DSD-Sortierung oder Fraktionen zur energetisch/thermischenVerwertung gemäß
KrW-/AbfG bedingt sein können.
Gerade die für einen thermischen Prozeß besonders relevanten Parameter
Heizwert und Schadstoffbelastung können allerdings bei der Ermittlung im Labor
mittels Kalorimeter und Feststoffanalysen aufgrund der Problematik einer
repräsentativen Probenahme nur mit
erheblichen Unsicherheiten bestimmt werden.
Die gleiche Problematik für die Beprobung ergibt sich für heizwertreiche
Abfallfraktionen, die als Ersatzbrennstoff eingesetzt werden sollen. Auch hier
ist der an dem Ersatzbrennstoff interessierte Anlagenbetreiber auf Angaben über
den Heizwert und die Schadstoffbelastung angewiesen.
Das Fachgebiet entwickelte eine Verbrennungsstrecke
im halbtechnischen Maßstab, in der Heizwerte und Schadstoffgehalte über eine
thermische Umsetzung auf Basis von Massen- und Energiebilanzen bestimmt werden.
Zentrale Aggregate sind ein Feststoffbrennkessel mit Ölstützfeuerung und einer
Auslegungsleistung von 30 kW und ein Emissionsmeßsystem der Firma Opsis
zur Messung gasförmiger Schadstoffkomponenten in den Rauchgasen.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Charakterisierung des Brennverhaltens Regenerativer Festbrennstoffe.
Das
Brennverhalten ist Teil des Eigenschaftsprofils eines Brennstoffes. Mithilfe
normierter und vereinfachter, auf den spezifischen Brennstoffsektor abgestimmter
Analysemethoden ist es ausreichend charakterisierbar, trotz deren meist
reduzierter Informationstiefe (siehe z. B. DIN-Normen für Kohle). Die
Übertragbarkeit auf einen anderen Brennstoffsektor ist deshalb nicht ohne
weiteres möglich. Bei überlappenden Brennstoffmärkten werden zukünftig neben
der Kohle Regenerative Festbrennstoffe an Bedeutung gewinnen, für die die
Qualitätsanforderungen an einen Brennstoff gelten. Um das Brennverhalten von
Brennstoffen verschiedener Herkunft vergleichen zu können, werden
Analysemethoden mit größerer Informationstiefe benötigt.
Das vorgestellte Analyseprinzip erfüllt diese Anforderungen. Wesentlicher
Bestandteil ist die große Einzelkornabmessung, die neben einer besseren
statistischen Absicherung des Brennverhaltens Aussagen zum
Fragmentierungsverhaltens großer Brennstoffkörner ermöglicht. Die Definition
von Kennzahlen ermöglicht den praktikablen Umgang mit den Analyseergebnissen.
Die benötigte Anzahl an Kennzahlen bedarf weiterer Untersuchungen.
Ansprechpartner für den Bereich thermische Abfallbehandlung am Fachgebiet ist Dipl.-Ing. Hendrik Seeger