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Was ist Ortterrazzo

Der traditionelle Terrazzo wird als sogenannter Ortterrazzo vor Ort zum Beispiel ins Gebäude eingebracht und durch Walzen verdichtet, was ihn durch das oberflächliche Einstreuen von Granulat und dessen Einwalzen von der Herstellung des Betonwerksteins unterscheidet.

Als Zuschlagstoffe wurden überwiegend Gesteinskörnungen aus Marmor, Kalkstein, Dolomit usw. verarbeitet. Bei besonderen Beanspruchungen waren aber auch härtere Materialien wie Granitsplitt, Moränen- oder Flusskiese verwendet worden. Durch das Schleifen werden die Körner der Zuschläge sichtbar und bestimmen so das Erscheinungsbild des Bodens.

Geschliffene Terrazzoböden wurden im Altertum mit einem Gemisch aus Terpentin und Bienenwachs eingerieben. Terpentin oder auch Balsamöl wird aus frischem Baumharz gewonnen. Diese Paste wurde von Hand mehrfach, bis zur Sättigung auf den Boden, aufgetragen. Dies führte zu einer Farbintensivierung des Bodens, der nach dem Polieren mit einer Bürste seidenmatt glänzte.

Ortterrazzo im Baudenkmal

In vielen historischen Gebäuden sind Terrazzoausführungen vorhanden. Häufig gehören die in diesen Gebäuden vorhandenen Bodenflächen aus Ortterrazzo zu den herausragendes Kriterien. Deren Erhaltung mit ihrer architektonischen Ausdruckskraft verdient gerade bei der Instandsetzung dieser Gebäude eine besondere Aufmerksamkeit. Als häufigste Schadensursache können durch mechanische Beanspruchungen im Rahmen der üblichen Nutzung, aggressive Reinigungsmittel und Bauwerksverformungen Beschädigungen in Form von Rissen, Ausbrüchen und Abplatzungen an der Terrazzooberfläche beobachtet werden. Ziel einer Instandsetzung solcher Terrazzooberfläche muss es daher sein, so wenig als möglich einzugreifen und die vorhandene Oberfläche so weit als möglich zu erhalten.

Instandsetzung von Ortterrazzo

Bei der heutigen Instandsetzung für die Wiederherstellung der Integrität der Terrazzooberfläche wird auf diese besonderen Randbedingungen aus der Herstellung und Pflege und der dabei eingesetzten Materialien wenig Rücksicht genommen. Der Ortterrazzo, vormals oft mit hohem Aufwand hergestellt, wird durch massive Eingriffe in die Bausubstanz grundlegend verändert. Bei der Auswahl der Reparaturmaterialien wie der Reparaturtechniken wird weder ausreichend auf die besonderen Eigenschaften der Bestands, noch auf die Erhaltung der denkmalgeschützten und architektonisch bedeutsamen Oberflächenstruktur geachtet.

Ausgehend von dieser Diskrepanz zwischen der heute üblichen Instandsetzungspraxis und der Forderung nach einem möglichst sensiblen Umgang mit denkmalgeschützten Ortterrazzooberflächen ergeben sich eine Reihe von Fragestellungen, die die Erarbeitung eines Merkblatts zur Instandsetzung von Ortterrazzo als notwendig erscheinen lassen.

Ist der heutige Stand der Technik der Betoninstandsetzung für denkmalgeschützte Ortterrazzooberflächen geeignet?

Sind die auf dem Markt befindlichen Reparaturmaterialien für historische Betonqualitäten geeignet?
Sind die Produkte für Pflege und Reinigung entsprechend den historischen Materialien auf dem Markt vorhanden oder gibt es geeigneten Ersatz, durch den keine farblichen Veränderungen der Oberflächen erfolgen?

Aufbauend auf den Stand der Technik sollen Instandsetzungsmöglichkeiten für die am häufigsten auftretenden Schäden an Ortterrazzo aufgezeigt werden. Die Grundlage der Instandsetzung soll eine umfassende Materialerkundung darstellen, die auch die in der Vergangenheit angewandten Arbeitsweisen und eingesetzten Materialien berücksichtigt. Außerdem sollen die Instandsetzungsmethoden an Musterflächen praxisnah erprobt werden.