Analyse der Anwendung von Verkehrsnachfrage-modellen

Prof. Dr.-Ing. Uwe Köhler
Dipl.-Ing. Ralf Zöllner

 

Zur Quantifizierung der Auswirkungen verkehrlicher Maßnahmen werden Verkehrsnachfragemodelle für den Nah-, Regional- und Fernverkehr angewendet. Bisher ist es im wesentlichen nur möglich gewesen, die Wirkungen von Maßnahmen, die direkt Einfluss auf die Reisezeit haben, wie z.B. Infrastrukturmaßnahmen, ausreichend genau abzubilden, im Gegensatz zu Wirkungen von Maßnahmen aus organisatorischen, ordnungspolitischen, kostenbeeinflussenden und z.T. auch betrieblichen Handlungsansätzen. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung dieser Maßnahmen sowie der zentralen Stellung der Wirkungsermittlung als Entscheidungshilfe im Verkehrsplanungsprozess und nicht zuletzt aufgrund der hohen Investitionen für die meisten Maßnahmen ist eine möglichst genaue Berechnung der Auswirkungen wichtig.

Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es aufzuzeigen, inwieweit die bisher angewendeten Verkehrsnachfragemodelle zur Bestimmung von verschiedenen Maßnahmenwirkungen genutzt werden können. Um die derzeit noch vorhandenen Lücken bei der Modellierung der Auswirkungen von Maßnahmen aufzuzeigen, wurden entsprechende Forschungsarbeiten und Verkehrsuntersuchungen daraufhin ausgewertet, welche Modelle für welche Maßnahmenwirkungsberechnungen erfolgreich angewendet wurden.

Insgesamt ist als Untersuchungsergebnis festzustellen, dass die vorhandenen Modellstrukturen in ihrem Aufbau zwar geeignet sind, die Anforderungen weitgehend zu erfüllen, die an Verkehrsmodelle zu stellen sind. Wenngleich auch konzeptionelle theoretische Forschungen noch notwendig sind, so zeigt sich aber, dass der hauptsächliche Forschungsbedarf auf der Seite der Empirie liegt. Auch neue Maßnahmenkategorien, deren Wirkung in den verkehrsplanerischen Arbeiten z.T. nur händisch abgeschätzt werden, sind weitgehend mit den bestehenden Modellkonzepten zu beurteilen, wenn die Modellparameter auf der Basis empirischer Daten kalibriert werden können. Es liegt also weniger daran, dass keine geeigneten Modellkonzepte existieren, sondern eben daran, dass über Verkehrsnachfrage und -verhalten zu wenige Kenntnisse vorliegen. Die Forschung muss deshalb nicht nur theoretische Untersuchungen fördern, sondern auch die kostenintensive Datensammlung unterstützen.

 

Laufzeit:

08/1996 - 09/1999

Auftraggeber:

Bundesministerium für Verkehr

Kooperation:

TU Braunschweig, Univ. Prof. rer. nat. Manfred Wermuth, Dipl.-Ing. Jens Emig