Empfehlungen für Planung und Betrieb des öffentlichen Personennahverkehrs

Prof. Dr.-Ing. Uwe Köhler 
Dipl.-Ing. Timo Bertocchi

 

Die Empfehlungen für Planung und Betrieb des öffentlichen Personennahverkehrs bilden ein Regelwerk, das zu einem öffentlichen Personennahverkehr in Deutschland nach einheitlichen Grundsätzen beitragen soll. Eine Planung nach einheitlichen Grundsätzen bedeutet nicht, dass in Deutschland ein einheitlicher ÖPNV geschaffen werden soll. Dies bedeutet vielmehr, die Vielfalt der strukturellen Unterschiede zwar zu berücksichtigen, dabei aber von gleichen Planungsprinzipien auszugehen.
Letztlich ist es immer eine politische Entscheidung (d.h. eine Entscheidung der Aufgabenträger) wie gut (und das bedeutet auch häufig: wie teuer) das ÖPNV-Angebot in einem Raum sein soll. Allerdings gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher ÖPNV-Bedienungsformen, die zu unterschiedlichen Kosten (Investitions- und Betriebskosten) führen. Diese Empfehlungen sollen deshalb auch eine Hilfestellung geben, um verschiedene Bedienungsformen nach ihren wirtschaftlichen Auswirkungen beurteilen zu können. Grundsätzlich gibt es zwei Maßstäbe, die als „Messlatte“ an die Beurteilung eines ÖPNV-Angebotes angelegt werden können:

  • die Attraktivität eines Angebotes und
  • die Kosten eines Angebotes.

Diese Maßstäbe klaffen auseinander (je besser das Angebot, desto höher die Kosten). Die „Kunst“ der Planer besteht darin, den politischen Entscheidungsträgern solche Vorschläge anzubieten, die einen vernünftigen Kompromiss zwischen diesen beiden Maßstäben aufweisen.
Die Empfehlungen legen ihren Schwerpunkt auf den ländlichen Raum, in dem sich die Probleme der demografischen Entwicklung, aber auch die Entwicklung der finanziellen Rahmenbedingungen stärker auswirken werden als in städtischen Räumen. Es muss aber auch berücksichtigt werden, dass dann, wenn im ländlichen Raum das Aufkommen im öffentlichen Personennahverkehr zu einer vernachlässigbaren Restgröße verkümmert, dies auch Auswirkungen auf das Verkehrsaufkommen in verkehrsnachfragestärkeren Räumen hat, weil durch das Ausbleiben der Zubringerverkehre auch das ÖPNV-Aufkommen in diesen Räumen zurückgehen wird. 

 

Laufzeit:

04.2009 - 08.2009

Zuwendungsgeber:

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Bonn  http://www.bmvbs.de/