Frankfurt RheinMain vernetzt – Dienstleistungen fördern elektrische Mobilität (DieMoRheinMain)

Prof. Dr.-Ing. Carsten Sommer
Dipl.-Ing. Franz Lambrecht
Dipl.-Ing. Claudia Witte 

 

Die Region Frankfurt RheinMain zeichnet sich durch eine sehr hohe Verfügbarkeit unterschiedlicher Verkehrsmittel aus, die eng verzahnt und intermodal nutzbar sind. Carsharing und Leihfahrradangebote haben sich in den Kernstädten wie Frankfurt, Mainz, Darmstadt und Offenbach als ergänzende Angebote zum Öffentlichen Personennahverkehr etabliert. Park & Ride und Bike & Ride Angebote sind in der Region zentraler Bestandteil der intermodalen Verknüpfung. Darüber hinaus werden durch die öffentliche Hand verschiedene Informationssysteme zu den Verkehrsangeboten betrieben und kontinuierlich weiterentwickelt. Derzeit findet die Elektromobilität innerhalb dieser Informationssysteme zu den Verkehrsangeboten noch vergleichsweise wenig Beachtung. Dies liegt einerseits an der geringeren Verbreitung elektromobiler Angebote und andererseits an dem bestehenden Mangel an wissenschaftlichen Erkenntnissen über spezifische Dienstleistungen zur Elektromobilität. Dieser Tatbestand trifft nicht nur auf die Region Frankfurt RheinMain zu, sondern ist vielmehr eine Herausforderung der gesamten Bundesrepublik.

Mit dem Ziel zur Akzeptanzerhöhung beizutragen, wurden im Forschungsprojekt "Frankfurt RheinMain vernetzt – Dienstleistungen fördern elektrische Mobilität“ (DieMoRheinMain) innovative Dienstleistungen für die Elektromobilität entwickelt, diese in bestehende Systeme und regionale Netzwerke eingebracht und für einen weiteren Transfer bereitgestellt. Ziel der Teilvorhaben (multimodale Tarife, Mieterticket und webbasierter Kostenrechner) des Fachgebietes war es, neue Erkenntnisse für den Einsatz von Dienstleistungen zu erhalten, welche Elektromobilität in integrierten, zukunftsfähigen Verkehrskonzepten fördern.

Ein multimodaler Tarif verknüpft mehrere Verkehrsdienstleistungen und bietet im Paket besondere Konditionen gegenüber der Nutzung von Einzeldienstleistungen. In diesem Teilprojekts wurden Tarife konzipiert und daraus Handlungsempfehlungen für Verkehrsverbünde und -dienstleister abgeleitet. Die Ergebnisse zeigen, dass ein hohes Interesse besteht, neben Bus und Bahn über weitere Verkehrsdienstleistungen in einem Tarifprodukt zu verfügen: Drei Viertel der Gelegenheitskunden bzw. vier Fünftel der Stammkunden wählen Zusatzleistungen. Allerdings sind die Präferenzen für Leistungsinhalte eines Tarifprodukts sehr heterogen.

Durch den im Projekt entwickelten Kostenrechner kann sich der Verkehrsteilnehmer über die Kosten von Elektrofahrzeugen informieren. Der Kostenrechner schafft mittels einer Gesamtkostenbetrachtung Transparenz, indem er für die gewählte Lebensdauer die jährlichen Vollkosten eines Elektrofahrzeuges ermittelt bzw. prognostiziert und diese den Vollkosten eines vergleichbaren Fahrzeuges mit Verbrennungsmotor gegenüberstellt. Es hat sich gezeigt, dass aus rein ökonomischer Sicht ein Elektrofahrzeug nur bei längeren Haltedauern oder ab einer hohen Gesamtfahrleistung einen Vorteil gegenüber einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor bietet. Dabei gibt es größere Unterschiede zwischen verschiedenen Fahrzeugklassen. Der Kostenrechner ist unter kostenrechner.uni-kassel.de frei zugänglich.

Im Projekt wurden weiterhin verschiedene Konzepte für Mietertickets entwickelt: freiwilliges Modell, Solidarmodell, Sharingmodell. Mietertickets ermöglichen den Bewohnern eines Wohngebietes oder eines Wohnungsunternehmens über ein spezielles Tarifangebot einen einfachen und preisgünstigen Zugang zum ÖPNV. Der öffentliche Verkehr als Rückgrat einer nachhaltigen Mobilität soll dadurch bei der Entscheidung für ein Verkehrsmittel stärker berücksichtigt werden (85% der Wege beginnen oder enden an der eigenen Wohnung). Das Sharingmodell (mehrere Nutzer teilen sich eine Zeitkarte) wird als Pilotprojekt in einem neuen Wohngebiet eingeführt. Der Einführungsprozess wurde im Projekt in der Vorstufe unter Einbeziehung der Bewohner und der Akteure vor Ort wissenschaftlich begleitet. Durch die Evaluation des Verkehrsverhaltens der bisherigen Bewohner und deren Anforderungen an ein entsprechendes Angebot sowie der örtlichen Gegebenheiten (u. a. zukünftig vorhandenes Verkehrsangebot, Bewohnerzahl) wurden Handlungsempfehlungen für die Umsetzung sowie ein Tarifkonzept unterbreitet.

Das Projekt wurde in Kooperation mit House of Logistics & Mobility GmbH (HOLM), integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement GmbH (ivm), Frankfurt am Main - University of Applied Sciences, Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit (LBF) durchgeführt. Umsetzungspartner sind die Landeshauptstadt Mainz, Stadt Rüsselsheim, Wissenschaftsstadt Darmstadt, Modellregion Rhein-Main, Messe Frankfurt Exhibition GmbH, GatewayGardens GmbH, Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH, Regionalverband FrankfurtRheinMain und EDAG GmbH & Co. KGaA. „DieMoRheinMain“ wurde im Rahmen des Förderschwerpunktes „Dienstleistungsinnovationen für Elektromobilität“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

www.diemo-rheinmain.de

Laufzeit:

07/2014 bis 08/2017

Zuwendungsgeber:

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

gefördert vom:

Projektträger Phase 1:

Projektträger Phase 2:

Hier finden sie den Flyer zum Projekt:
DIEMO RheinMain Flyer

Hier finden sie das Poster zum Mieterticket:
DieMo RheinMain Poster 

Was kostet Elektromobilität?
Der DieMoRheinMain-Kostenrechner vergleicht Fahrzeuge mit Elektro-, Diesel- und Benzinmotor.
Der Kostenrechner wurde im Projekt DieMoRheinMain entwickelt.