GetMobil - „Geteilte und vernetzte Mobilitätsdienstleistungen - lnitialisierung, Implementierung, Wirkung und Propagierung unter besonderer Berücksichtigung des ländlichen Raums“

Prof. Dr.-Ing. Carsten Sommer
Dipl.-Ing. Jonas Harz
Elena Mucha M.A. Geogr.
Dipl.-Wi.-Ing. Volker Schmitt

 

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels aber auch sinkender finanziellen Ressourcen der öffentlichen Hand widmet sich das Projekt dem Themenfeld „Ride-Sharing“ und dessen Vernetzung mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Der Grundgedanke ist dabei, ohnehin stattfindende private Pkw-Fahrten als Mitfahrten anzubieten und damit nicht nur den Besetzungsgrad der Fahrzeuge zu erhöhen, sondern auch Menschen mehr Möglichkeiten zu geben, ihre Wege ohne eigenen Pkw zurückzulegen. Dies ist besonders für den ländlichen Raum interessant, da hier die öffentlichen Verkehrsangebote und auch private Mitfahrgelegenheiten oft nur schwach aufgestellt sind.

Ein bundesweit einmaliges Angebot für den ländlichen Raum hat der Projektpartner, der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV), seit April 2013 in drei nordhessischen Pilotregionen durch das Projekt „Mobilfalt“ etabliert. Das Besondere hieran ist, dass der klassische Linienbusverkehr in der Region durch private Mitfahrangebote und ggf. Taxi-Fahrten ergänzt wird und damit ein attraktives Verkehrsangebot geschaffen wurde.

In dem vorliegenden Projekt wird vor diesem Hintergrund untersucht, wie im ländlichen Raum das Potential für die gemeinsame Nutzung des privaten Pkw und die Vernetzung öffentlicher und privater Verkehrsangebote weiter verbessert werden kann und wie noch mehr Kunden zur Nutzung der integrierten Angebote motiviert werden können. Daher werden vor allem Hemmnisse und Anforderungen aus Nutzersicht ermittelt. Hieraus können dann konkrete Maßnahmen abgeleitet und zur Umsetzung vorgeschlagen werden.

Das Projekt erfolgt in enger Kooperation mit den Praxispartnern NVV und flinc. Bei flinc handelt es sich um ein Mitfahrportal, das Mitfahrten auch im Nah- und Regionalverkehr vermittelt. Zielsetzung des Forschungsvorhabens ist es insoweit nicht nur, die bereits bestehenden – bundesweit einmaligen - Ansätze der Partner grundlegend zu verbessern und an die Bedarfe unterschiedlicher Zielgruppen im ländlichen Raum anzupassen, sondern auch die Verknüpfung bisher getrennt organisierter Dienstleistungen mit dem Ziel, Synergien zu entfalten und damit die Akzeptanz und Ausbreitungsdynamik von geteilten und vernetzten Verkehrsdienstleistungen zu fördern. Darüber hinaus sollen auch Erkenntnisse und Ergebnisse für den Einsatz solcher Systeme in anderen Regionen abgeleitet werden.

Das Projekt wird an der Universität Kassel gemeinsam vom Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme, dem Fachgebiet für Umwelt- und Verhaltensökonomik und dem Fachgebiet für öffentliches Recht mit dem Schwerpunkt Recht der Technik und des Umweltschutzes bearbeitet. Das Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme arbeitet dabei unter anderem bei der Erarbeitung eines Bewertungsverfahrens zur Ermittlung der sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Wirkungen von Ride-Sharing-Systemen und an der Analyse von Erfolgs- und Hemmnisfaktoren mit. Hierfür werden auch umfassende Erhebungen über Nutzer und Nicht-Nutzer von Ride-Sharing-Systemen konzipiert und durchgeführt.

Zuwendungsgeber:

Bundesministerium für Bildung und Forschung 

Laufzeit:

04/2015 bis 03/2018

Nähere Informationen unter:

http://getmobil.uni-kassel.de/